Mo., 13.11.2017

Svavar Knútur gastierte in der „Feuerarena“ Humor gegen Weltschmerz

Konzert bei flackerndem Feuerschein: Svavar Knútur begeisterte bei seinem Auftritt am Freitagabend in der „Feuerarena“.

Konzert bei flackerndem Feuerschein: Svavar Knútur begeisterte bei seinem Auftritt am Freitagabend in der „Feuerarena“. Foto: Christian Feischen

Ahlen - 

Der Veranstaltungsort hätte wohl kaum besser gewählt sein können: Der isländische Sänger und Songschreiber Svavar Knútur gastierte am Freitagabend in der ausverkauften „Feuerarena“, die sich erstmals als Konzertsaal bewährte.

Im Rahmen des „Münsterland Festivals“, das alle zwei Jahre Kunst und Musik aus anderen europäischen Ländern in die Region bringt, bot Knútur Lieder aus seinen mittlerweile fünf CD-Veröffentlichungen an der akustischen Gitarre dar. Und sang inmitten von Kaminfeuer-Atmosphäre vor rund hundert Zuhörern von langen isländischen Winternächten und – immer wieder – Weltschmerz.

Mit samtweicher Stimme zum balladesken Fingerpicking begeisterte der Musiker dabei nicht nur mit den nachdenklichen, mitunter geradezu melancholischen Songs über kalte Nächte an isländischen Fjorden. Auch mit seinen Geschichten zu den Liedern, die zuweilen länger gerieten als die Songs selbst, wusste der sympathische Sänger und Gitarrist zu unterhalten. Viel Zwischenapplaus und Lacher gab es für die mal auf Englisch, mal auf Deutsch vorgetragenen Anmoderationen, die mit Pointen wie „Ich bin ein Brokkoli im musikalischen Garten“ eigentlich so gar nicht zu den darauffolgenden elegischen Liedern passten.

Bei denen ging es oft um Abschied oder einfach nur um „Trouble“. Sehnsüchtige Balladen wie „Everytime We Say Goodbye“ von Cole Porter und „Goodbye My Lovely“ aus Svavar Knúturs jüngster CD-Veröffentlichung gepaart mit humorigen Ansagen, die den zumeist in englischer Sprache besungenen Weltschmerz gleich wieder in Frage stellten, machten indessen den Charme des Konzertabends aus. Und der riss das Publikum immer wieder zu großem Beifall hin.

Neben einem kurzen Zitat aus der Erkennungsmelodie von „Game Of Thrones“ brachte der Sänger und Gitarrist, der zwischendurch auch zur Ukulele wechselte, mit der Folk-Ballade „Oh My Darling, Clementine“ zum Mitsingen ebenso Abwechslung ins Akustik-Programm wie mit dem amüsant interpretierten Stück „In stiller Nacht“ von Johannes Brahms. Das Kunstlied aus dem 19. Jahrhundert kündigte Svavar Knútur in nahezu clownesker Manier mit der Imitation einer Posaune an: „Klingt doch so wie sein Name, nicht wahr?“, fragte Knútur, als er das Instrument mit einem nasal intonierten „Brahms!“ lautmalerisch unter viel Applaus nachahmte.

So gelang dem Künstler über das gesamte Konzert hinweg vor allem eines: mittels seiner Lieder und der un­terhaltsamen Ansprache des Publikums eine intime Atmosphäre im großen Ausstellungsraum der „Feuerarena“ zu schaffen. Beinahe so, als lausche man seinen Anekdoten zum Gitarrenspiel am Kaminfeuer während einer langen isländischen Winternacht.

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Klingt doch so wie sein Name, nicht wahr?

Svavar Knútur

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