Ahlens „Berliner Park“
Experiment Eisbahn: Es läuft!

Ahlen -

Zwei Nächte könnte es dauern, ehe die Eisbahn im „Berliner Park“ tragfähig ist. So weit der Stand am Freitagmorgen. Da zeichnet sich auf noch hauchdünner Eisschicht ab: Das Experiment schlägt an.

Freitag, 23.02.2018, 20:02 Uhr

Läuft! Feuerwehrmann Edward Fujcik flutet ein weiteres Mal.
Läuft! Feuerwehrmann Edward Fujcik flutet ein weiteres Mal. Foto: Ulrich Gösmann

Ist das Wasser über Nacht zu halten? Die zentrale Frage, die über den Erfolg des Experiments Eislaufbahn im „Berliner Park“ entscheidet und ihre Initiatoren am Donnerstagabend noch offen mit ins Bett nehmen, beantwortet die Natur über Nacht: „Das Wasser ist nicht komplett versickert. Es hat sich ein Eisspiegel gebildet“, freut sich Thomas Schliewe . Der Betriebsleiter des benachbarten Parkbads zeigt sich am frühen Freitag optimistisch: „Es sieht gut aus.“

Wir wollen den Morgen- und den Abendfrost mitnehmen.

Jens Schüsseler

Findet auch Feuerwehrmann Edward Fujcik. Der rollt die Schläuche am Morgen ein zweites und keineswegs letztes Mal aus, um weiteres Wasser (800 Liter pro Minute, spendiert von den Stadtwerken) für eineinhalb Stunden auf die angefrorene Wiese zwischen Dolberger Straße und Parkbad zu schicken. „Wir wollen den Morgen- und den Abendfrost mitnehmen“, erklärt Kollege und Löschzugführer Jens Schüsseler das Schicht-Prinzip – und auch das Problem: „Wir können immer nur dünn auftragen. Mehr schafft der Frost noch nicht.“

Ideale Kältevoraussetzungen

Noch, wohlgemerkt. Die Wetterprognosen spielen dem Projekt zu. Minus neun, vielleicht auch zehn Grad Kälte sind für die nächste Nacht gemeldet. Ideale Voraussetzungen also, die vor einigen Jahren gefehlt hätten, als Ähnliches versucht worden, aber fehlgeschlagen sei. Ja weil da richtiger Frost gefehlt habe. Der steht jetzt aber stabil bis weit in die nächste Woche neben einer strahlenden Sonne auf der Wetterkarte. Wie viele Schichten die Mulde braucht, um eine trag- und fahrfähige Natureisbahn zu präsentieren, ist derweil noch offen. Am Sonntag, so die Hoffnungen, könnte es vielleicht schon was werden.

Schon hart? Bäderleiter Thomas Schliewe checkt den Gefrierfortschritt.

Schon hart? Bäderleiter Thomas Schliewe checkt den Gefrierfortschritt. Foto: Ulrich Gösmann

Darauf stellt sich auch Martina Hylsky ein. Die Bistrowirtin aus der Parkbad-Lounge geht mit verstärkter Mannschaft und erweiterter Speisekarte in den Eistag: Ganz oben gelistet: Heißgetränke wie Glühwein, Eierpunsch oder heiße Schokolade. „Wir zaubern da noch schön was rein“, lacht sie und findet die Idee draußen vor ihrer Tür „super.“ Die Stadt hat bereits zu ihr ins Bistro ausgeschildert – und auch den Hinweis an die Wiese gebracht: „Betreten der Eisfläche auf eigene Gefahr.“

Die Stadt warnt schon mal...

Die Stadt warnt schon mal... Foto: Ulrich Gösmann

Thomas Schliewe sieht derweil das Eis wachsen. „An den Seiten zieht es an und zieht nach hinten runter. Ich bin mal gespannt.“ Spannung, die die Fläche erst noch aufbauen muss. Die Finger tasten über frisch zugeflutetes Wasser, das schon träge reagiert. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ kommt der Betriebsleiter noch einmal aufs Konzept zu sprechen, das doch bei der Überplanung des „Berliner Parks“ Bestandteil gewesen sei. Man müsse es nur ausprobieren. Dass an diesem Freitag parallel in Karlsruhe das erste Freibad im Lande in die neue Saison startet, entlockt ihm nur ein müdes Lächeln. Und den Hinweis auf 28 Grad Wassertemperatur – draußen!

Die Stadt Ahlen wird die Entwicklungen auf ihrer Experimentierfläche weiter im Blick behalten und zu gegebener Zeit Strohballen rund um die Bahn postieren, sobald sie in Form ist. Danach heißt‘s: untergeschnallt und rauf aufs Eis. . .

Schöne Aussichten...

Schöne Aussichten... Foto: Thomas Schliewe

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5546248?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Kleine Pflaster gegen die Wohnungsnot
 Keine Wohnungen: Studenten beziehen Zelte vor dem SchlossSo ein Aufenthalt im Zelt macht Spaß – solange man nicht dauerhaft darin wohnen muss.
Nachrichten-Ticker