Dolberg: Bürgergespräch Asyl
Hat diese Unterkunft noch eine Zukunft?

Dolberg -

Sachlich verlief das Bürgergespräch Asyl in Dolberg. Politik und Bürger formulierten die Frage: Hat die Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg überhaupt noch eine Zukunft?

Sonntag, 18.03.2018, 14:03 Uhr

Im Fokus des Bürgergesprächs in Dolberg: die Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg. Politik und Bürger stellten ihre Zukunftstauglichkeit in diesem Zustand und an diesem Standort in Frage.
Im Fokus des Bürgergesprächs in Dolberg: die Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg. Politik und Bürger stellten ihre Zukunftstauglichkeit in diesem Zustand und an diesem Standort in Frage. Foto: Ulrich Gösmann

Aufatmen auf allen Seiten nach dem Bürgergespräch zum Thema Asyl in der Lambertischule. Bürgermeister Dr. Alexander Berger war als Diskussionsleiter erleichtert, weil das emotionale Thema ausgesprochen sachlich diskutiert wurde. Auf der anderen Seite waren die Einwohner Ost-Dolbergs als Nachbarn der Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg froh, nach ihrem Empfinden endlich Gehör bei Verwaltung und Politik gefunden zu haben. Überraschend das Ergebnis: Politik und Bürger waren sich einig, dass Unterkunft und Standort nicht mehr zeitgemäß sind. Verbunden mit der Frage: Hat die Unterkunft in Ost-Dolberg noch eine Zukunft?

Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit nicht mit einem großen Flüchtlingsstrom zu rechnen ist.

Thomas Schürmeyer

Ein Informationsblock seitens der Verwaltung und der Polizei führte zunächst in das Thema ein. Darin fand der Bürgermeister, dass die Flüchtlingssituation in der Stadt seit 2015 gut bewältigt worden sei. Thomas Schürmeyer aus dem Fachbereich Soziales gab anhand von Datenmaterial eine Übersicht über die Flüchtlingssituation wieder. So leben in der Gemeinschaftsunterkunft zurzeit 109 Flüchtlinge, von denen 55 bis Ende Mai eine eigene Wohnung beziehen werden. „Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit nicht mit einem großen Flüchtlingsstrom zu rechnen ist“, sieht er einen Ansatz, die Belegungszahl in Ost-Dolberg zu senken.

Aus polizeilicher Sicht ist die Situation dort im Vergleich unauffällig.

Uwe Alteheld

Ahlens Polizei-Dienststellenleiter Uwe Alteheld bekräftigte, man habe alle Unterkünfte im Blick. Den Vorfall im November 2016 in Ost-Dolberg sah er als Einzelfall, der isoliert betrachtet werden müsse. „Aus polizeilicher Sicht ist die Situation dort im Vergleich unauffällig“. Natürlich gebe es Streitereien, aber das bleibe bei dem engen Miteinander in der Unterkunft nicht aus: „Für uns ist das im Ganzen eine gute Situation, auch wenn Sie das gefühlt anders wahrnehmen.“ Auch mit dem Einrichtungsleiter Daniel Höckelmann habe die Polizei gute Erfahrungen gemacht.

Polizei-Dienststellenleiter Uwe Alteheld, Thomas Schürmeyer, Ursula Woltering und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v. l.) schilderten die Flüchtlingssituation in Ahlen aus ihrer Sicht.

Polizei-Dienststellenleiter Uwe Alteheld, Thomas Schürmeyer, Ursula Woltering und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v. l.) schilderten die Flüchtlingssituation in Ahlen aus ihrer Sicht. Foto: Ralf Steinhorst

„Ich habe eine schlagfertige Truppe“, lobte Daniel Höckelmann sein Team, das sehr engagiert sei und neue Ideen auf den Weg bringen wolle. Er beschrieb die Aufgabe der Gemeinschaftsunterkunft dahingehend, dass sie als erste Anlaufstation in Ahlen die Flüchtlinge in Workshops auf das Leben in Deutschland vorbereite. Wer in eine Wohnung umziehen möchte, müsse diese nachweislich alle durchlaufen haben. Die derzeitige durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Flüchtlings in der Unterkunft beträgt 4,8 Monate.

Bürgermeister Dr. Berger will die Situation in Ost-Dolberg auch dadurch entlasten, dass das „Haus am Park“ an der Parkstraße endlich aktiviert werden soll. Zudem soll noch vor dem Sommer ein weiteres Bürgergespräch folgen.  

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