Ahlen

Di., 31.08.2010

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"Knochen" Fußgängerzone: Noch kein neues Fleisch dran

Im Rahmen einer Vorstandssitzung von „Pro Ahlen“ wurden Dieter Ritter (4.v.l.) und Dr. Peter Lucke (3.v.r.) offiziell verabschiedet. (Foto: Peter Harke)

Ahlen - Vier Monate noch, dann wird er die Sparkasse Münsterland-Ost Richtung Recklinghausen verlassen. Nur zu gerne würde Dr. Peter Lucke bis dahin „Vollzug melden“ können, um sich mit einer guten Nachricht aus Ahlen zu verabschieden – der Nachricht, dass für die Hauptstelle der Sparkasse an der Moltkestraße, die in Teilen seit Jahren leer steht, ein Investor gefunden worden ist, der endlich frisches Fleisch an das östliche Ende des viel zitierten „Knochens“ Fußgängerzone bringt.

Doch so weit ist es immer noch nicht. „Wir stehen weiter in Verhandlungen“, erklärte Lucke am Montag am Rande einer Vorstandssitzung des Vereins „Pro Ahlen“. Er hoffe, dass diese „zeitnah“ zu einem guten Abschluss gebracht werden könnten. „Lange genug“, gab der Sparkassendirektor zu, werde nun an dem Thema gearbeitet.

Von der Weststraße hört man un­terdessen gar nichts mehr. Dieter Ritter, ehemals Chef der Volksbank und Vorsitzender von „Pro Ahlen“, erklärte dazu: „Die Investoren sind vorsichtig geworden.“ Verantwortlich dafür macht Ritter auch die Politik, die nach wie vor „kein strategisches Konzept“ für die Innenstadtentwicklung habe.

Trotz des Stillstands bei der maßgeblich von ihnen propagierten „Knochenbildung“ - den Stopp des „Mühlencenters“ an der Bahnhofstraße halten Ritter und Dr. Lucke nach wie vor für richtig. Ein Einkaufszentrum an diesem Standort in der vorgesehenen Größenordnung wäre „unrealistisch“ gewesen, so Lucke, der Gastgeber und Gast zugleich im „eigenen“ Haus war. Der Vorstand von „Pro Ahlen“ hatte ihn und Dieter Ritter zu seiner Sitzung in der Hauptstelle der Sparkasse eingeladen, um sie offiziell zu verabschieden und ihnen für ih­re geleistete Arbeit zu danken. Beide Banker hatten aufgrund ihrer beruflichen Veränderungen auf der Mitgliederversammlung im Juni die Positionen des 1. und 2. Vorsitzenden aufgegeben.

Ritters Nachfolger Peter Schmidt gestand, er habe bereits in den ersten vier Wochen seit Amtsübernahme gemerkt, wie „vielfältig, zum Teil schwierig, aber auch interessant“ die Aufgabe sei. Mit seinem Stellvertreter Bernd Münstermann und den anderen Vorstandskollegen hat sich der neue Vorsitzende für die nächste Zeit einiges vorgenommen. So sollen alle Mitglieder von „Pro Ahlen“ angeschrieben werden, um deren Meinung zu bestimmten Themen einzuholen und ihnen die Gelegenheit zu geben, Wünsche und Erwartungen an den Vorstand zu formulieren. „Daran“, so Schmidt, „wollen wir dann die Leitplanken für die künftige Ar­beit ausrichten.“ Darüber hinaus werde man mit allen relevanten örtlichen Akteuren, wie den Hauseigentümern, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Politik, Gespräche führen.

Konkrete Ideen, die kurzfristig umgesetzt werden sollen, sind ein regelmäßiger Newsletter, ein Einkaufsführer für Ahlen und ein Wegweisersystem zu den Geschäften in der Innenstadt. Dabei betonte Peter Schmidt jedoch: „Wir sind ein Verein nicht nur für die Kaufmannschaft.“


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