Mord am Hellweg
Dobler schreibt Ahlen-Krimi

Ahlen -

Das Krimifestival „Mord am Hellweg“ wirft seine Schatten voraus: Schriftsteller Franz Dobler recherchiert vor Ort für seinen Ahlen-Krimi.

Mittwoch, 21.03.2018, 10:03 Uhr

Franz Dobler (r.) schickt seinen Protagonisten Robert Fallner nach Ahlen – zumindest literarisch. Frank Schlösser und Sina Ziegler begleiten den Schriftsteller bei seinen Recherchen.
Franz Dobler (r.) schickt seinen Protagonisten Robert Fallner nach Ahlen – zumindest literarisch. Frank Schlösser und Sina Ziegler begleiten den Schriftsteller bei seinen Recherchen. Foto: Laura König

Ahlen ist immer für einen Krimi gut. Das erlebte beispielsweise 2014 Osman Engin, der literarisch in „Ahlener Feuchtgebiete“ abtauchte, und 2016 Elisabeth Hermann, die mit „Letzter Ausstieg Ahlen“ den Bahnhof im kriminalistischen Visier hatte. Alles im Dienste des Krimifestivals „Mord am Hellweg“.

In diesem Jahr ist es Schriftsteller Franz Dobler, der den Sprung aus seiner bayerischen Heimat ins „kriminelle“ Westfalen wagt und in Ahlen die Spuren des Verbrechens in Form einer Kurzgeschichte legt. Am Dienstag stellt der 59-Jährige gemeinsam mit Frank Schlösser von der Kulturabteilung und Sina Ziegler vom Festival-Veranstalterteam in Unna die schaurig-schönen Autorenpläne vor.

Wobei natürlich noch nichts über die Geschichte, für die neunte „Mord-am-Hellweg“-Anthologie verraten wird. Außer, dass es Franz Doblers Protagonisten, den Ermittler Robert Fallner, nach Ahlen verschlägt.

Franz Dobler ist Schriftsteller und Journalist, 1991 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Tollwut“. Sein Krimidebüt „Ein Bulle im Zug“ erschien 2014 – damit betrat Kommissar Robert Fallner die Bühne. In der Fortsetzung „Ein Schlag ins Gesicht“ von 2016 ist Fallner dann „Ex-Kommissar“ und eher detektivisch unterwegs.

Unterwegs wie sein Schöpfer Dobler: Der schaut sich gerade nämlich für zwei Tage zu Recherchezwecken in Ahlen um, war in der Innenstadt und in der Kolonie, besucht noch das Heimatmuseum und den Bergbautraditionsverein. „Denn“, so Dobler, „das Gerüst für die Story habe ich schon im Kopf. Jetzt geht es darum, Sachen von hier einzubauen.“ Welche Sachen, das weiß er zur Zeit des Gesprächs selbst noch nicht.

Sicher, so Dobler, in Zeiten von Google Maps könne man sich alle Orte detailliert im Internet anschauen. Aber das sei einfach nicht dasselbe: „Die Realität ist immer anders als auf Landkarten. Es fühlt sich auch immer anders an. Vor Ort ist durch nichts zu ersetzen.“

Begleitet wird der aus Augsburg angereiste Schriftsteller von Frank Schlösser. Der hatte sich zur Vorbereitung natürlich in die Dobler-Krimis eingelesen und ist zum Fan geworden: „Ich mag den Fallner sehr“, sagt Schlösser über die mit brenzligen Situationen konfrontierte Hauptfigur: „Der ist mir so ans Herz gewachsen, dass ich mir kurz Sorgen um ihn gemacht habe.“

Ob man sich auch bei seinem Fall in Ahlen Sorgen machen muss? Das erfahren die Krimifreunde, wenn Franz Dobler seine fertige Geschichte hier vorstellt. Start von „Mord am Hellweg IX“ ist am 15. September, dann wird auch die Anthologie mit allen Kurzkrimis auf den Markt kommen. Ihr Titel diesmal: „Henkers.Mahl.Zeit“. „Das gibt den Autoren einen gewissen Rahmen vor“, schmunzelt Sina Ziegler vom Festivalteam, ein Krimi-Kochbuch sei aber nicht zu erwarten. Auf www.mord-am-hellweg.de werden sukzessive die einzelnen Termine für Lesungen eingestellt, sobald sie feststehen. Es lohne sich also, so Sina Ziegler, immer mal wieder einen Blick darauf zu werfen.

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