50 Jahre Krankenpflegeschule
Gemeinsamkeit von Mensch und Mammut

Ahlen -

Ein begeistertes Wiedersehen gab es für Stefan Hans mit seinen alten Lehrern Elisabeth Altenhüsing und Erich Lange beim 50-jährigen Jubiläum der Zentralen Krankenpflegeschule am Freitag. Die feierte sich mit einem Gottesdienst und einem bunten Programm bis in den Nachmittag. Neben vielen aktuellen und ehemaligen Schülern war auch Prominenz des Trägers – der St.-Franziskus-Stiftung – angereist.

Freitag, 13.07.2018, 20:30 Uhr

Eine Reise durch 50 Jahre Zentrale Krankenpflegeschule in Ahlen: In jedem Raum wurde eine Dekade näher beleuchtet. Für die Gäste und besonders die Ex-Schüler eine interessante Rückschau.
Eine Reise durch 50 Jahre Zentrale Krankenpflegeschule in Ahlen: In jedem Raum wurde eine Dekade näher beleuchtet. Für die Gäste und besonders die Ex-Schüler eine interessante Rückschau. Foto: Peter Schniederjürgen

„Menschen zum Erblühen bringen“, das war die Essenz der Predigt von Pater Hermann-Joseph Schwerbrock, katholischer Krankenhausseelsorger. Er machte deutlich, dass diese Krankenpflegeschule mehr vermittelt als medizinische und pflegerische Kompetenz: „Hier wird auch Lebenswissen weitergegeben“, so der Pater. Das war das Stichwort für seine evangelische Kollegin, Pfarrerin Katrin Naechster. Sie betonte, dass es mehr als die Summe der Jahre ist, was das Jubiläum ausmacht. „Es ist vielmehr der Dank für die Treue zu dieser Berufung“, folgerte die Pfarrerin.

Dirk Siedenhans, Dr. Klaus Goedereis, Winfried Mertens, Anne Solbach, Dr. Alexander Berger und Klaus Ophaus feierten das halbe Jahrhundert der Schule

Dirk Siedenhans, Dr. Klaus Goedereis, Winfried Mertens, Anne Solbach, Dr. Alexander Berger und Klaus Ophaus feierten das halbe Jahrhundert der Schule Foto: Peter Schniederjürgen

Davon sprach auch der Vorstandsvorsitzende der St.-Franziskus-Stiftung, Dr. Klaus Goedereis. Er umriss den Weg des von Mauritzer Franziskanerinnen geführten Krankenhauses zur Gründung der Krankenpflegeschule 1968. „So wie sich diese Schule zum zentralen Schulzentrum mit vielen Zweigen entwickelt hat, so muss es sich auch den Aufgaben der Zukunft stellen“, mahnte der Vorstandsvorsitzende aber auch. Da mache er sich allerdings wenig Sorgen. Als Beispiel führte er die bald beginnenden Teilzeitausbildungsgänge an.

Schulleiter Dirk Siedenhans bedankte sich zuerst bei seinen über 170 Schülern, den festen Ausbilderkollegen und den zahllosen examinierten Kräften, die in der Praxisausbildung bei über zwei Dutzend Kooperationspartnern in allen möglichen Einrichtungen der Region diese hohe Qualität der Ausbildung sichern. „Es geht um mehr als die Vermittlung von Fachkompetenz, hier geht es um die Entwicklung von Persönlichkeit“, sagte der Schulleiter. Dennoch drückte er auch seine Sorge angesichts des 2020 in Kraft tretenden neuen Gesetzes zur Pflegeausbildung aus.

Freudiges Wiedersehen: Stefan Hans aus Beckum (r.) mit Erich Lange und Elisabeth Altenhüsing.

Freudiges Wiedersehen: Stefan Hans aus Beckum (r.) mit Erich Lange und Elisabeth Altenhüsing. Foto: Peter Schniederjürgen

„Die am Menschen orientierte Pflege ist so wichtig wie die richtige Medizin“, stand für Bürgermeister Dr. Alexander Berger außer Frage. Er hob das hohe Niveau der Ausbildung hervor und kritisierte die mangelnde Achtung und Anerkennung dieses ebenso wichtigen wie fordernden Berufes. In Bezug auf das soziale Verhalten des Menschen verwies er auf das Mammut: „Ich denke, es sorgte sich ebenso wie wir Menschen um die Mitglieder der Gruppe. Darum habe ich Ihnen ein Bild unseres Ahlener Mammuts mitgebracht“, überreichte der Stadtchef dem Schulchef ein Bild des ausgestorbenen Rüsseltiers aus Ahlen.

Im Foyer der Schule trafen sich dann Ex-Schüler und Ex-Lehrer. Der Beckumer Stefan Hans freute sich über das Wiedersehen besonders: „Wenn ich heute noch mal vor der Wahl stände, ich würde es genauso machen“, war sich der 60-Jährige sicher. Er arbeitet in der Psychiatrie des St.-Rochus-Hospitals und hat seine Ausbildung 1993 an der Ahlener Schule absolviert.

Ganz so weit ist Lilli noch nicht. Die Dreijährige ist mit ihrer Mama, der Krankenschwester Tina Veit, und „Tante“, Freundin und Kollegin Andrea Bock zur Feier des besonderen Tages in die ehemalige Ausbildungsstelle gekommen.

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