Fastenzeit

Mi., 22.02.2012

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Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol

Fastenzeit : Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol

Pastor Matthias Hembrock verzichtet in der Fastenzeit auf Alkohol. Foto:

Drensteinfurt - 

Ob Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten. Viele Menschen versuchen, während der Fastenzeit auf bestimmte Genussmittel zu verzichten. Auch einige Drensteinfurter wollen bis zum Osterfest durchhalten. Andere hingegen sehen im Fasten keinen Sinn oder ihnen fehlt die notwendige Motivation.

Von Nicole Krellmann

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, so heißt es in einem alten Karnevalslied von Schlagersänger Jupp Schmitz. Seit gestern werden die bunten Kostüme wieder im Schrank verstaut und die Jecken, die teilweise noch bis Dienstag gefeiert haben, gehen ihrem gewohnten Alltag nach.

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Mit dem Ende der fünften Jahreszeit beginnt im Christentum der Westkirche alljährlich auch die Zeit des Fastens. Von Aschermittwoch bis Karsamstag verzichten viele Christen in erster Linie auf Fleisch und bereiten sich so auf das Osterfest vor. Das 40-tägige Fasten soll an die Zeit erinnern, die Jesus betend und fastend in der Wüste verbrachte.

Aber nicht nur Fleisch und Tierprodukte stehen heutzutage ganz weit oben, wenn es um das Verzichten in der Fastenzeit geht. Auch den Konsum von Süßigkeiten, Alkohol und Fernsehen wollen viele Drensteinfurter in der Zeit vor Ostern aufgeben oder zumindest stark reduzieren. Nur ähnlich wie bei den guten Vorsätzen zum neuen Jahr stellt sich das Durchhalten oftmals als große Schwierigkeit dar.

„Eigentlich wollte ich mir das immer mal vornehmen“, erklärt Selina Hennenberg. Zumindest auf Süßigkeiten wolle sie verzichten. Vorbild sei dabei ihre Mutter, die dies schon häufiger durchgehalten habe.

Auch Isabell Rodriguez fastet als gläubige Katholikin. Darüber hinaus gehe sie zu Aschermittwoch in die Kirche, um das Aschekreuz zu erhalten.

Doch Menschen, die bewusst fasten, stellen in Drensteinfurt inzwischen eher die Ausnahme dar.

„Ich bin zu sehr Genussmensch, um mich zum Fasten zu motivieren“, gibt Tobi Hyder vom Spielwarengeschäft „Fiffikus“ offen zu. Er sei nicht religiös und habe bislang auch nie den Versuch gewagt, in der Fastenzeit auf irgendetwas zu verzichten.

„Von Ritualen halte ich ohnehin nichts“, erklärt Hans Tilly. Vorsätze würden ja schon beim Jahreswechsel selten eingehalten. Ähnlich sei es wohl mit dem Fasten. „Wir schlemmen auch außerhalb der Fastenzeit nicht, also gibt es keinen Grund, unser Leben in der Fastenzeit einzuschränken“, kann er für sich und seine Familie behaupten.

Weder er selbst noch seine Familie sei bereit, in der Fastenzeit die Ernährung umzustellen, weiß auch Witold Klimas. Zwei Bekannte aus seinem Freundeskreis hingegen würden die Fastenzeit durchaus ernst nehmen.

„Fasten macht Sinn, wenn man nicht nur einen Selbstzweck verfolgt, sondern, wenn man sich zum Beispiel vornimmt, durch Verzicht aufmerksamer für andere Dinge zu werden“, findet Pastor Matthias Hembrock.

Er selbst verzichte in der Zeit vor Ostern auf Alkohol und versuche, weniger zu essen. Aschermittwoch stelle für ihn einen Tag der Zuwendung zu Jesus dar. Nicht nur den Drensteinfurter Schülern hat Pastor Hembrock gestern in der Schulmesse das Aschekreuz gespendet. Auch in der Abendmesse konnten Gläubige in allen drei Ortsteilen das Aschekreuz empfangen. Die Zuwendung zu Jesus zieht sich für den Pastor wie ein roter Faden auch durch die gesamte Fastenzeit. „Ich möchte aufmerksamer sein, für das, was auf mich zukommt“, so Hembrock.


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