Mo., 26.05.2014

Bürgermeisterwahl Sensation! Grawunder stürzt Berlage

Riesig war der Jubel bei SPD und Grünen, als der Sieg von Carsten Grawunder feststand.

Riesig war der Jubel bei SPD und Grünen, als der Sieg von Carsten Grawunder feststand. Foto: Dietmar Jeschke

Drensteinfurt - 

Die Sensation ist perfekt. Carsten Grawunder wird neuer Bürgermeister von Drensteinfurt. Sein Vorsprung gegenüber Amtsinhaber Paul Berlage betrug gerade einmal 128 Stimmen.

Von Stefan Flockert

Die Sensation ist perfekt. Es ist das passiert, mit dem wohl niemand in Drensteinfurt gerechnet hat: Carsten Grawunder löst Paul Berlage als Bürgermeister ab. Der Kandidat von Grünen und SPD setzte sich hauchdünn mit 50,8 Prozent gegenüber 49,2 Prozent, die der Amtsinhaber auf sich vereinigen konnte, durch. Am Ende eines an Spannung nicht zu überbietenden Wahlabends betrug der Vorsprung 128 Stimmen.

„Ich bin total begeistert“, sagte Grawunder, der sich vor Gratulationen kaum retten konnte. Vorsichtig optimistisch sei er schon gewesen, gewinnen zu können. Aber ein solches Kopf-an-Kopf-Rennen habe er nicht erwartet. „Ein Krimi – spannender als jeder Tatort. Jetzt fällt mir ein riesen Stein vom Herzen.“

Der neue Bürgermeister kündigte an, nun erst einmal feiern zu gehen. Am Montag wolle er es noch einen Tag ruhiger angehen lassen. Am Dienstag wolle er zu seinem Arbeitsplatz bei Polizei in Münster zurückkehren, um seine Arbeit geordnet zu übergeben. Und am 23. Juni soll er das Bürgermeisteramt offiziell übernehmen.

Wahlverlierer Berlage gratulierte seinem Nachfolger mit dem Satz: „Machen Sie was draus.“ Gegenüber der wartenden Presse sagte er nur „Es war eine schöne Zeit“ und entschwand.

Im CDU-Lager herrschte Trauer. Denn nicht nur das Bürgermeisteramt ist futsch, wahrscheinlich auch die absolute Ratsmehrheit. Endgültigen Aufschluss darüber wird erst die Nachwahl im Rinkeroder Wahlbezirk 13 am 15. Juni geben, die nach dem Tod des Grünen-Kandidaten Johannes Deventer notwendig geworden war. Nach dem vorläufigen Stadtratswahlergebnis landete die CDU bei 48,7 % (- 6,7), die SPD bei 23,3 %(+ 6,2), die Grünen bei 19,8 % (+ 0,9) und die FDP bei 6,7 % (- 2,9). Die Wahlbeteiligung lag bei 65,4 Prozent.

„Das ist ein enttäuschender Abend für die CDU. Wir sind mit Paul Berlage ins Rennen gegangen. Wir haben beide verloren“, resümierte Drensteinfurts CDU-Vorsitzender Wilfried Voges. „Wir werden trotzdem versuchen, für Drensteinfurt eine Mehrheit zu bilden. Natürlich sprechen wir mit der FDP. Natürlich werden wir aber auch mit Herrn Grawunder zusammenarbeiten. Es muss doch weitergehen in Stewwert.“

Ganz anders war die Stimmung beim SPD-Vorsitzenden Ingo Stude. „Wir stehen ganz kurz vor dem Triple: Wir haben unseren Bürgermeister durch. Wir sind zweitstärkste Fraktion. Und wir stehen nah vor dem Fall der absoluten CDU-Mehrheit. Für die Bewohner von Drensteinfurt ist das ein geschichtsträchtiger Tag.“

Aus dem Häuschen war auch Grünen-Sprecher Stefan Gengenbacher: „Ich bin sehr zufrieden mit unserem Ergebnis. Auch wenn wir jetzt nur noch drittstärkste Fraktion sind, haben wir unser Ergebnis vom letzten Mal bestätigt. Wir haben unsere Politik gut gemacht und dafür eine Bestätigung erhalten.“

Einen Achtungserfolg landete Manfred Kraft als unabhängiger Kandidat im Wahlbezirk 4. Er holte 24,7 Prozent der Stimmen, unterlag aber Renate Austermann, die wie alle anderen 14 CDU-Kandidaten das Direktmandat gewann.

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