Turnhalle an der Barbaraschule
CDU Süd-Ost fordert Neubau

Ahlen -

Während Stadt und Denkmalbehörde ausloten, wie Schulsport und Denkmalschutz an der Barbaraschule zu kombinieren sind, prescht die CDU Süd-Ost vor – und fordert einen Neubau.

Dienstag, 13.03.2018, 12:03 Uhr

Die Turnhalle der Barbaraschule steht unter Denkmalschutz. Nach Ansicht der Stadt ist sie sanierungsfähig, wozu nun Konzepte erarbeitet werden. Doch die CDU Süd-Ost prescht vor – und vertritt bereits jetzt die Auffassung, dass ein Neubau alternativlos ist, weil hier nach einer Sanierung kein moderner Schulsport möglich sei. Doch in dieser Sache gibt es innerhalb der Partei unterschiedliche Ansichten.
Die Turnhalle der Barbaraschule steht unter Denkmalschutz. Nach Ansicht der Stadt ist sie sanierungsfähig, wozu nun Konzepte erarbeitet werden. Doch die CDU Süd-Ost prescht vor – und vertritt bereits jetzt die Auffassung, dass ein Neubau alternativlos ist, weil hier nach einer Sanierung kein moderner Schulsport möglich sei. Doch in dieser Sache gibt es innerhalb der Partei unterschiedliche Ansichten. Foto: Christian Wolff

Das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) und die Untere Denkmalbehörde halten die marode Turnhalle der Barbaraschule für sanierungsfähig. Die CDU Süd-Ost hingegen nicht. Während in der Verwaltung versucht wird, Denkmalschutz und Schulsport-Anforderungen unter einen Hut zu bringen, hat sich die Ortsunion bereits festgelegt.

Klarer Fall von Vorpreschen ohne Absprache: Der am Montagnachmittag im Schul- und Kulturausschuss von der CDU selbst geäußerte Vorschlag, dass sich die Verwaltung in dieser Sache zur Konzeptfindung mit der Politik an einen Tisch setzt, um Lösungen für die Probleme zwischen Schimmelbildung und Raumzuschnitt (die „AZ“ berichtete mehrfach) zu erörtern, scheint nun von der eigenen Partei torpediert zu werden.

Für die CDU Süd-Ost sind die Würfel nämlich schon gefallen, wie Pressesprecher Jochen Dornseifer am Dienstagmorgen in einer Pressemitteilung verkündet: Die Ortsunion spricht sich darin klar für einen Neubau der Turnhalle aus. „Sollte es keine Drittmittel geben, müsste die Investition des Neubaus eben durch städtische Mittel vorfinanziert werden“, so Dornseifer. Seiner Meinung nach sei auch nach einer Sanierung „kein guter Schulsport in der Halle möglich“. Somit gebe es keine Alternative zu einem Neubau.

Eine gänzlich andere Auffassung vertritt die städtische Denkmalfachfrau Nicole Wittkemper-Peilert. „Schimmelbildung hat etwas mit der Bauphysik zu tun. Das heißt, wir müssen die Be- und Entlüftung der Halle prüfen“, sagte sie auf eine konkrete Anfrage von Tanja Lehmann (CDU) im Fachausschuss. „Hinzu kommen energetische Fragen.“ Man könne nicht einfach eine Wärmedämmung vor die Fassade kleben. „Wir haben uns das Gebäude vor einigen Tagen schon einmal etwas genauer angeschaut“, verriet sie. Das sei eine „erste Orientierung“ gewesen, auf der nun ein Konzept aufgebaut werden müsse. Und das brauche eben eine gewisse Zeit.

Die 1929 im expressionistischen Stil errichtete Turnhalle sei zweifellos ein schwieriges Gebäude, gestand Wittkemper-Peilert ein. „Man kann dort sicherlich nicht alle Sportarten unterbringen.“ Aber eine Sanierung sei ihres Erachtens eben nicht unmöglich.

Alfred Thiemann (BMA) überzeugten die Angaben indes nicht: „Denkmalschutz ist ja kein Selbstzweck. Bei der Turnhalle wird dieser Grundsatz nicht eingehalten.“ Er könne sich viel besser einen Neubau in der alten Hülle als Kompromiss vorstellen. Petra Pähler-Paul (Grüne) ging das etwas zu weit: „Wir wollen hier nicht Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit gegeneinander ausspielen.“ Sie halte Abstimmungsgespräche über die Nutzungsmöglichkeiten für sinnvoll.

Nicole Wittkemper-Peilert bat um Geduld, dass jetzt erst einmal genau geschaut werde, wo es Probleme gibt und wie diese jeweils abzustellen sind. Erhard Richard (CDU) wünschte sich dazu eine bessere Kommunikation zwischen den Fachausschüssen. Wie Tanja Lehmann zuvor skizziert hatte, wusste der Sportausschuss beispielsweise gar nicht, ob die Turnhalle überhaupt unter Denkmalschutz stehe.

Der Pressesprecher der CDU Süd-Ost, der an dem Ortstermin mit dem Sportausschuss teilgenommen hatte, äußerte sich am Dienstag noch immer entsetzt über den Hallenzustand und erwähnt den Denkmalschutz mit keiner Silbe. „Kabel aus den Wänden und Mobiliar, das besser im Museum aufgehoben wäre“, sind nur einige Kritikpunkte, die Jochen Dornseifer in seiner Mitteilung auflistet. „Die CDU Süd-Ost wird die Ratsfraktion bitten, die Verwaltung aufzufordern, die Luft in der Sporthalle auf Schadstoffe zu untersuchen. Wir wollen nicht das Risiko eingehen, dass durch Schimmelbildung die Raumluft in der Halle belastet ist. Wir müssen es unseren Kindern ermöglichen, die bestmöglichen Gegebenheiten zu haben.“

Schimmelbildung hat etwas mit der Bauphysik zu tun.

Nicole Wittkemper-Peilert
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