„Crash-Kurs NRW“ am Berufskolleg
Unfallberichte bestechen durch Authentizität

Ahlen -

Es gibt keine Unverwundbarkeit. Das ist eine der Kernaussagen, die rund 120 Schüler des Berufskollegs Im Pattenmeicheln am Dienstag aus dem „Crash-Kurs NRW“ mit nach Hause nahmen. Sie erfuhren dort eindringliche Details über Unfälle und ihre Folgen.

Mittwoch, 21.03.2018, 14:03 Uhr

Menschen, die in der Rettungskette zentrale Aufgaben übernehmen, berichten im „Crash-Kurs NRW" im Berufskolleg Im Pattenmeicheln von schlimmen Unfällen
Menschen, die in der Rettungskette zentrale Aufgaben übernehmen, berichten im „Crash-Kurs NRW" im Berufskolleg Im Pattenmeicheln von schlimmen Unfällen Foto: Peter Schniederjürgen

Auf Schocktherapie setzt der „Crash-Kurs NRW“, bei dem erschütternde Erlebnisse junge Auto- und Motorradfahrer zum aufmerksamen und rücksichtsvollen Fahren anleiten sollen. Dazu hat die Gruppe „Verkehrsunfallprävention und Opferschutz“ der Kreispolizei am Dienstag rund 120 Schüler zwischen 16 und 23 Jahren im Foyer des Berufskollegs Im Pattenmeicheln versammelt.

„Wir stellen dabei die Rettungskette vor, die sich bei einer Unfallmeldung abrollt“, erklärt Hauptkommissar Richard Rauer das Vorgehen. Doch das beschreibt den rund einstündigen Vortrag nur oberflächlich. Denn die Glieder dieser Rettungskette berichten dabei von ihren Einsätzen und Erfahrungen. Die enden meist nicht sehr schön.

Was beispielsweise Notarzt Frank Beckmann zu sehen bekommt oder die Polizeibeamten, die meist als erste am Unfallort sind, ist nicht selten sehr schockierend. „Wir wollen damit einfach auf die Gefahren hinweisen, die gerade jungen Fahrern durch die Mischung aus Selbstüberschätzung und mangelnder Erfahrung zusammen mit oft großen PS-Zahlen drohen“, sagt der Hauptkommissar. So kommt in diesem Präventionskonzept auch immer ein Opfer eines meist schrecklichen Unfalls zu Wort.

Die Berichte der am Unfall Beteiligten bestechen durch ihre bedrückende und auch beängstigende Authentizität. Sie kommen von praktisch Gleichaltrigen und finden daher ganz anderen Eingang in die Gemüter der Zuhörer. Doch auch die Berichte der anderen Beteiligten – von Polizei, Rettungsdienst und auch der Notfallseelsorge – bewirken meist ein Überlegen. „Das ist es, was wir erreichen wollen. Die Schüler sollen nachdenken und verstehen, dass es keine Unverwundbarkeit gibt“, macht Richard Rauer klar.

Wir stellen dabei die Rettungskette vor, die sich bei einer Unfallmeldung abrollt.

Hauptkommissar Richard Rauer
Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5607832?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Schnelle Reaktion ist überlebenswichtig
Westfalens erster Pedelec-Simulator ist in Münster im Einsatz (v.l.): Christoph Becker (Verkehrswacht), Frank Dusny (Brillux), Polizeipräsident Hajo Kuhlisch und Oberbürgermeister Markus Lewe.
Nachrichten-Ticker