Di., 14.11.2017

Dolberger Kriegerehrenmal Name nach 72 Jahren verewigt

Seit September ist Altfried Bresch auf dem Dolberger Kriegerdenkmal verewigt. Das freut Theo Kerkmann, Christoph Wessels, Ralf Hinze und Jürgen Rheker (v.l.).

Seit September ist Altfried Bresch auf dem Dolberger Kriegerdenkmal verewigt. Das freut Theo Kerkmann, Christoph Wessels, Ralf Hinze und Jürgen Rheker (v.l.). Foto: Stadt Ahlen

Dolberg - 

Ralf Hinze ist etwas aufgefallen: Am Kriegerehrenmal in Dolberg war bislang kein Namenszug seines Onkels Altfried Bresch zu finden. Nach einer umfangreichen Recherche konnte der Namenszug jetzt ergänzt werden.

Vollständiger geworden ist zum diesjährigen Volkstrauertag die Tafel der Namen, die am Dolberger Kriegerdenkmal an die in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten aus der früher selbständigen Gemeinde erinnert. Angeregt hatte die Ergänzung Ralf Hinze in einem Schreiben an Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Darin fand der Ahlener lobende Worte für die „gute Erinnerungskultur“ in seiner Stadt. Aufgefallen sei ihm jedoch am Kriegerdenkmal im Ortsteil Dolberg, dass im Gegensatz zu seinem im Zweiten Weltkrieg gefallenen Onkel Wilhelm Bresch kein Namenszug an dessen Bruder und Hinzes Onkel „Alfred“ Bresch erinnerte.

„Wir haben daraufhin mit dem Heimatverein Dolberg recherchiert, woran es liegen könnte“, sagt Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels, der sich anfangs keinen Reim auf die mysteriöse Lücke machen konnte. Doch auch Vereinsvorsitzender Theo Kerkmann konnte nur mutmaßen, aber keine wirkliche Erklärung dafür finden, warum der in den letzten Kriegstagen im badischen Rastatt gefallene Bresch in seiner Heimatgemeinde nicht verewigt worden war.

Licht ins Dunkle brachte schließlich Jürgen Rheker. Der ehrenamtliche Stadtchronist forschte nach und bemühte sich zu Beginn seiner Recherchen um amtliche Dokumente. Vom Standesamt der Stadt Rastatt ließ sich der frühere Personalleiter bei der Stadt Ahlen eine Kopie der Sterbeurkunde schicken. Bis dahin existierte nämlich nur ein Melderegisterauszug, der jedoch keinen Hinweis auf Datum und Umstände des Todes enthielt. „Er wurde vermutlich aus Ahlen abgemeldet, als er im November 1937 zur Wehrmacht einberufen wurde, das kenne ich von der Vita meines Vaters“, glaubt Rheker den Grund zu kennen, aus dem sich Altfried Breschs Spur in Ahlen amtlich verlor.

Laut Sterbeurkunde, die 72 Jahre nach seinem Tod nun in Ahlen vorliegt, starb der „Unteroffizier und Fabrikarbeiter“ am 12. April 1945 als „vor dem Feinde Gefallener“, so die damals offizielle Bezeichnung. „Da unserer Meldedatei diese Informationen fehlten und Bresch in Rastatt verstorben war, gab es auch keinen Sterbeeintrag in Ahlener Standesamtsbüchern mit Hinweis auf Kriegshandlungen“, erklärt Jürgen Rheker. Vermutlich seien jedoch damals genau diese standesamtlichen Sterbeeinträge Grundlage für die Ehrungen an Kriegerdenkmalen gewesen.

Die ergänzte Zeile.

Die ergänzte Zeile. Foto: Stadt Ahlen

Ralf Hinze ist glücklich, dass mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Tod seines Onkels ein Kapitel geschlossen ist, das auch für die Geschichte des Ortsteils Dolberg von Bedeutung ist. Im Spätsommer fügte der Ahlener Steinmetzbetrieb Magera im Auftrag des Dolberger Heimatvereins den Namenszug von Altfried Bresch auf der Gedenktafel hinzu. „Die Brüder sind nun im Tod und in der Erinnerung vereint“, ist Theo Kerkmann dankbar für die Initiative von Ralf Hinze und Jürgen Rhekers Recherchearbeit.

Die Dolberger Vereine gedenken in Anwesenheit der stellvertretenden Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss am Volkstrauertag, 19. November, um 10 Uhr am Kriegerdenkmal der Opfer von Kriegen und Gewalt.

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