Paul Müller sucht Leidensgenossen
Er sieht Steinkante als Sturzursache

Ahlen -

Lockere Pflastersteine oder unebene Kanten sieht Paul Müller als Ursache: Am 5. Februar stürzte der Sendenhorster in der Ahlener Fußgängerzone und erlitt Verletzungen an beiden Händen und am Knie.

Samstag, 21.07.2018, 15:00 Uhr

Hier endete am 5. Februar sein Einkaufsbummel: Paul Müller deutet auf den Bereich der Pflasterung, auf dem er den Halt verlor. Verantwortlich sind nach Meinung des Sendenhorsters die Unebenheiten und vorstehende Kanten des Blaubasalts.
Hier endete am 5. Februar sein Einkaufsbummel: Paul Müller deutet auf den Bereich der Pflasterung, auf dem er den Halt verlor. Verantwortlich sind nach Meinung des Sendenhorsters die Unebenheiten und vorstehende Kanten des Blaubasalts. Foto: Christian Wolff

Mit gemischten Gefühlen geht Paul Müller heute durch die Fußgängerzone. Nicht wegen der Angebote, die findet der Sendenhorster durchaus attraktiv. Vielmehr verbindet ihn der Gang in die Geschäfte seit bald sechs Monaten mit einem schmerzvollen Erlebnis.

Es war am 5. Februar, als Paul Müller zwischen 12 und 13 Uhr in Ahlen unterwegs war. Auf der mit Blaubasalt gepflasterten Fläche, die an den Standort des einstigen Osttores erinnert, stürzte er. Ein lockerer Stein, eine überstehende Kante – eben eine Unebenheit war es, die ihn aus dem Tritt brachte. „Es war nicht glatt, hatte weder geschneit noch geregnet. Ich weiß nur, dass ich plötzlich am Boden lag. Zum Glück kamen zwei Fußgänger, halfen mir wieder auf die Beine“, sagt er. An der nächsten Hauswand habe er sich erst einmal gesammelt. „Ich war ja doch etwas benommen.“ Zurück blieben neben dem Schreck mehrere Verletzungen an den Händen und am linken Knie.

Mit dem Besuch beim Arzt, der ihn untersuchte und die Wunden behandelte, hätte es der Mann aus der Nachbarstadt bewenden lassen können. Doch ein Umstand machte ihn stutzig: „In der Bäckerei, die sich wenige Meter neben der Stelle befindet, an der ich gestürzt bin, wurde mir von ähnlichen Fällen berichtet.“ Stolperfälle, Stürze – die kämen hier öfter vor. In jüngster Zeit offenbar vermehrt. „Eine ältere Frau soll sogar eine Woche lang im Krankenhaus gelegen haben, erzählte man mir.“

Ein Anruf bei der Stadtverwaltung sollte zumindest dafür sorgen, dass die gefährlichen Stellen beseitigt werden. „Passanten haben auch beobachtet, wie etwas feiner gekleidete Herren die Pflasterung begutachtet haben“, weiß Müller. „Ein paar Tage später waren dann Arbeiter zur Stelle und besserten die Fugen aus. Leider nicht alle.“ So findet der Sendenhorster nach wie vor bis zu zwei Zentimeter tiefe Lücken und Wackelkandidaten, die seiner Meinung nach für Stürze verantwortlich sein könnten.

Eine Art Schadensersatz, sagt Paul Müller, habe man ihm nicht zugesprochen. Die Versicherung der Kommune habe ihm ein „ellenlanges Schreiben“ zugesendet, aus dem hervorgeht, dass es der Stadtverwaltung nicht zumutbar sei, jede Vertiefung oder ausgewaschene Fuge umgehend zu beseitigen. Viele Schäden seien demnach frostbedingt und könnten immer wieder auftreten.

Detail des Pflasterbands.

Detail des Pflasterbands. Foto: Paul Müller

Gerne hätte sich der Gestürzte mit jemandem unterhalten, dem Ähnliches widerfahren ist, doch das ist leichter gesagt als getan: „Aufgrund des Datenschutzes stößt man immer wieder auf taube Ohren.“ Und so blieb Müller nur noch der Weg zur „Ahlener Zeitung“. Drei Inserate, die er in den vergangenen Monaten geschaltet hatte, blieben ohne Resonanz. Nun hofft er, dass sich auf den Bildbericht jemand meldet. Wer sich über die besagte Stolperfalle austauschen will, kann ihn unter der Telefonnummer 0 25 26 / 93 86 36 erreichen.

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