Infoveranstaltung Pflegefamilien
Es ist eine Lebensaufgabe

Ahlen -

Kinderschutzbund und Jugendamt suchen immer wieder Pflegefamilien. Wie das Verfahren läuft, zeigte ein Infoabend in der Familienbildungsstätte.

Donnerstag, 11.01.2018, 20:01 Uhr

Sandra Schütte vom Kinderschutzbund sowie Christiane Biernatzki und Monika Kuhlmann (v.l.) vom Jugendamt der Stadt gaben Einblicke in die Aufgaben von Pflegefamilien.
Sandra Schütte vom Kinderschutzbund sowie Christiane Biernatzki und Monika Kuhlmann (v.l.) vom Jugendamt der Stadt gaben Einblicke in die Aufgaben von Pflegefamilien. Foto: Ralf Steinhorst

Wie ist der Weg, sich als Pflegefamilie zu bewerben? Einblicke in dieses Verfahren gaben am Mittwochabend Sandra Schütte vom Kinderschutzbund im Kreis Warendorf sowie Christiane Biernatzki und Monika Kuhlmann vom Jugendamt der Stadt Ahlen bei einem Informationsabend in der Familienbildungsstätte.

Der Abend war der erste von sechs Schritten dahin, eine Pflegefamilie oder Pflegeperson zu werden. Monika Kuhlmann übernahm zunächst die Aufgabe, fünf Pflegeformen vorzustellen. Die Dauerpflege ist davon die am meisten angewandte. Dabei wird ein Kind dauerhaft in einer Familie untergebracht, voraussichtlich bis zur Volljährigkeit. Die Pflegefamilie wird aus der Sicht des Kindes ausgesucht. In der Regel werden in diesen Fällen Kinder vermittelt, die relativ unvorbelastet sind von Widrigkeiten und so gute Chancen haben, ihren Weg zu gehen.

Das ist in der ähnlichen Pflegeform „Westfälische Pflegefamilie“ etwas anders. Auch diese ist eine Dauerpflege, allerdings werden hier Kinder vermittelt, die belastende Erfahrungen wie Gewalt erlebt haben. Deshalb werden in diesen Fällen Pflegeeltern ausgesucht, wo zumindest ein Elternteil eine berufliche Qualifikation im pädagogischen Bereich hat.

Bei der dritten Form „Verwandtenpflege oder Netzwerkpflege“ übernehmen Pflegeeltern die Aufgabe, die das Kind schon länger kennen. „Bereitschaftspflege“ und „Kurzzeitpflege“ sind Pflegemodelle für einen begrenzten Zeitraum. Etwa, wenn eine leibliche Mutter eine Therapie durchläuft und hinterher wieder ihr Kind zu sich nimmt.

In allen Fällen gilt, dass Pflegeeltern von Beginn an intensiv von Jugendamt und freien Trägern, wie dem Kinderschutzbund, begleitet werden. „Unser Anliegen ist, dass sie eine gute Entscheidung treffen – denn es ist eine Lebensaufgabe“, betonte Sandra Schütte. Es habe sich gezeigt, je intensiver die Vorbereitung auf diese Aufgabe ist, desto besser kann die Pflege dann auch gelingen.

Deshalb schließen sich weitere Module an den Informationsabend an, wie ein Erstgespräch und das Bewerberseminar, das an sechs Tagen stattfindet und am 3. März beginnt. Dort werden unter anderem auch rechtliche Rahmenbedingungen, Bindungen der Pflegekinder oder Traumatisierungen als Themen aufgegriffen. Auswertungsgespräche stellen das letzte Modul vor der Übernahme der Aufgabe ei­ner Pflegefamilie dar. Es besteht aber keine Pflicht, diese am Ende auch anzunehmen, wenn man zu der Erkenntnis kommt, es ist doch nicht das Richtige.

Interessierte können sich bei Sandra Schütte unter Telefon 54 70 43 32, Monika Biernatzki (5 95 64) oder Monika Kuhlmann (5 94 30) melden.

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