Ahlen

Do., 11.03.2010

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Film ab: Animiert gegen Rechts

Die Schüler der Film-AG „Digitale Mauerspechte“ des St.-Michael-Gymnasiums arbeiten an dem Kurzfilm „Geheimcode 00 22 plus“ unter der Anleitung von Stefan Braunsmann (l.) und Dietmar Hecht (2. v. l.). Foto: (Peter Schniederjürgen)
Von Peter Schniederjürgen

Ahlen - Als die gekenterten Boote an den Strand gespült werden, kommen bei Marga Spiegel schreckliche Erinnerungen an ihre Flucht vor den Nazis hoch. Eine Szene aus dem Filmprojekt „Geheimcode 00 22 plus“, das zurzeit die Schüler der Film-AG „Digitale Mauerspechte“ des St.-Michael-Gymnasiums beschäftigt.

Zusammen mit Geschichtslehrer Dietmar Hecht und Stefan Braunsmann, für die technische Umsetzung zuständig, produzieren die jungen Leute in ihrer Freizeit eine kreative Auseinandersetzung mit den immer wieder auftretenden „Autonomen Nationalisten Ahlen“.

„Wir wollen diesen Leuten mit dem Projekt auf ihrem Feld, dem Internet, entgegentreten“, erklärt Hecht. Mit animierten Fotos, ein bisschen Trickfilm und Sequenzen aus einem vorherigen Projekt bringen die Schüler diese Arbeit auch auf DVD heraus, voraussichtlich im September. „Wir karikierten im Titel den Hang der Neonazis zu Zahlencodes“, schmunzelt der Geschichtslehrer. „22“ war die Nummer der Ahlener SA-Standarte (Einheit der Nazi-Truppe „Sturmabteilung“). Die doppelte Null soll heißen: ,Nur Nullen stehen auf Gewalt. „Wir wollen darstellen, dass die meisten Menschen gegen die rechte Gewalt sind“, gibt Marina Henneberg an. Für Luka Boch ist es ein Bekenntnis gegen den Rechtsradikalismus: „Die Politik tut zu wenig gegen Neonazis und zu wenig für die Integration. Wir wollen mit unserem Film den Blick schärfen.“ Viele der jungen Leute gehen politisch motiviert an das Thema, einige sind mehr von der Technik fasziniert. „Das ist gut so. Wenn sie sich nur damit auseinandersetzen, wird's schon werden“, ist sich Lehrer Hecht sicher. „Es ist toll mit dieser starken Gruppe das Projekt umzusetzen, die Motivation ist riesig“, hat Stefan Braunsmann bereits erfahren.

Vier Gruppen bearbeiten vier Szenen. Diese schaffen eine logische Verbindung zwischen Marga Spiegels Geschichte während des Naziterrors mit der heutigen ausgrenzenden Gewalt der ewig Gestrigen.


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