Drensteinfurt
Fr., 20.08.2010
1373 Kilometer in elf Tagen
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Drensteinfurt - Viele Menschen haben einen Lebenstraum. Doch nur die wenigsten schaffen es, sich diesen zu erfüllen. Wolfgang Müller hat es geschafft. Sein Traum war es, mit dem Fahrrad einmal quer durch Deutschland zu fahren. Von Dänemark bis nach Österreich.
Gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Dieter Korte aus Senden nahm er die Tour am 6. August in Angriff. Mit dem Zug fuhren sie nach Flensburg, um von dort weiter an die Grenze nach Harrislee zu radeln. Von dort begann die Tour der beiden Rentner mit ihren speziell räparierten Rädern. Über Kiel, Wolfsburg, Schweinfurt und Augsburg ging es vorbei an Elbe, Werra, Donau und Isar bis nach Mittenwald an der österreichischen Grenze. Unterm Strich standen nach elf Tagen 1373 Kilometer auf dem Tacho.
Unterwegs hatten die beiden Mittsechziger mit Regen, vor allem aber mit schlecht ausgeschilderten Radwegen und Steigungen zu kämpfen. „Bei 15 Prozent Steigung im Steigerwald haben unsere Räder einfach gestreikt,“ erklärt Wolfgang Müller, der in der Hobbymannschaft von Fortuna Walstedde Rennrad fährt. Dennoch haben Dieter Korte und Wolfgang Müller viel Positives zu berichten: „Vor allem die oft sehr hilfsbereiten Menschen in den Kleinstädten, die uns den Weg erklärt haben, fand ich beeindruckend.“
Als Beispiel nennt er einen Schwimmmeister, der kurzerhand ein Großraumtaxi für die Fahrt zum nächsten Fahrradladen bestellt hatte. Denn auch Pannen blieben den Radlern nicht erspart. Bei Wolfgang Müller verabschiedete sich eine Pedale. Seinem Kollegen ging die Schaltung kaputt.
Auch auf dem Rad sei den beiden Hobbysportlern, die früher gemeinsam gelaufen sind, viel Skurriles passiert. „Einmal haben wir einen nackten Fahrer und einen Storch gesehen, dazu noch die alten Grenzübergänge der DDR“, berichtet der 66-Jährige, der bereits 50 Marathons gelaufen ist.
Am 16. August war es dann soweit. Nach der längsten Etappe über knapp 170 Kilometer erreichten sie die Grenze auf der Isarhornbrücke. Auf die Frage, was er als nächstes vorhabe, antwortet Wolfgang Müller schmunzelnd: „Eine Alpenüberquerung schwebt mir noch im Hinterkopf. Aber das hat noch Zeit.“
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