Mi., 18.06.2014

Bürgermeister Carsten Grawunder „Das wird keine One-Man-Show“

Carsten Grawunder ist ab dem kommenden Montag offiziell neuer Bürgermeister Drensteinfurts. Seinen Schreibtisch bei der Polizei in Münster hat er bereits geräumt.

Carsten Grawunder ist ab dem kommenden Montag offiziell neuer Bürgermeister Drensteinfurts. Seinen Schreibtisch bei der Polizei in Münster hat er bereits geräumt. Foto: -stk-

Drensteinfurt - 

Am morgigen Freitag wird Carsten Grawunder von Münsters Polizeipräsident Hubert Wimber verabschiedet. Am Montagmorgen nimmt er auf dem Chefsessel in der Drensteinfurter Verwaltung Platz. Der neue Bürgermeister beschreibt im Gespräch, wie er sich seine künftige Arbeit vorstellt und welche Ziele er verfolgt.

Von Stefan Flockert

Ein rasanter Wandel vollzieht sich in diesen Tagen im Leben von Carsten Grawunder . Vorgestern hatte Paul Berlage seinen Nachfolger im Bürgermeisteramt zur Übergabe in die Stadtverwaltung eingeladen, am Mittwoch räumte er seinen Schreibtisch in der Verwaltung der Polizei in Münster , und am morgigen Freitag wird Drensteinfurts kommender Bürgermeister von Münsters Polizeipräsident Hubert Wimber offiziell verabschiedet. Am kommenden Montag nimmt Grawunder dann erstmals auf dem Chefsessel in der Drensteinfurter Stadtverwaltung Platz.

Mit Ehrfurcht gehe er an die neue Aufgabe heran, gesteht Carsten Grawunder. Aber mulmig sei ihm nicht. „Ich habe keine Zweifel, dass ich das bewältigen werde“, sagt der 47-Jährige. Als Sachgebietsleiter beim Münsteraner Polizeipräsidium habe er „lange Führungserfahrung“. Und nicht nur das. Er hat die Arbeit in einer Verwaltung von klein auf gelernt. Seit 2001 war er bei der Polizei, zuvor in den Bezirksregierung in Arnsberg und Münster. „Die öffentlichen Verwaltungen ticken überall gleich“, ist sich Grawunder sicher. Allerdings müsse er für den Drensteinfurter „Mikrokosmos“ erst einmal ein Gespür bekommen und die Menschen kennenlernen. Krasse Veränderungen möchte er, der ausdrücklich betont, Bürgermeister für alle Drensteinfurter sein zu wollen, nicht vornehmen. „Ich werde nur etwas verändern, wenn es sein muss. Und das immer im Gespräch mit den Betroffenen. In der Verwaltung muss aber keiner Angst haben.“ Angewiesen sein wird das neue Stadtoberhaupt auf das Fachwissen seiner Amtsleiter. Das weiß er auch. „Da muss ich sicherlich Vertrauen haben. Ich bin aber zuversichtlich, dass das klappt“, sagt der Vater von vier Kindern. Es gebe bereits erste Kontakte.

Gegenüber seinem Vorgänger möchte Grawunder für mehr Transparenz sorgen. „Ich werde frühzeitig offen mit den Prozessen umgehen. Alle Beteiligten sollen gleichzeitig mit am Tisch sitzen.“ Wichtig ist Carsten Grawunder, dass über alle Themen diskutiert wird. Und dann könne durchaus auch mal ein anderes Ergebnis dabei herauskommen, als er vorher gedacht hat. „Ich bin nicht der, der alles weiß“, erklärt Grawunder. „Das wird keine One-Man-Show.“

Die Drogeriemarktfrage wird auch bei einem Bürgermeister Carsten Grawunder auf der Agenda stehen. Er will nicht ausschließen, dass vielleicht doch irgendwann ein zweiter Drogeriemarkt im Stadtgebiet angesiedelt werden könnte. Dafür müsse allerdings ein Vielzahl von Analysen zum Kaufverhalten, zu den Verkehrsströmen oder zum Parkverhalten durchgeführt werden. Grawunder wünscht sich eine Bürgerbefragung in Kooperation mit einer Hoch- oder Fachhochschule. Dies könne unter Umständen im Rahmen einer Diplomarbeit geschehen. Die Ergebnisse müssten anschließend bewertet werden. Die politischen Gremien hätten dann die Entscheidung. Allerdings hält er auch nicht viel davon, kürzlich getroffen politische Entscheidungen kurze Zeit später wieder zu kippen. Investoren seien auch auf Verlässlichkeit angewiesen.

Langfristig möchte der neue Bürgermeister sein Ziel, den immer weiter verfallenden Amtshof umzugestalten, verwirklichen. Dazu werde er Gespräche mit den Besitzern, der Familie von Landsberg, führen. Ihm schwebt vor, dort eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Schließlich gebe es Derartiges bislang in Drensteinfurt nicht.

Im Wahlkampf hatte Grawunder geäußert, dass er sich das ehemalige Hotel Zur Post an der Mühlenstraße durchaus als Heimathaus vorstellen könnte. Dabei gehe es aber nicht um das gesamt Haus, sondern um einzelne Räume, räumt er ein. Das sehe auch der Heimatverein so. Vielmehr stellt sich Grawunder die Kombination mit einem Geschäftshaus vor. Pläne, wie dies aussehen könnte, waren vor der Wahl bereits im Fachausschuss vorgestellt worden. Dabei würde der Charakter des alten Gebäudes erhalten bleiben.

Angehen will Grawunder in jedem Fall das Thema Bürgerbus nach dem Vorbild von Ascheberg und Herbern. Die Ortsteile sollen verbunden, die Anbindung an den Bahnhof verbessert werden. Vielleicht könne der Bürgerbus auch die Nachbargemeinden anfahren. Gerade für die älteren Mitbürger sieht Grawunder in einem Bürgerbus ein deutliche Verbesserung der Mobilität.

Mit Beginn der kommenden Woche wird sich das Leben des Carsten Grawunder grundlegend verändern. Vorbei ist es mit den geregelten Arbeitszeiten. Viele Wochenend- und Abendtermine warten. „Dessen waren wir uns vorher bewusst“, erzählt Grawunder von den ersten Gesprächen über eine Kandidatur mit seiner Frau Heike. „Aber wir sind so auch schon viel unterwegs“, sieht er keine Probleme auf sich und seine Familie zukommen. Dafür würden sich sicherlich an anderer Stelle Freiräume ergeben.

Durchaus freut er sich auch auf seine Repräsentationspflichten. „Wenn man das nicht mag, dann darf man sich für dieses Amt nicht zur Verfügung stellen“, stellt er klar. „Damit zeigt man doch eine Wertschätzung der Arbeit der Vereine.“

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