Vier Jahre Gestaltungsbeirat
Vieles sähe im Stadtbild anders aus

Ahlen -

Der Gestaltungsbeirat der Stadt Ahlen hat in vier Jahren 17 Bauprojekte begleitet, die ohne sein Mitwirken heute oder in naher Zukunft anders aussehen würden.

Sonntag, 18.03.2018, 20:03 Uhr

Der Winkelmann-Wohnpark: Für den Gestaltungsbeirat eines der gelungensten Projekte der vergangenen vier Jahre. Die Planer seien hier hervorragend mit der Fläche umgegangen.
Der Winkelmann-Wohnpark: Für den Gestaltungsbeirat eines der gelungensten Projekte der vergangenen vier Jahre. Die Planer seien hier hervorragend mit der Fläche umgegangen. Foto: Ulrich Gösmann

Der Wohnpark Winkelmann – eines ihrer Highlights. Es habe in der Runde sogar Applaus gegeben, geriet Susanne Schamp kurz ins Schwärmen, um dann sachlich-nüchtern zum nächsten Projekt überzugehen. 17 davon begleitete der Gestaltungsbeirat im Auftrag der Stadt Ahlen durch die Jahre 2014 bis 2017. Lob für ihre Arbeit nahm die Architektin mit aus dem Stadtplanungs- und Bauausschuss. Und eine Ermunterung, die ihr Ausschussvorsitzender Frank Viehfeger mit einem Gruß ans Gremium mit auf den Weg gab: „Machen Sie weiter so!“

17 Projekte, von denen fünf mehr als eine Beratung durchliefen: Der Gestaltungsbeirat sah sich als kompetenter und engagierter Begleiter der Verwaltung. „Wir sind externe Stadtplaner“, stellte Schamp, die ein Architekturbüro für Städtebau in Dortmund betreibt, klar. Der Beirat sei frei von persönlichem Interesse, der Blick einzig auf das Stadtbildprägende ausgerichtet.

Bauprojekt Im Kühl: Kleine Parzellen bringen Luft in einen engen Raum.

Bauprojekt Im Kühl: Kleine Parzellen bringen Luft in einen engen Raum. Foto: Ulrich Gösmann

Nicht immer, merkte Susanne Schamp an, sei das Gremium ganz glücklich mit dem Ergebnis gewesen. Insbesondere dann, wenn Entscheidungen im laufenden Bauprozess Gebäude noch einmal verändert hätten. Aber auch das: Ohne ihre Arbeit sähe es an vielen Stellen im Stadtgebiet jetzt und in naher Zukunft anders aus.

Eine buchstäblich runde Begleitung ging der Vier-Jahres-Bilanz gleich vorweg: die Sanierung des markanten „Schlecker“-Baus in der Oststraße. Der Gestaltungsbeirat hätte einige Veränderungen erwirkt; das Ergebnis könne sich wirklich sehen lassen.

Susanne Schamp

Susanne Schamp Foto: gös

Im Winkelmann-Wohnpark seien die Planer „hervorragend mit der Fläche umgegangen.“ Der Verkehr sei in einer Tiefgarage verschwunden, der dank großer Lichtkuppeln kein Angstraum sei. Schamp: „Da haben wir sogar applaudiert.“

Die Seniorenresidenz am Domizil – an einer nicht ganz einfachen Stelle gut umgesetzt. Ruhig, schön und angemessen auch das, was adäquat an der Paul-Gerhardt-Kirche noch entstehe. Ambitioniert die Planungen, die die Hansastraße am Kreisel wohnlicher machen soll. Das Projekt am ehemaligen Standort Kettelerhaus habe den Beirat – wie auch andere – mehr als nur einmal beschäftigt.

Wir haben den Eindruck, dass unsere Arbeit sehr gut angenommen wird.

Susanne Schamp

Ohne den Gestaltungsbeirat ginge von dem „Haus der Gesundheit“ am Lütkeweg demnächst eine andere Wirkung aus. In ersten Entwürfen großflächig verglast, sei der Em­pfehlung, die Ecke ruhiger zu formulieren, gefolgt worden. In den „Edeka“-Planungen an der Warendorfer Straße habe sich der Investor überzeugen lassen, mit dem Gebäude nach vorne zu gehen und nicht mit den Stellplätzen.

Am Wohnprojekt Im Kühl setzte der Beirat auf kleine Parzellen, um den engen Raum nicht unnötig zu belasten. Und auch das Bauvorhaben „Kleine Pferdewiese“ an der Richard-Wagner-Straße begleitete das Gremium beratend. Die Fortsetzung von Reihe und Kette wäre „sehr passend gewesen“. Seitens des Investors habe es zwischenzeitlich aber Änderungen gegeben, durch die die Fläche in der Anordnung von Doppel- und Mehrfamilienhäusern gedreht worden sei. Der Duktus der Bestandssiedlung sei aber übernommen worden.

Oft wird in unserer Nicht-Fachlichkeit gestritten.

Uwe Maschelski

Susanne Schamps Fazit: „Wir haben den Eindruck, dass unsere Arbeit sehr gut angenommen wird.“ Fand auch Uwe Maschelski (SPD) aus dem Stadtplanungs- und Bauausschuss: „Oft wird in unserer Nicht-Fachlichkeit gestritten.“ Durch den Gestaltungsbeirat werde jetzt aber eine gewisse Sachlichkeit vorweggeschickt.

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