Ahlen
Mo., 08.03.2010
Zahn ausgeschlagen und Polizisten beleidigt: 24-Jähriger vor Gericht
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Ahlen - Gegen seine erste Jugendstrafe wegen Körperverletzung unter Alkoholeinfluss war gerade Berufung eingelegt worden, als der 24-jährige Angeklagte nur Tage später unter Alkoholeinfluss erneut zuschlug. Für insgesamt vier Taten musste er sich am Montagvormittag vor dem Jugendschöffengericht in Ahlen verantworten.
Die Vorfälle von März bis November 2009 reichten von Beleidigung und Sachbeschädigung über Diebstahl bis zur Körperverletzung. So titulierte der Schüler Polizisten vor dem Bahnhof mit rüdesten Worten. „Bullenschweine und Hurensöhne“ waren noch die harmloseren. „Mit einer Gruppe von Ahlener Fußball-Fans traf ich auf eine Gruppe von Rechten, die mir Pfefferspray in die Augen sprühten“, sagte der Angeklagte in seinem Geständnis. Das wies allerdings alkoholbedingt große Lücken auf. Seine Bitte nach einem Krankenwagen hätte die Polizei abgewiesen. „Da bin ich ausgerastet“, fügte der Schüler an.
Im Juni, auf einer Feier an der Twieluchtstraße in Dolberg, schlug er einen 20-Jährigen mit einem Kopfstoß einen Zahn aus. Bei einer Abiturfeier im November im Kettelerhaus griff er einen Sicherheitsmitarbeiter an, der ihn wegen schwarzer Farbe an den Händen verdächtigte, die Toilette mit einem Edding-Stift beschmiert zu haben. „Das war aber gar nicht meine Schrift“, erklärte der Schüler, bei dem der Stift allerdings gefunden wurde.
Nach einer Feier im Mai stellten Streifenpolizisten bei dem jungen Mann mehrere Baustellenschilder sicher. Auch hier hatte er erheblich dem Alkohol zugesprochen. „Sie hatten eine Berufung laufen, kurz danach passieren die gleichen Taten. Wie kann das gehen?“ fragte der Vorsitzende Richter. Der Sachverständige bescheinigte dem 24-Jährigen eine beginnende Abhängigkeit und teilte dem Gericht mit, dass sich der Angeklagte mit der Bitte um eine Entwöhnung an ihn gewandt habe.
Weil nicht alle Zeugen vor Gericht erschienen, wurde die Verhandlung vertagt.
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