Do., 10.12.2015

Zu hohe Nitratwerte Kein Trinkwasser in Hemmer

Frisches Trinkwasser: Das ist für die meisten Haushalte selbstverständlich. Nicht jedoch für einige Anwohner in der Bauerschaft Hemmer, deren Brunnenwasser wegen zu hoher Nitratbelastung nicht mehr zum Verzehr geeignet ist.

Frisches Trinkwasser: Das ist für die meisten Haushalte selbstverständlich. Nicht jedoch für einige Anwohner in der Bauerschaft Hemmer, deren Brunnenwasser wegen zu hoher Nitratbelastung nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Foto: dpa

Drensteinfurt/Rinkerode - 

Frisches Trinkwasser aus dem Hahn? Das ist für die meisten Menschen vollkommen normal. Nicht so für einige Anwohner in der Rinkeroder Bauerschaft Hemmer. Sie versorgten sich bislang aus eigenen Brunnen. Das aber ist nun aufgrund erhöhter Nitratwerte im Grundwasser nicht mehr möglich.

Von Dietmar Jeschke

Hahn auf – und das Wasser fließt. Zum Waschen. Zum Kochen. Oder ganz einfach: zum Trinken. Und das alles natürlich in bedenkenloser Qualität. Der Normalfall? Nein, nicht für alle Bürger der Stadt. Denn in der Rinkeroder Bauerschaft Hemmer sieht der Alltag für einige Anwohner ganz anders aus.

Wie etliche andere Bewohner im Außenbereich auch sind sie nämlich nicht an das Netz des Versorgers Gelsenwasser angeschlossen. Das Leitungswasser kommt vielmehr aus einem eigenen Brunnen. Was auch jahrzehntelang bedenkenlos funktionierte. Bis vor einiger Zeit eine deutlich erhöhte Nitratbelastung festgestellt wurde.

Problematischer Wasseranschluss

Ergebnis der Untersuchung: Das Brunnenwasser ist nicht mehr als Trinkwasser zu gebrauchen. Weshalb die Anwohner nun an die Stadt herangetreten sind – mit der Bitte, die entsprechenden Hofstellen an das normale Wassernetz anzuschließen.

Das jedoch ist nicht so einfach, wie es sich vielleicht mancher Betroffene wünscht. Denn wie Bürgermeister Carsten Grawunder den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses in der jüngsten Sitzung erklärte, sei es zwar grundsätzlich möglich, die am Autohaus Rosendahl endende Trinkwasserleitung zu verlängern, um 21 weitere Hofstellen an das Netz anzuschließen.

Der Bau der dazu notwendigen, rund drei Kilometer langen Leitung kostet jedoch eine Menge Geld. Und das, so Grawunder, wolle der Versorger Gelsenwasser nur in die Hand nehmen, wenn die Konzessionsverträge auch langfristig weiterlaufen.

Wahl des Anbieters

Genau dort liegt nun aber der berühmte „Hase im Pfeffer“. Denn wie die Verwaltung mitteilt, prüfe man derzeit intensiv, ob der bereits im Jahr 1976 abgeschlossene Trinkwasserkonzessionsvertrag mit der Gelsenwasser AG fortgesetzt wird – oder aber, ob mittelfristig ein anderer Anbieter zum Zuge kommt.

Die Verwaltung habe die Möglichkeit, den bestehenden Vertrag zwei Jahre im Voraus zum Jahresende zu kündigen, berichtete der Bürgermeister. Sollte sich die Stadt also in den kommenden Monaten für einen neuen Versorger entscheiden und den alten Vertrag zum 21. Dezember 2016 beenden, könnte der neue Anbieter am 1. Januar 2019 zum Zuge kommen.

Bevor es aber möglicherweise soweit ist, gelte es noch einige Dinge besonders zu prüfen. Und dazu zählen auch die Wünsche der Anlieger, erklärte Carsten Grawunder. „Die Belange der Bürger im Außenbereich werden im besonderen Maße bei der weiteren Herangehensweise berücksichtigt. Ich stehe hierzu im engen Kontakt mit den Anwohnern.“

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