Ein Tag mit dem Stadtprinzen
„Hippie Trumpets“ und fleißige Bienen

Ahlen -

Hinter einem starken Prinzen steht immer auch ein starkes Team. Die „Ahlener Zeitung“ durfte Andy I. einen Tag lang dorthin begleiten, wo sonst nur die engsten Gefährten Zutritt haben.

Samstag, 10.02.2018, 14:02 Uhr

Jeden Morgen dasselbe Ritual: Andreas Lerley öffnet in zivil die Tür, seine Adjutanten kommen herein und helfen ihm bei der Verwandlung . . .
Jeden Morgen dasselbe Ritual: Andreas Lerley öffnet in zivil die Tür, seine Adjutanten kommen herein und helfen ihm bei der Verwandlung . . . Foto: Christian Wolff

Ein Abend im Theater? Eine Flugreise oder eine Kreuzfahrt? Alles Geschenke, die man sich zum runden Geburtstag machen kann. Die Betonung liegt auf „kann“, denn Andreas Lerley wollte zum 50. Geburtstag etwas Außergewöhnliches, ganz Besonderes erleben. Nicht nur einen Tag, nicht nur eine Woche – eine ganze „Fünfte Jahreszeit“ lang. „Schützenkönig war ich ja schon“, sagt er. „Also wollte ich einmal im Leben Stadtprinz sein“, verrät er.

Die „Ahlener Zeitung“ hat den Narrenfürsten einen Tag lang intensiver begleitet, als sie es ohnehin im Zuge ihrer Karnevalsberichterstattung zur Pflicht gemacht hat. Hausbesuch inklusive.

Ob er sein einmaliges Geburtstagsziel erreichen würde, konnte der selbstständige Unternehmensberater für Sicherheitstechnik selbstverständlich noch nicht wissen, als er vor gut drei Jahren sein Interesse bekundete. „Das Ganze im 44. Jahr der ,Schwarz-Gelben Funken‘ hinzubekommen, war nicht selbstverständlich“, gibt die Tollität zu, die als echter „Schwarz-Gelber“ natürlich Dortmund-Fan ist. „Ich war auch nicht der einzige Bewerber.“ Somit ließ das Planungskommando „SGF 44“ vom Alten Postweg zunächst Zurückhaltung, nein, absolute Geheimhaltung walten.

Die Mission gelang. „Es war anfangs ein ganz komisches Gefühl“, sagt der Prinz im Rückblick. „Um das zu realisieren, brauchst du schon mehr als eine Nacht.“ Inzwischen hat Andreas Lerley – pardon: Andy I. – neben seiner Frau Sandra und jeweils zwei Kindern aus früheren Beziehungen auch einen ganzen Tross treuer Gefolgsleute an der Hand, die nicht nur aus den beiden Adjutanten Dirk Abendroth und Ronald Zent sowie Standartenträger Martin Hennerkes bestehen.

Zu den Helfern im Hintergrund, die in der Regel kaum auffallen und doch unerlässlich sind, gehört allen voran Mike Flenner . „Er fährt uns Tag und Nacht“, erzählt Andy stolz. „Mike ist der erste von uns, der aufsteht, und der letzte von uns, der ins Bett geht.“ Als Vater des letztjährigen Vorhelmer Kinderprinzen ist Chauffeur Flenner karnevalistisch nicht unerfahren. Jetzt aber taucht er noch intensiver in die Materie ein. „Nüchtern, versteht sich“, schiebt sein temporärer Chef hinterher.

Rund um die prinzliche Männerdomäne schwirren neben Sandra Lerley vier weitere „fleißige Bienchen“, wie sie vom Gefolge liebevoll genannt werden. „Ohne sie wäre das alles gar nicht machbar“, gibt der Stadtprinz ehrlich zu und deutet augenzwinkernd auf die Schnittchenplatte, die sein Schatz am Rande des Pressetermins „mal eben gezaubert“ hat.

