Mi., 12.05.2010

Drensteinfurt Null Interesse am Aschestreufeld

Von Dietmar Jeschke

Drensteinfurt - Es wurde viel und emotional gestritten und diskutiert. Und das nicht nur in der Politik. Bis am 7. Juni vergangenen Jahres feststand: Das Aschestreufeld auf dem Drensteinfurter Kommunalfriedhof wird angelegt. Mit knapper Mehrheit von 51,8 Prozent - bei einer dürftigen Wahlbeteiligung von lediglich 46,6 Prozent - hatten sich die Wähler beim von der Drensteinfurter FDP initiierten Bürgerentscheid dafür ausgesprochen, die alternative Bestattungsform auch in Drensteinfurt zuzulassen. Seit dem ist nun fast ein Jahr vergangen. Verstreuen lassen wollte sich jedoch bisher niemand.

„Bislang hat es nicht eine einzige Nachfrage nach einer Ascheverstreuung gegeben“, erklärte Stefanie Benting , als Leiterin des Fachbereichs Recht und Ordnung auch für die Friedhofsangelegenheiten in der Stadt verantwortlich, auf Anfrage unserer Zeitung. „Wobei man sagen muss, dass das Feld auch erst vor etwa vier Wochen fertiggestellt wurde“, so Benting weiter.

Verwunderlich ist die fehlende Nachfrage aus Sicht der Verwaltung nicht. Denn wie schon seinerzeit in den Sitzungen der Fachausschüsse dargestellt, ist die Nachfrage nach der modernen Bestattungsform eher gering. Was die Verwaltung mit Vergleichszahlen aus Nachbarstädten, in denen es bereits seit längerem derartige Streufelder gibt, belegte - und was sich nun auch in Drensteinfurt zu bestätigen scheint.

Doch ob wenig oder gar nicht genutzt: Was bleibt, das sind die Kosten, die das Projekt Aschestreufeld verursacht hat. Wie Stefanie Benting erklärte, schlägt allein die Anlage des entsprechenden Areals auf dem Friedhof, das in Kürze um eine Gedenkstele, an der die Namen der Verstorbenen angebracht werden sollen, erweitert werden soll, insgesamt rund 12 000 Euro. Zudem kommen die Kosten des Bürgerentscheides, der ebenfalls einige Tausend Euro verschlungen hat.

Die Gebühr für die Nutzung des Aschestreufeldes hat die Stadt mit 732 Euro zuzüglich der Gebühren für die Nutzung des Aufbahrungsraumes und der Friedhofskapelle kalkuliert - ausgehend von der Annahme, dass das Streufeld einmal im Jahr in Anspruch genommen wird.

Eine Summe, die knapp über dem Durchschnitt anderer Städte liegt, die ebenfalls eine Ascheverstreuung anbieten. Die Plakette für die Gedenkstele - eine anonyme Bestattung ist auch auf dem Aschestreufeld nicht möglich - soll rund 119 Euro kosten.

Zum Vergleich: Eine beispielhafte Beisetzung in einem Doppelwahlgrab kostet auf dem Kommunalfriedhof inklusive Grabherrichtung, Nutzung der Friedhofskapelle und des Aufbahrungsraumes 2486 Euro.

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