Mi., 06.12.2017

Drogengeschäfte Freiheitsstrafe: 25-Jähriger aus Ahlen verurteilt

dpa Justiz (Symbolbild)

Foto: dpa (Symbolbild)

Ahlen - 

Besitz und Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge brachten einem 25-jährigen Angeklagten am Dienstag ein Jahr und zwei Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung ein. Er soll sich mit den Drogengeschäften rund 22.400 Euro erwirtschaftet haben.

Von Peter Schniederjürgen

Das wollte der junge Deutsch-Amerikaner allerdings nicht zugeben. Tatsächlich gestand er den Handel mit Marihuana nur in einem Fall. Dagegen hielt ihm die Anklage ein Vielfaches der eingestandenen Menge vor. „Bei der Durchsuchung Ihrer Wohnung wurden Beutel mit Beschriftungen 500, 475 und 300 Gramm aufgefunden“, so der Ankläger. Dazu seien noch rund 65 Gramm gekommen, die der Angeklagte aus dem Fenster geworfen hatte, als Ermittler seine Wohnung betraten. Sogar die Feuerwehr habe anrücken müssen, um Drogenreste sicherzustellen. „Obendrein wurden auf dem sichergestellten Computer Bilder des Angeklagten mit großen Marihuanatüten gefunden.“

Überwachungsaktion von Polizei und Zollfahndern

Der Ahlener mit amerikanischem Pass war „Beifang“ einer größeren Überwachungsaktion von Polizei und Zollfahndern aus Nordhorn. Deren Mitarbeiter schilderten die Abläufe, bei denen ein Großdealer festgenommen worden war. Dabei waren das Autokennzeichen des Ahleners und sein Name ins Spiel gekommen. „Das stimmt, ich habe von dem Festgenommenen auch mal gekauft“, gab der 25-Jährige zu. Dabei versprach er sich jedoch mehrfach und nannte mehrere Fahrten. Auf Nachfrage der Richterin korrigierte er seine Aussage: Es sei doch nur eine Fahrt gewesen.

Jugendlicher zieht Aussage zurück

Spannend war die Vorführung eines inhaftierten Jugendlichen, der ebenfalls wegen dieser Aktion eine Freiheitsstrafe verbüßt. Der soll von dem Angeklagten insgesamt 3,2 Kilogramm Marihuana erworben haben. Das hatte er zumindest in seinem Jugendschöffengerichtsprozess ausgesagt. Am Dienstag widerrief er alles und behauptete, die damalige Aussage sei unter Druck zustande gekommen. Bei der Verlesung des Protokolls tauchte ein Satz auf: „Wenn sein Name (der des Deutsch-Amerikaners; Anm. d. Red.) fällt, bin ich tot.“ Vor dem Schöffengericht bestritt der 17-Jährige diese Angaben und behauptete, den Angeklagten nicht zu kennen. So beschloss das Gericht, diesen Teil des Verfahrens abzutrennen.

Gericht sieht Schuld als erwiesen an

Im Plädoyer verlangte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten und erwog einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr. Die Verteidigung sah das anders. „Er ist bis jetzt nie in Erscheinung getreten und hat aus einer wirtschaftlichen Notlage einen Fehler gemacht, den er auch einräumt“, so der Anwalt. Er bat um eine Bewährungsstrafe. Doch sah das Gericht die Schuld als erwiesen an. „Schon durch Ihre Versprecher und die Ergebnisse der Hausdurchsuchung glauben wir, dass Sie mit den weichen Drogen gehandelt haben“, begründete die Vorsitzende Richterin das Urteil.

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