Ein Tag mit Stadtprinz Andy I.

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  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff
  • Die „Ahlener Zeitung“ hat den Stadtprinzen Andy I. (Lerley) einen Tag lang begleitet. Foto: Christian Wolff

Während der kleinen Stärkung verraten die „Adjus“, dass auch das aktuelle Sessionsmotto „Flower-Power“ einer Idee von Andreas Lerley entstammt. „Ich bin Baujahr 1967 – das war mitten in der Hippie-Zeit. Passt doch“, erläutert der 50-Jährige. Unter dem Gruppennamen „Hippie 17/18“ tauschte das zunächst inkognito agierende Andy-Team erste Ideen und Pläne aus. Wie gut, dass Riesenbrillen, Schlaghosen und Plateauschuhe noch in einigen Schränken zu finden waren . . . Da fragt sich der Ahlener Vollblutkarnevalist allerdings mit Recht, warum sich die „Happy Trumpets“ in dieser Session nicht kurzerhand in „Hippie Trumpets“ umbenannt haben. Dirk Abend­roth, der unter den Prinzen-Musikern normalerweise selbst aktiv ist, und Ex-Tollität Ralf Doodt hätten es in der Hand gehabt! Sei‘s drum: Man kann sie ja auch inoffiziell umtaufen.

Zum Thema Musik kann Andy I. noch eine Anekdote verraten: In den späten 1960er Jahren, als er das Licht der Welt erblickte, war mit „Humba Täterä“ von Ernst Neger ein ursprüngliches Fußballer-Lied in Karnevalskreisen berühmt. „Das hätte ich gerne als Prinzenlied verwendet, aber davon wurde mir abgeraten. Das kennen die jungen Leute heute nicht mehr, hieß es.“ Mit „Leev Marie“ kam eine eingängige Alternative mit – nach Expertenmeinung – höchstmöglicher Garantie, beim Publikum anzukommen. Mit der umgedichteten Textzeile „Ich bin kein Prinz für eine Nacht“ schwingt sogar noch ein bisschen Wahrheit mit, wie die Akteure grinsend bekennen müssen.

Andy: „Ich habe mal gesagt, ich habe 50 Jahre meines Lebens nicht gesungen. Und jetzt mache ich es doch. Mehrmals täglich.“ Nach Bewertung derer, die ihn live erlebt haben, macht er es sogar sehr gut. Um das Prinzenlied klangvoll mitschmettern zu können, knechteten Andy, Dirk, Ronald und Martin vor Monaten schon gemeinsam in einem Rhetorikseminar mit Gesangsunterricht – neudeutsch „Vocalcoaching“ genannt.

Rund 130 Termine absolvieren Andy I. und seine Truppe in dieser Session, wobei zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch eine Ballung eintritt, die so manchen Amtsvorgänger schon seine Stimme verlieren ließ. Doch Andy sieht sich gewappnet. Als leidenschaftlicher Läufer, der früher zudem zahlreiche Tauchgänge absolvierte, fühlt er sich fit wie ein Turnschuh.

Was waren bislang die schönsten Erlebnisse? „Zu 99 Prozent war alles astrein“, so die Tollität. „Was uns aber immer wieder auffällt: Wenn wir überraschend auftauchen, zum Beispiel bei privaten Geburtstagsfeiern, ist die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen unbeschreiblich. Man könnte fast meinen, sie begegneten gerade dem Papst höchstpersönlich.“ Neben „AZ“-Besuch, Frühstückseinladung und Wurfmaterialspende stehen an diesem Tag im Prinzenleben noch drei Abendtermine im Kalender. Dazwischen noch Zeit für einen Dank an die größten Unterstützer, die Andy gerne namentlich aufzählt: „Sparkasse, Volksbank, Dekra und Handelshof haben dicke Batzen beigesteuert!“

Mike ist der erste von uns, der aufsteht, und der letzte von uns, der ins Bett geht.

Stadtprinz Andy I. (Lerley)
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