Tiefsinniges schönes Theaterstück
Raus in die Langst mit Löwe und Maus

Ahlen -

Löwe und Maus zeigten ihren Zuhörern in der Langst, wie Miteinander funktionieren kann. Was bei Tieren funktioniert, sollte doch auch bei Menschen gehen,oder?

Dienstag, 22.05.2018, 10:05 Uhr

Figurenspielerin Kerstin Röhn mit der kleinen Heldin der Geschichte: Die Maus „Serafine“.
Figurenspielerin Kerstin Röhn mit der kleinen Heldin der Geschichte: Die Maus „Serafine“. Foto: Christian Feischen

Erst bei bestem Wetter über die Langstwiese toben und dann ein bemerkenswertes Theaterstück: Das alles war am Sonntag beim Familiennachmittag „Raus in die Langst“ zu erleben. Und wenn es bei einem für Kinder angelegten Theaterstück auch noch darum geht, dass die vermeintlich „Kleinen“ ganz großen Mut beweisen, dann zieht das Jung und Alt offensichtlich besonders und gleichermaßen in den Bann. Ob sich der französische Schriftsteller Jean de LaFontaine das vor über 300 Jahren hätte vorstellen können, als er die Fabel „Der Löwe und die Maus“ schrieb?

Am Pfingstsonntag faszinierte seine Geschichte jedenfalls nicht nur die jüngsten Zuschauer. Sie folgten gespannt und gemeinsam mit Eltern oder Großeltern der Aufführung des Figurentheaters „Laku Paka“ aus Kassel.

Das rote Spielmobil des Juk-Hauses hatte zuvor mit Schminkaktionen, einer Roll-Rutschbahn, sportlichem Jonglieren oder Frisbee-Scheiben-Werfen zu vielfältigen Aktivitäten eingeladen. Am späteren Nachmittag gab es dann kaum mehr Platz auf den Sitzbänken vor der kleinen Theaterbühne, als es um die zwei Fabel-Figuren im Stück „Serafine und der Löwenkönig“ ging.

Janine Janzon und Yazar Ince vom Juk-Haus-Team führten ins Jonglieren ein.

Janine Janzon und Yazar Ince vom Juk-Haus-Team führten ins Jonglieren ein. Foto: Christian Feischen

Kerstin Röhn vom Theater „Laku Paka“ stellte die in der afrikanischen Steppe angesiedelte Geschichte frei nach LaFontaine, garniert mit musikalischen Einlagen dar. Der Mut der Wüstenmaus Serafine wurde schon gleich zu Anfang deutlich. Die überquerte erst mal eine zerbrechlich wirkende Hängebrücke - eigentlich ein Xylophon, das die Figurenspielerin immer wieder als Begleitinstrument in der Geschichte einsetzte. Das Lied „Ich bin Leo, der Zehnte“ stellte zum Beispiel den etwas verschlafenen, „großen“ Löwenkönig vor, der am Ende mit der kleinen Savannenmaus Serafine eine ungleiche Freundschaft schließt: Sie ist nämlich die einzige, die es wagt, dem königlichen Löwen in einer Notlage zu helfen.

Die Rollrutschbahn war eine Attraktion: So wie für Melinda (11) und Monique (4).

Die Rollrutschbahn war eine Attraktion: So wie für Melinda (11) und Monique (4). Foto: Christian Feischen

Auch mit kleinen Figuren kann man also große Themen umsetzen. Die Aussage der Fabel LaFontaines kam in der „Laku Paka“-Inszenierung indessen nicht allzu belehrend herüber, sondern ergab sich aus dem mit schlichten, aber wirkungsvollen Mitteln arbeitenden Figurenspiel quasi wie von selbst: Aufrichtigkeit, Mut und Hilfsbereitschaft zählen, wurde deutlich. Und das belohnten die Zuschauer am Sonntag in der Langst mit viel Applaus: Ob Maus oder Löwe wie in der Fabel, ob Groß oder Klein wie im wirklichen Leben – der Wille, aufeinander zuzugehen, könnte das Miteinander schließlich ungemein erleichtern.

Das wusste Jean de LaFontaine schon vor über 300 Jahren. Nach viel Spiel und Spaß bei schönstem Pfingstwetter rund um das Spielmobil konnten die zahlreichen „Raus in die Langst“-Besucher auch diese Erkenntnis des Dichters mit nach Hause nehmen.

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