Politisch-Kulturelle Wochen eröffnet
Glückliches Arabien

Ahlen -

Zum Auftakt der „Politisch-Kulturellen Wochen 2018“ der VHS präsentierte der Kölner Fotograf Hartmut Fiebig in der Stadthalle seinen Multivisionsvortrag über das „Übermorgenland“, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman.

Samstag, 13.01.2018, 07:01 Uhr

Volles Haus zum Auftakt der „Politisch-Kulturellen Wochen“ der VHS: 370 Besucher folgten dem Kölner Fotografen und Weltenbummler Hardy Fiebig auf seinem Streifzug durch die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman.
Volles Haus zum Auftakt der „Politisch-Kulturellen Wochen“ der VHS: 370 Besucher folgten dem Kölner Fotografen und Weltenbummler Hardy Fiebig auf seinem Streifzug durch die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman. Foto: Frauke Mönkeberg

Formvollendet wurden die Besucher am Donnerstagabend in der Stadthalle mit „Salem Aleikum“ begrüßt und gleich belehrt, dass sich der so Begrüßte mit der Formel „Aleikum Salem“ bedankt. Für diesen stilechten Auftakt zum Multivisionsvortrag „Oman und Vereinigte Arabische Emirate“, der zugleich den Auftakt für die 32. „Politisch-Kulturellen Wochen“ der VHS markierte, hatten sich Axel Ronig und Uli Bomba als „Scheichs“ zur Verfügung gestellt, die zudem die Besucher in der Pause auch noch mit Datteln verwöhnten.

Ehrenbotschafter von Kenia

Wer bislang meinte, die Emirate und der Oman un­terschieden sich kaum von den anderen Ländern auf der Arabischen Halbinsel, wurde von Hartmut Fiebig eines Besseren belehrt. Der 50-jährige Fotograf, Journalist und Autor entpuppte sich in seinem zweistündigen Vortrag als profunder Kenner beider Länder, der fließend Arabisch spricht, weil seine Eltern einst beschlossen, nach Kairo zu gehen und acht Jahre lang dort zu bleiben. Im Schnelldurchgang machte Fiebig, dessen deutscher Wohnsitz in Köln ist und der ansonsten in der kenianischen Hauptstadt Nairobi lebt, mit seiner Vita bekannt, die ihn nach Abitur und Zivildienst zu einer einjährigen Fahrradtour vom Bodensee nach Südafrika führte. „Danach war ich für eine bürgerliche Karriere verdorben“, bekannte Fiebig. Zurück in Deutschland, studierte er Tropische Agrarwissenschaften in Bonn und Stuttgart. Für seine Verdienste um Kultur und Tourismus Kenias wurde er 2006 zum Ehrenbotschafter des Landes für Tourismus ernannt.

Das alles gehörte zum Prolog, denn eigentlich ging es ja um Arabien. Fiebig machte die Besucher mit den zwei größten der Vereinigten Emirate, Abu Dhabi und Dubai, bekannt und erschöpfte sich dabei nicht nur mit Fotos der aufregenden Ar­chitektur wie des Burj Khalifa, des zurzeit noch mit 830 Metern höchsten Bauwerks auf der Erde, sondern holte auch Emiratis vor die Kamera, die sich auch zu seinem eigenen Erstaunen ziemlich offen gaben. Allerdings beschränkten sich diese Kontakte doch mehr oder weniger auf „Offizielle“ wie Museumsleiter oder eine Künstlerin. Der Gesamteindruck der Mega-Citys am Golf ist sehr amerikanisch, auch wenn in Abu Dhabi erst im November vergangenen Jahres mit französischer Unterstützung der Louvre Abu Dhabi eröffnet worden ist und die Stadt einen Ableger der Pariser Sorbonne beherbergt.

Gesundheits- und Bildungssystem vorbildlich

Die Welt im Oman ist um einiges traditioneller. Das Land mit einer 2400 Kilometer langen Küste, das anderthalbmal so groß ist wie die Bundesrepublik, wird seit 42 Jahren von Sultan Qabus ibn Said regiert, und das offensichtlich nicht schlecht. Denn es herrscht allgemeiner Wohlstand, Gesundheits- und Bildungssystem sind vorbildlich. Die Infrastruktur ist perfekt, die Kriminalitätsrate tendiert gegen Null. Fiebig zeichnete in beeindruckenden Bildern das Porträt eines Landes, in dem es folglich eine hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit ihrem Monarchen zu geben scheint.

Der Fotojournalist zeigte nicht nur die absolut begeisternde, facettenreiche Landschaft mit schroffen Gebirgszügen und einsamen Wüsten sowie dem Massentourismus weitgehend unbekannte Kulturstätten, sondern auch viele Begegnungen mit Einheimischen und das Leben in der Familie. Absolut faszinierend der Süden Omans, der sich während des Monsuns in eine regelrechte Oase verwandelt, in der die Besucher aus den Emiraten vor der glühenden Hitze zu Hause Zuflucht suchen, um die üppig sprießende Vegetation und sogar den Regen zu genießen.

Für diese Bilder und die kenntnisreichen Schilderungen hielten die 370 Besucher auch gerne etwas länger als sonst, bis halb elf, aus.

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