Mi., 11.10.2017

Streit zwischen Ahlener und Vorhelmer Narren Das war nicht die erste Ausladung

Ahlener und Vorhelmer Narren einträchtig auf der Bühne: Das Bild vom Rathaussturm 2017 wird sich wohl 2018 nicht wiederholen. Die Tradition des gemeinsamen Feierns, auch an anderer Stelle, wird durch die Ausladung des BAS überschattet.

Ahlener und Vorhelmer Narren einträchtig auf der Bühne: Das Bild vom Rathaussturm 2017 wird sich wohl 2018 nicht wiederholen. Die Tradition des gemeinsamen Feierns, auch an anderer Stelle, wird durch die Ausladung des BAS überschattet. Foto: Reinhard Baldauf

Vorhelm - 

Vor fünf Tagen wurde öffentlich, dass der Bürgerausschuss zur Förderung des Ahlener Karnevals (BAS) die Vorhelmer Narren nicht mehr beim traditionellen Sturm aufs Rathaus begrüßen möchte. Jetzt reagiert die KG „Klein-Köln“ mit einer Stellungnahme.

Von Christian Wolff

Die Karnevalsgesellschaft „Klein-Köln“ ist beim nächsten Ahlener Rathaussturm nicht willkommen. Wie die „AZ“ bereits am Freitag berichtete, hat der Bürgerausschuss zur Förderung des Ahlener Karnevals (BAS) bei einer Präsidiumssitzung beschlossen, die Vorhelmer Narren aufgrund von „negativen Ereignissen“ auszuladen. Und auch beim Thekenkarneval, heißt es, gebe es „kein freies Lokal“ mehr für die Frohsinnstruppe vom Hellbachstrand.

Ein Novum im Ahlener Karneval? Nein. Schon vor 32 Jahren hat es einen ähnlichen Streit zwischen den Ahlener Karnevalsgesellschaften und den Vorhelmern gegeben. Auf breiter Front schoss damals Ex-Prinz Wilhelm Hampel scharf gegen die Vorhelmer, weil diese kein offizielles BAS-Mitglied sind und auch beim Rosenmontagsumzug weder Fußgruppe noch Wagen stellen. Ähnlich wie in diesem Jahr Stadtprinz Pille I. äußerte Hampel „Unbehagen bei der Vorhelmer Gala-Prunksitzung“.

Weiterer Kritikpunkt von Ahlener Seite war, dass den Vorhelmern „eine zu große Bedeutung beigemessen“ werde. Sogar die Proklamation eines eigenen Prinzenpaares war den Wersenarren ein Dorn im Auge. Von übermäßigem Alkoholgenuss am Rosensonntag war in der Berichterstattung von 1985 zwar keine Rede, doch diese soll laut Zeitzeugen ebenso kritisch vorgebracht worden sein. Später legte sich der Streit wieder.

„Eigentlich“, äußerte sich eine Vorhelmer Ex-Tollität am Dienstag gegenüber unserer Zeitung, „sollten diese alten Vorwürfe längst vom Tisch sein. Egal, ob wir BAS-Mitglied sind oder nicht – wir tragen jedes Jahr mit einer stattlichen Abordnung zum Gelingen des Ahlener Karnevals bei.“ Auch umgekehrt habe man den Eindruck, dass sich Gäste bei den Vorhelmer Veranstaltungen immer wohlgefühlt hätten. Der große Zustrom bei Gala-Abenden und Kinderkarnevalssitzungen komme nicht von ungefähr.

Dennoch: Die Situation scheint verfahren zu sein. Am Dienstagabend traf sich der Vorstand der KG „Klein-Köln“, um über den Stand der Dinge zu beraten. Bislang hatte sich Präsident Helmut Krainski mit öffentlichen Äußerungen zurückgehalten, weil insgeheim noch Hoffnung bestand, bis zum „Elften im Elften“ die Wogen glätten zu können. Doch nach den eindeutigen Aussagen von BAS-Boss Christian Weirowski vom Ende voriger Woche scheint der breite Graben, der sich zwischen Ahlen und Vorhelm aufgetan hat, so schnell nicht wieder zuzuschütten sein.

Vergangener närrischer Zusammenhalt: Der Ahlener Stadtprinz Pille und das Vorhelmer Prinzenpaar Anke und Oliver (v.l.).

Vergangener närrischer Zusammenhalt: Der Ahlener Stadtprinz Pille und das Vorhelmer Prinzenpaar Anke und Oliver (v.l.). Foto: Christian Wolff

In einer Stellungnahme betont der „Klein-Köln“-Vorstand jetzt, dass der BAS-Beschluss von Anfang an Unverständnis in den Reihen der Aktiven ausgelöst habe. „Wir sind uns keiner Schuld bewusst“, heißt es darin. In dieser Situation fühle sich die Vorhelmer Karnevalsgesellschaft wehrlos, weil sie im Forum des BAS keine Möglichkeit der Gegendarstellung hatte.

„Wir wurden zuerst über den Beschluss der Ausladung informiert und erst dann zur Präsidentensitzung eingeladen“, wird in der Stellungnahme berichtet. Das sei der falsche Weg. Statt Probleme aus dem Weg zu räumen, seien so neue geschaffen worden. Helmut Krainski erklärt: Eine Mitgliedschaft im BAS sei den Vorhelmern deshalb nicht möglich, weil sie im Gegensatz zu den Ahlener Gesellschaften an die Vereinssatzung des Sportvereins TuS Westfalia Vorhelm gebunden seien. „Seit unserer Gründung im Jahr 1948 ist die KG eine Abteilung in dieser Vereinsstruktur.“

Bereits 1985 sei mit den damals handelnden Personen das Szenario – genauso wie es heute ist – öffentlich in allen fast identischen Facetten thematisiert worden. „Es hat sich also nichts geändert. Wir nehmen diesen Beschluss somit zur Kenntnis und können damit leben“, schreiben die Vorstandsmitglieder. „Ein etwas anderes Verständnis von echtem Karneval geben wir Vorhelmer allerdings unumwunden zu. Wir servieren bodenständigen Karneval mit eigenen Akteuren, auf gekaufte Programmpunkte können wir also verzichten.“ Der Vorhelmer KG-Präsident schließt mit Worten aus dem Kölner Karneval: „Et es, wie et es. Et kütt, wie et kütt. Et hät noch immer jod jejange. “ 

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Wir wurden zuerst über den Beschluss der Ausladung informiert und erst dann zur Präsidentensitzung eingeladen.

Stellungnahme der KG „Klein-Köln“

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