St.-Franziskus-Hospital
Nazar kann gesund nach Hause zurück

Ahlen -

Siebenmal musste der neunjährige Nazar aus Afghanistan im St.-Franziskus-Hospital operiert werden, bis er wieder mit Gehhilfen laufen konnte. Der Junge war schon im Februar 2017 über das Friedensdorf Oberhausen an die Ahlener Kinderklinik gekommen.

Montag, 19.02.2018, 05:02 Uhr

Bedanken sich für die Unterstützung: Pater Hermann-Joseph Schwerbrock, Dr. Tobias Krohn, Nazar, Stationshilfe Ursula Bussemas und Dr. Hubertus Rustige.
Bedanken sich für die Unterstützung: Pater Hermann-Joseph Schwerbrock, Dr. Tobias Krohn, Nazar, Stationshilfe Ursula Bussemas und Dr. Hubertus Rustige. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Mehr als 50 Jahre hilft das Friedensdorf in Oberhausen dabei, verletzte Kinder aus Krisengebieten wie Angola, Armenien, Syrien oder auch Afghanistan für eine Behandlung nach Deutschland zu bringen. Unter ihnen war auch der heute zehnjährige Nazar aus Kabul, der in der Kinderklinik des St.-Franziskus-Hospitals siebenmal operiert wurde. „Nazar kam im Februar 2017 mit einer schweren Infektion an seinem Bein zu uns und sein Unterschenkel war zerstört“, so Dr. med. Hubertus Rustige , Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Seitdem wurden bei Nazar sieben Operationen durchgeführt, um das Bein zu retten. Insgesamt fehlten 13 Zentimeter an Knochensubstanz und mit einem Kunstgriff wurde das Schienbein wiederhergestellt. Über einen Fixateur mit Transportmechanismus konnte dabei beim Schienbein Millimeter für Millimeter der Knochen fußwärts transportiert werden. Hinter dem transportierten Knochen wuchs neuer Knochen heran, bis das Schienbein wiederhergestellt war.

Im Januar wurde der Fixateur entfernt. Nazar kann sich mit Krücken fortbewegen und den Fuß langsam belasten. Da die medizinische Versorgung abgeschlossen ist, kehrt der Junge nun wieder ins Friedensdorf zurück, wo er zusammen mit anderen afghanischen Kindern in einer Gruppe lebt. „Der neu entstandene Knochen muss jetzt noch weiter reifen und tragfähig werden, bis Nazar wieder zu seiner Familie zurückkehren kann“, erläuterte Dr. Rustige.

Nazar versteht und spricht mittlerweile einige deutsche Worte. Er träumt davon, bald wieder Fußball spielen zu können. Einen direkten Kontakt zu den Eltern gibt es nicht, sie haben das Kind mit einem Vertrauensvorschuss in die Hände der Helfenden gelegt.

Die Kosten für die Behandlung werden hälftig vom St.-Franziskus-Hospital und mit Hilfe von Spendengeldern der Aktion Benjamin getragen. Die Aktion Benjamin ist kein Verein. Pater Hermann-Joseph Schwerbrock, Dr. Hubertus Rustige und Dr. Tobias Krohn halten Kontakt zum Friedensdorf Oberhausen und übernehmen jedes Jahr ein bis drei Kinder zur Behandlung. Jede Spende wird dabei zu 100 Prozent für die Kinder eingesetzt. Dabei ist es den Akteuren wichtig, die Mädchen und Jungen kompetent zu behandeln, aber auch psychosozial zu betreuen. Sie sollen sich nicht entfremden und sich später leicht wieder in ihrem Heimatland zurechtfinden. Deshalb leben diese Kinder im Friedensdorf Oberhausen in ihren Landesgruppen, um in ihrer Muttersprache und ihren Landesbräuchen zu bleiben.

Noch im Februar wird ein neunjähriges afghanisches Mädchen ins St.-Franziskus-Hospital kommen, das ein ähnliches Krankheitsbild hat. „Wenn Sie die Aktion unterstützen wollen, freuen wir uns über jede noch so kleine Spende“, sagt Dr. Rustige. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch erteilt.

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Spendenkonto St. Marien, Stichwort „Aktion Benjamin“, IBAN DE51 412 625 010 100 102 100, BIC GENODEM1AHL, Volksbank Ahlen

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