Chinesischer Nationalzirkus
Ein Hotel voller Poesie

Ahlen -

Der chinesische Nationalzirkus hatte am Mittwochabend eine sehr poetische Programmversion mit viel Choreographie mit in die Stadthalle gebracht. Das Programm „The Grand Hongkong Hotel“ glänzte mit wahrlich akrobatischen Glanzstücken und einem leicht-seichten Unterhaltungswert.

Freitag, 23.03.2018, 12:03 Uhr

Der eine kann mit Steingut jonglieren, die andere besticht durch eine unglaubliche Biegsamkeit: Die Artisten im Chinesischen Nationalzirkus verdienten sich immer wieder Szenenapplaus.
Der eine kann mit Steingut jonglieren, die andere besticht durch eine unglaubliche Biegsamkeit: Die Artisten im Chinesischen Nationalzirkus verdienten sich immer wieder Szenenapplaus. Foto: Reinhard Baldauf

Außerdem fanden sich zahlreiche clowneske Elemente in der Show. Das Geschehen in einem Hotel ist der rote Faden dieser neuen Produktion. Ein Grand Hotel aus der viktorianischen Zeit, in dem sich Menschen aus allen Ländern rund um den Globus treffen, bildete daher den Hintergrund. Bevor die circensische Show startete, erhielt das Publikum eine kurze, aber interessante Einführung in die Geschichte von Hongkong.

Stets mit einem Lächeln im Gesicht präsentierten die Artisten ihre Nummern. Absolute Körperbeherrschung zeigte sich bei jedem Kunststück. Die Gelenkigkeit der Artistinnen sorgte am Mittwochabend immer wieder für Szenenapplaus. Jonglage, Diabolos und Schirme sowie ein Apfel waren nur ein Teil der Gegenstände, die dabei zum Einsatz kamen.

Immer wieder boten die Darsteller humorvolle Einlagen, wie man sie auch im europäischen Zirkus kennt. Das kam natürlich bei den ganz jungen Besuchern besonders gut an. Die Akteure auf der Bühne liebten es außerdem, mit dem Publikum zu spielen. So wurde die Aktion, den Applaus zu dirigieren, zum running gag.

Dass Handstand nicht gleich Handstand ist, bewiesen die Artisten dem Publikum auf eindrucksvolle Weise: Handstand funktioniert auf speziellen Ständern, auf Gefäßrändern und auf anderen Artisten. Besonders verblüffend war eine Ballett-Nummer, bei der die Tänzerin schließlich auf Zehenspitzen auf den Schultern ihres Partners stand.

Die Schwerkraft schien für die Zirkuskünstler keine Rolle zu spielen. Doch die Sicherheit hatte Vorrang, als eine Akteurin aus sieben Stühlen auf einem Tisch eine Pyramide baute und auf der Spitze balancierte. Ein Sicherungsseil kam zum Einsatz. Aber alles ging gut.

Selbst schwere Steingut-Töpfe flogen durch die Luft, als wenn sie aus Pappe wären. Der Topf stieg mehrfach in die Höhe und wurde mit dem Nacken aufgefangen oder auf der Kante stehend auf dem Kopf balanciert. Dieses Gleichgewichtsgefühl rief stets Erstaunen hervor und wurde mit reichlich Applaus bedacht.

Hongkong ist mittlerweile eine Sonderzone in der Volksrepublik China. Da fehlte eine Reminiszenz an die Volksarmee nicht. Die Uniformen waren allerdings nur leicht angedeutet.

Diese Mischung aus Zirkus und Varieté kam beim Publikum in der Stadthalle gut an. Nach fast zwei Stunden schloss das „Grand Hongkong Hotel“ aber, obwohl so mancher Besucher gerne noch mehr gesehen hätte.

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