Zeche Westfalen: Nächste Kernsanierung
Jetzt geht‘s ans Pförtnerhaus

Ahlen -

Am Pförtnerhaus kam zu aktiven Zeiten der Zeche Westfalen in Ahlen niemand vorbei. Jetzt wird es kernsaniert. Ein Kraftakt, den Klaus und Christiane Thiesing stemmen wollen. Lokschuppen und Lüfter haben sie schon flott gemacht.

Samstag, 26.05.2018, 06:00 Uhr

Viel Arbeit vor der Brust: Klaus Thiesing im maroden Pförtnerhaus. Auch eine neue Zwischendecke muss rein.
Viel Arbeit vor der Brust: Klaus Thiesing im maroden Pförtnerhaus. Auch eine neue Zwischendecke muss rein. Foto: Ulrich Gösmann

Bröckelnder Putz, eingeschlagene Fenster, tiefe Risse in den Wänden: „Es ist schon ´ne richtige Ruine“, stellt Klaus Thiesing nüchtern fest – gibt sich aber unerschrocken, jetzt auch noch das Pförtnerhaus stemmen zu wollen. Wie‘s geht, haben er und seine Frau Christiane mit ihrem Millionen-Invest im Schatten der Fördertürme unlängst gezeigt. Nach marodem Lokschuppen und Lüfter bringen sie nun das markante Gebäude, an dem zu aktiven Zeiten der „Zeche Westfalen“ niemand vorbeikam, wieder in Schuss.

„Eigentlich ist das ein Dreckloch“, spricht der Geschäftsführer der „Eventa Westfalen“ Klartext, reibt sich den Staub von den Händen und macht einen Zeitsprung nach vorne. In ein, zwei Jahren soll‘s geschafft, der Eingangsbereich zur „Zeche Westfalen“ optisch aufgewertet sein. Die Nutzung: unspektakulär. Ein Lager mit 200 Quadratmeter Stauraum für sein Gastronomie-Trio. Die rechte Zechenseite ist dann lang dran runter – die Fördertürme rausgenommen – das der Thiesings.

Pförtnerhaus Zeche Westfalen

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  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Westfalen wird jetzt kernsaniert. Foto: Ulrich Gösmann

Nur Lager? Warum nicht Kult-Kiosk, wie sie auch anderswo gerade eine Renaissance erleben? Der neue Hausherr lacht. Sei alles mal angedacht gewesen. Vorne auf dem Platz ein Café, von hier die Bewirtung. „Wir machen da hinten aber nicht eine Gastro auf, damit man uns hier unten ein Café vor die Tür setzt.“ Darum hätten sie gleich zugegriffen. Zumal: „Den Stauraum brauchen wir händeringend.“

Der schöne Schein des Dornröschenschlafs, in dem sich das Pförtnerhaus seit Zechenschließung wiegt, täuscht: Drinnen wird seit Monaten gerissen. Zig Tonnen an Dreck seien raus, lässt der Bauherr wissen. Und auch der wilde Hausschwamm. „Eine ganz üble Geschichte. Der hat sich alles, was Holz ist, genommen. Nachher kommt hier keins mehr rein.“

So klar strukturiert das Gebäude mit seinem Betonrunddach von außen auch ist, drinnen geht‘s von einem kleinen Raum in den anderen. Die Türen, die mal waren, hat der neue Eigentümer nicht gezählt. „Endlos“, lacht er. Zechen-Nostalgikern dürften Relikte aus der guten alten Zeit mindestens eine Gänsehaut über die Arme laufen lassen. Die Rollen, über die das große Zechentor lief, sind noch da. Und auch der schmale Schlitz, durch den es im Pförtnerhaus verschwand. Angetrieben von einem Motor, der eine kleine Nische im bröckelnden Mauerwerk besetzt.

Mörder viel Technik damals.

Klaus Thiesing

Mehr Platz brauchte die Telefonanlage oben unter dem Runddach. „Mörder viel Technik damals“, amüsiert sich Thiesing – und schmunzelt auch beim Blick in den Vorraum, in dem die ganze Schalttechnik saß und noch immer sitzt. Heute reiche ein kleiner Schalter.

Das Alte soll erhalten bleiben. Was auch für den dicksten Brocken gilt: den Bunker auf rückwärtiger Seite. „Schön beleuchtet“, kann er später auch besichtigt werden. Die Schießscharte schräg darüber soll aber – acht bis zehn Tonnen schwer – weg. Ebenso der Anbau Richtung Süden, um die Außenstruktur des Pförtnerhauses zu schärfen. Durch den Wegfall des Anhängsels werde Platz geschaffen für ein großes Tor. Das werde dann Haupteingang.

Die Pinnwand, die der vorderen Gebäudeseite noch immer anhaftet, wird nicht ganz ersatzlos verschwinden: Thiesing: „Ein Schaukasten zeigt: „Zeche alt und neu. Wo bin ich hier überhaupt?“

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