Ahlen

Mo., 18.05.2009

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

„Erzieherinnen keine Sparschweine“

Benedikt Ruhmöller sieht rot: Christine Faust (mit Brille) erneuerte vor dem Bürgermeister die Forderung der Erzieherinnen nach mehr Anerkennung.Foto: (Ulrich Gösmann)
Von Ulrich Gösmann

Ahlen - Zum Streik gehören Aktionen, zum Geburtstag Ständchen. Insofern war der Blitzbesuch der städtischen Erzieherinnen am Montagmorgen rund, als sie am Ende eines weiteren Protestzuges mit 49 roten Nelken das Rathaus ansteuerten, um vor ihrem Chef gemeinschaftlich anzustimmen: „Happy Birthday to you, Erzieherinnen geben keine Ruh. Fordern viel mehr Anerkennung und mehr Geld noch dazu.“ - Zweiter Tag im Streik der 65 Bediensteten an den sechs städtischen Kindertageseinrichtungen, in dem Ahlen im „Verdi“-Bezirk Münsterland eine Vorreiterrolle einnimmt (die „AZ“ berichtete).

„Es muss endlich was geschehen, so kann es nicht weitergehen“, scholl es aus vereinten Kehlen durch das Rathaus-Foyer, um Bürgermeister Benedikt Ruhmöller stellvertretend für die Arbeitgeberseite mit vertrauter Melodie und handgeschriebenen Zeilen ins Gewissen zu singen: „Die Politik hat uns geschafft. Wir sind am Ende der Kraft.“

Das Geburtstagskind zeigte sich gerührt - und verständnisvoll für die Forderungen seinen Kolleginnen. Hinter dem neuen Kindergartenbildungsgesetz (Kibiz) stehe ein ganz klarer Bildungsauftrag. Nun müsse man auch dafür sorgen, dass er mit entsprechenden Qualifikationen und Vergütungen begleitet werde. Die Stadt Ahlen habe ihren Beitrag im vergangenen Jahr geleistet und den Stellenplan deutlich erhöht.

„Wir können nicht U-3-Gruppen einrichten und uns zusätzlich um behinderte Kinder kümmern, während sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert“, ergriff Christiane Faust vom „Milchzahn“ das Wort. „Was Kibiz uns zubilligt, haben wir noch nicht in den Einrichtungen.“ Der Bürgermeister verwies aufs Budget, das Grenzen vorgebe. Im Vergleich zu Einrichtungen in anderer Trägerschaft stünden die städtischen aber keineswegs schlechter dar.

„Sie sind sehr kooperativ. Das wissen wir zu schätzen. Das reicht uns aber nicht“, legte Christiane Faust nach. Schließlich seien die Erzieherinnen nicht die Sparschweine in der Nachwuchsförderung. Dem Bürgermeister überreichte sie ein rotes T-Shirt mit der„Verdi“-Forderung nach mehr Anerkennung.

„Dass man an Kindergärten spart, um die Kosten zu drücken, wird in Ahlen nicht passieren“, gab das Geburtstagskind seinen Gratulanten mit auf den Weg - und sicherte zu, in den nächsten Stunden die Interessen der Ahlener Erzieherinnen in einem Gespräch mit dem kommunalen Arbeitgeberverband noch einmal zu untermauern. Dazu hatte „Verdi“-Bezirksgeschäftsführer Bernd Bajohr den Verwaltungschef ermuntert.

Der Streik in Ahlen geht an diesem Dienstag in den dritten Tag. Am Morgen fahren die Erzieherinnen nach Dortmund, um an einer landesweiten Demonstration teilzunehmen.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Artikel



Anzeige

WN-Jobs Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

    WN-Aktionen

    Verzaubernde Show
    Prachtvolle Pferde, atemberaubende Reitkunst - "Apassionata" ist ein Fest für die Sinne und eine Hommage an das Tier. mehr...

    Wilde Kreatürken
    Die WN präsentieren Bülent Ceylan mit seinem neuen Programm am 10. Mai in der Halle Münsterland. mehr...

    Immer mehr drin
    Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...

    Anzeige