Projekt 2030 am Standort
Kaldewei plant Zukunft in Ahlen

Ahlen -

Mit dem Projekt „Werksplanung 2030“ setzt das Ahlener Unternehmen Kaldewei langfristig auf den Standort Ahlen --mit erheblichen Investitionen und Modernisierungen.

Samstag, 17.03.2018, 05:03 Uhr

Leerstand auf Zeit: Das ehemalige „Electroplus“-Gebäude und das Nachbarhaus werden in der „Werksplanung 2030“ überplant. Hier soll ein neuer Bürotrakt entstehen.
Leerstand auf Zeit: Das ehemalige „Electroplus“-Gebäude und das Nachbarhaus werden in der „Werksplanung 2030“ überplant. Hier soll ein neuer Bürotrakt entstehen. Foto: Ulrich Gösmann

Voluminöse Logistikhallen, die im Dreierpack 22 Meter in die Höhe ragen: Sichtbarer kann ein weiteres Bekenntnis zum Standort Ahlen kaum sein. Fanden die Mitglieder des Stadtplanungs- und Bauausschusses – und ließen sich am Donnerstagnachmittag in ihrer Sitzung von der langfristig angelegten „Werksplanung 2030“ der Firma Kaldewei begeistern. Um den traditionsreichen Produktionsstandort erweitern und modernisieren zu können, bedarf es zunächst einer Änderung des Bebauungsplans Nr. 38 Werkstraße. Die Zustimmung zum Aufstellungsbeschluss und zur öffentlichen Beteiligung – reine Formsache. Denn: Wenn Kaldewei baue, werde es „ganz toll“ und „hochwertig“, hieß es im Ausschuss.

Wie groß der Global Player kann, hat er mit seinem Logistikriesen an der Bergstraße gezeigt. Lagereinheiten ähnlicher Höhe sollen jetzt auch im Kern des zehn Hektar großen Änderungsbereichs entstehen. Dafür werden alte und nicht mehr zeitgemäße Hallensubstanzen aus der Leifeld-Ära weichen. Mit im Zukunftskonzept integriert: eine Überplanung der Leerstände an der Beckumer Straße mit „Electroplus“ und Wohnhaus.

Zeitgemäße und zukunftsweisende Entwicklungen lässt der aktuelle B-Plan nicht zu. „Ein ganz altes Schätzchen aus dem Jahr 1977“, informierte Stadtplaner Markus Gantefort – und erläuterte die beiden Bremsbereiche Bauhöhe und Baumassenzahl.

Kaldewei setzt auf den Standort Ahlen.

Kaldewei setzt auf den Standort Ahlen. Foto: Ulrich Gösmann

Im Kernbereich ist aktuell eine maximale Gebäudehöhe von 12,5 Metern festgesetzt, künftig sollen es 22 sein. Städtebaulich vertretbar und wirtschaftlich notwendig, findet die Stadt. In den Randbereichen soll es bei 10,50 Metern bleiben. Gantefort mit Blick auf die Ostbredenstraße und ihre vorgelagerte Wohnbebauung: „Zu den Nachbarn wollen wir einen möglichst großen Abstand halten. Das ist gewährleistet.“ Abstände, die größer seien, als die Bauordnung vorschreibe. Trotz höherer Hallen sei durch den Wegfall von Altsubstanzen eine bessere Besonnung zu erwarten.

Zu den Nachbarn wollen wir einen möglichst großen Abstand halten.

Markus Gantefort

Entlang der Beckumer Straße sehen die Pläne neue Büroeinheiten vor: Auf der grünen Wiese ein Verwaltungsgebäude, an Stelle der Leerstände („Electroplus“ und Wohnhaus) eine Kombination aus vorgelagertem Bürotrakt und rückseitigem Hallenkonstrukt. Eine Entwicklung, die auf viele Jahre angelegt sei, so der Leiter der Stadtplanungsabteilung. Die erste Logistikhalle könnte vielleicht schon im nächsten Jahr realisiert werden.

Blick auf die drei Logistikhallen.

Blick auf die drei Logistikhallen. Foto: Ulrich Gösmann

Neben der Bauhöhe soll auch die Baumassenzahl hochgesetzt werden – von 7 auf 10. Der Wert gibt an, wie viel Kubikmeter Baumasse je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig ist. „Gleicher Betrieb wird intensiver betrieben“, so Gantefort. Die Maßeinheit 10 sei seit dem Jahr 1990 Gesetz.

Ahlen kann glücklich sein, wenn Kaldewei baut. Es wird immer hochwertig.

Heinrich Artmann

Beifall im Ausschuss: „Überaus positiv, dass Kaldewei weiter auf den Standort Ahlen setzt“, fand Thomas Kozler (SPD). Gestalterisch werde das Unternehmen sicherlich ganz tolle Sachen entwickeln. Heinrich Artmann (FWG) schloss sich an: „Ahlen kann glücklich sein, wenn Kaldewei baut. Es war immer hochwertig.“ Für die CDU formulierte Erhard Richard ein Credo, die Entwicklung positiv zu begleiten.

Martina Maury (BMA) hinterfragte mit dem Hinweis, selbst Architektin zu sein, Höhenschnitte – und fing sich eine Watsche von Uwe Maschelski (SPD) ein. „Wir sollten das hier nicht zerreden.“ Maury erregt: „Hier wird nix zerredet!“

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