Mammutschule beim Maskottchen
Mammutianer haut‘s fast vom Hocker

Ahlen -

Großer Augenblick für kleine Mammutianer: Mammutschüler durften als erste Grundschüler das echte Ahlener Mammut besuchen. Nichts, was in dieser Unterrichtsstunde hätte spannender sein können. Andere Schulen folgen jetzt – und stehen vor dem Heimatmuseum Schlange.

Donnerstag, 14.06.2018, 09:24 Uhr

Begegnung mit dem Mammut, die einige fast vom Hocker haut. Der Zufall will es, dass ausgerechnet die Mammutschüler den Anfang machen. Andere Schulen folgen in den nächsten Wochen. Noch sind nicht alle Termine vergeben.
Begegnung mit dem Mammut, die einige fast vom Hocker haut. Der Zufall will es, dass ausgerechnet die Mammutschüler den Anfang machen. Andere Schulen folgen in den nächsten Wochen. Noch sind nicht alle Termine vergeben. Foto: Ulrich Gösmann

Stühle schleppen und zeitgleich Staunen? Nicht ganz einfach. Doch irgendwann stehen die Stühle – und das Staunen bleibt. 36 Mammutschüler verfallen am Mittwoch kurz nach neun andächtiger Stille. Augen sprechen aus Herzen, mustern das Mammut, das im Original plötzlich vor ihnen steht und leibhaftig wirkt. Ja, es ist das Echte. Hier ein leises „Oooh“, da ein gedämpftes „Poah“. Das muss verdaut werden.

Wandertag in der Mammutschule: Die, die das Urtier in ihrem Schulnamen tragen, sind die ersten, die mit Mammut-Kappe und Mammut-Shirt auf Klassenexpedition gehen. „25 Minuten Fußweg. Kein Problem“, lässt Klassenlehrer Florian Pawlik aus der 3a wissen, der die halbe 3b gleich mitgebracht hat. Zwei weitere Führungen werden an diesem Mittwoch im Stundentakt folgen.

Mammutschüler beim Mammut

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  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Expedition im Heimatmuseum: Mammutschüler beim Ahlener Mammut. Foto: Ulrich Gösmann

Bescherung Anfang Juni? Es fühlt sich so, als die hölzerne Tür des Heimatmuseums langsam öffnet. Ga­briele Moser-Olthoff ruft ein fröhliches „Hallo“ rüber und bittet rein. Zunächst kreist der Mülleimer. „Alle, alle Kaugummis müssen raus“, lässt die Gastgeberin aus der städtischen Kulturabteilung wissen. Dann reckt sie zwei faustgroße Kunststoff-Mammuts in die Höhe. Ob die von Playmobil sind, will einer wissen. Gabriele Moser-Olthoff reagiert mit einer Gegenfrage: Wie sieht das echte Mammut hinter dieser großen Tür wohl aus? So, oder so?“ So, wie das Weiße mit blankem Gerippe, denn: „Wir haben vor über 100 Jahren nur die Knochen gefunden.“ Staunen und Stille. Dann geht‘s rüber.

Jetzt haben wir es uns ausgeliehen.

Gabriele Moser-Olthoff

Kaum durch die Tür, verstummen sämtliche Stimmen schlagartig. Nichts, was in den nächsten Minuten ablenken könnte. „Das ist das echte Ahlener Mammut“, steigert Gabriele Moser-Olthoff den emotionalen Moment. Locker vom Hocker bringt sie den Mammutianern dann den Star der Ausstellung näher. „Wisst Ihr, wo es gefunden wurde?“ „Ja, in Ahlen“, ruft einer, ein anderer liegt knapp daneben: „An unserer alten Schule.“ – „Zack zack“, fährt sie fröhlich fort, seien in nur fünf Tagen die Knochen ausgegraben worden. Aus einer Tongrube, im strömenden Regen. Dann sei das Gerippe als Geschenk ins Geomuseum nach Münster gewandert. „Jetzt haben wir es uns ausgeliehen.“ Die Museumsmitarbeiterin berichtet von Besuchern, die sich gewundert hätten: „Sie haben ja nur die Knochen ausgestellt?“ Die Drittklässler lachen. Wie sollten sich Fell, Fleisch und Muskeln auch so lange ohne konstante Kühlung halten. Gutes Stichwort. Ga­briele Moser-Olthoff blickt nach Sibirien. Dort habe man Mammuts komplett im Eis gefunden. Es sei sogar berichtet worden, dass das Fleisch nach nichts schmecke. Instinktive Reaktion: „Iiiih...“

Nach so viel wissenschaftlichem Exkurs dürfen endlich die brennenden Fragen gestellt werden. Nur – wo anfangen bei den vielen Fingern, die sich in die Höhe strecken?

Warum sind die Beine so lang?

Wurde das Mammut zusammengeklebt? Hatte es einen Rüssel? Warum sind die Beine so lang? Wie groß waren die Mammut-Babys? Und: Waren Mammuts gefährlich? Die Museumsfrau winkt ab. Wissenschaftler hätten den Mageninhalt bei einem Tier genauer untersucht und dabei Pflanzen, Flechten und Moose gefunden. Mammuts seien Vegetarier gewesen – und ganz lieb. Allgemeines Aufatmen!

Führungen im Stundentakt

Dann geht‘s rund – einmal ums Mammut und noch näher ran. Wäre da nicht dieses rote Absperrtau, man könnte. . . Aber nein. Finger weg! Bevor alle den Raum verlassen, bittet Klassenlehrer Florian Pawlik noch zum Einzelfoto mit Mammut. „Tolle Idee“, attestiert Gabriele Moser-Olthoff. Eine Etage höher lässt sie die Schüler dann doch ans Mammut. Ein echter Backenzahn aus dem Museumsbestand darf abgetastet werden. Aber nur kurz, denn die Stunde ist auch schon fast rum – und draußen warten die nächsten Mammutschüler in langer stiller Schlange darauf, reingelassen zu werden. Bilder, die sich um elf Uhr wiederholen. Danach hat‘s auch Gabriele Moser-Olthoff für diesen Mammut-Mittwoch geschafft.

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