Fr., 11.07.2014

Ferienprogramm sorgt für Diskussionen „Halli-Galli“ schlägt hohe Wellen

Der Hüttenbau auf dem Schulhof ist für viele Kinder „das“ Highlight der Ferien-Aktion „Halli-Galli“. Ob auch im kommenden Jahr gebaut wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Der Hüttenbau auf dem Schulhof ist für viele Kinder „das“ Highlight der Ferien-Aktion „Halli-Galli“. Ob auch im kommenden Jahr gebaut wird, steht allerdings noch in den Sternen. Foto: Dietmar Jeschke

Drensteinfurt - 

Die Ferien-Aktion „Halli-Galli“ ist zu Ende – und sorgt nach der Ankündigung des Bürgermeisters, eine Lösung im Nachbarschaftsstreit finden zu wollen, für heftige Diskussionen.

Von Dietmar Jeschke

Spiel, Spaß und Sport: Mit einem bunten Programm feierten am Freitag rund 240 Kinder in der Kardinal-von-Galen-Grundschule das Finale der Ferienaktion „Halli-Galli“. Und das – so Rüdiger Pieck – vielleicht zum letzten Mal. Für den Stadtjugendpfleger steht nämlich eines bereits fest: Sollte die Stadt die Order erteilen, das Ferienprogramm von der Grundschule ins Schulzentrum an der Sendenhorster Straße zu verlegen, dann ist die Aktion „tot“, weil sie – so Pieck – dort nicht zu realisieren ist.

Die nach der Aussage von Bürgermeister Carsten Grawunder, den langjährigen Lärmkonflikt mit den Anwohnern beenden zu wollen, begonnene Diskussion schlägt unterdessen hohe Wellen. Rund 800 Leser verfolgten allein am Donnerstag die Debatte auf der Facebook-Plattform „Wir in Drensteinfurt“. Und einige der Leser machten ihrem Unmut ordentlich Luft. „Bei vielen Anwohnern hat man das Gefühl, sie sind als Rentner zur Welt gekommen“, befindet eine Leserin. „Die Zeiten haben sich geändert. Und man kann die Kinder leider noch nicht an den Nagel hängen.“

Ein anderer Leser empfiehlt den genervten Anwohnern, „einfach mal wegzuziehen“. „Wer in die Nähe einer Schule zieht, weiß, dass dort Kinder lärmen. Da ist es egal, ob Ferien sind oder nicht“, kommentierte eine weitere Leserin.

Die Diskussion gipfelte darin, dass sich einige Anlieger der Grundschule veranlasst sahen, selbst Stellung zu beziehen – und zwar pro Ferienprogramm und Grundschulnutzung. „Ich bin direkter Anwohner der Schule. Näher geht es kaum. Unser Garten grenzt an den Schulhof, dort wo die Kinder noch spielen dürfen. Ich arbeite viel von Zuhause und empfinde die Schule als nicht störend. Ich möchte mich ausdrücklich von der pauschalen Aussage distanzieren, dass ,die Anwohner‘ etwas gegen diese oder andere Veranstaltungen haben“, so der Nachbar, der den Begriff „die Anwohner“ nach eigenen Worten mittlerweile als „diskriminierend“ empfindet. „Und ich schäme mich für diesen Ruf. Es stimmt: Einige, teils klagewütige Anwohner, die scheinbar selbst keine Kinder haben, mittlerweile den Bezug zu Kindern verloren haben oder die ihre Proteste mittlerweile als Hobby verstehen, habe ihre Probleme mit dem Schulbetrieb und den Nebenveranstaltungen. Das betrifft aber nur einen Teil der Anwohner. Ich selbst finde es toll, dass unseren Kindern etwas geboten wird.“

Es gab aber auch andere Stimmen. „Wer dort nicht wohnt und selbst nicht weiß, wie laut so etwas ist, der sollte besser nicht so große Töne spucken“, urteilte ein Kommentator. „Früher war die Schule komplett anders. Da waren zwei Pausen und sonst Ruhe. Heute ist dort den ganzen Tag Programm. Und das eben auch in den Ferien.“

Für Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck stand unterdessen am Freitagmorgen eines fest: „Wir wollen den Kindern über die leidige Lärm- und Umzugsdiskussion den Spaß nicht verderben. Stattdessen stehen noch einmal ein paar richtige Highlights auf dem Programm“, so Pieck. Und so durften sich die jungen Halli-Galli-Gäste am Abschlusstag unter anderem über Besuch aus Münster freuen. Zwei Trainer des Vereins „Grün-Weiß Marathon“ waren gekommen, um die Sportart „Ultimate Frisbee“ vorzustellen. Zudem durften sich die Kinder beim „Balladenspiel“ vergnügen. Und zum großen Finale ging es für alle Kinder und Betreuer in die Sporthalle, um gemeinsam und bewusst Abschied von der Veranstaltung zu nehmen und die vergangenen Tage zu reflektieren.

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