Ahlen

Fr., 12.03.2010

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St.-Franziskus-Hospital richtet Schilddrüsenzentrum ein

Chefarzt Dr. Frank Klammer demonstriert mit seiner Kollegin Ruth Hartfiel eine Schilddrüsenuntersuchung. Foto: (Dierk Hartleb)
Von Dierk Hartleb

Ahlen - Nach dem Brust- und dem Darmzentrum verfügt das St.-Franziskus-Hospital seit Freitag über ein „Schilddrüsenzentrum“. „Dazu arbeiten wir eng mit der Uniklinik Münster und dem Marienhospital in Hamm zusammen“, beschreibt Dr. Frank Klammer das Ziel dieses neuen endokrinologischen Zentrums.

„Die Schilddrüsenbehandlung hat in diesem Haus eine gute Tradition“, stellt Klammer fest, der vor knapp zweieinhalb Jahren von Kassel nach Ahlen gewechselt ist, wo er ein Schilddrüsenzentrum aufgebaut hatte. In der nuklearmedizinischen Praxis im Haus selbst werden pro Jahr 5000 Untersuchungen durchgeführt. Wobei nicht jede Schilddrüsenauffäligkeit gleich zu einer Behandlung führe, so Klammer. Denn unter einer Vergrößerung des Organs mit oder ohne Knoten leide in Deutschland jeder Dritte, „Die meisten haben überhaupt keine Beschwerden“, erläutert der Chefarzt der Chirurgischen Abteilung des St. Franziskus. Das mache auch die Tücke der Krankheit aus. Symptome seien zum Beispiel erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Vergrößerung der Augen. Der Schwerpunkt in Ahlen liege in Ahlen auf der operativen Therapie bei Drüsenerkrankungen, wozu auch Nebenschilddrüsen, Nebennieren und die Bauchspeicheldrüse gehören, während in Hamm oder Münster die Radiojodtherapie im Zuge der Nachbehandlung durchgeführt wird.

Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche bis zu 20 Jahren und ältere Menschen, bei denen die Krankheit plötzlich im Alter auftreten könne und auch zur Verwirrtheit oder Demenz führen könne. Um einen womöglich bösartigen Knoten zu diagnostizieren, arbeiten die Ahlener mit einem pathologischen Institut zusammen. Bei keinem anderen Krebs seien die Heilungschancen so gut wie beim Schilddrüsenkrebs, unterstreicht der Chefarzt, die er mit 90 Prozent angibt.

In der Kinderklinik steht mit Oberärztin Dr. Gitte Bräucker eine kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung, lobt Klammer die gute hausinterne Zusammenarbeit. Zu dem Netzwerk des Zentrums gehören auch noch einige Fachpraxen. Und zudem sei der Kontakt zu den Hausärzten und Selbsthilfegruppen gut.

Am 18. März geht es in der Reihe „Medizin im Gespräch“ um 19.30 Uhr in der Cafeteria des Krankenhauses um das Thema Prophylaxe und Früherkennung von Schilddrüsenerkrankungen mit Fachleuten aus allen beteiligten Kliniken.


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