Mi., 19.10.2016

Pilgerfahrt nach Assisi Wer war Franziskus?

Vom Rocca Maggiore, dem Burgberg der Stadt, bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Basilika San Rufino.

Vom Rocca Maggiore, dem Burgberg der Stadt, bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Basilika San Rufino. Foto: -dje-

Assisi/Drensteinfurt - 

Wer war eigentlich der Heilige Franziskus? Dieser und vielen weiteren Fragen zu seiner Person versuchten die Drensteinfurter Pilger am ersten Tag ihrer Assisi-Reise mit Pastor Jörg Schlummer auf dem Grund zu gehen. Das taten sie bester Laune – trotz einer mehr als holprigen Anreise nach Italien.

Von Dietmar Jeschke

Ein Sohn, dem jeder Wunsch erfüllt wird. Der „verhätschelt“, verwöhnt und in „besten Verhältnissen“ aufwächst. Und dem seine Eltern alles ermöglichen, damit er in ihren Fußstapfen seinen Platz im Leben findet. Bis der hoffnungsvolle Nachwuchs schließlich alles hinwirft, um etwas gänzlich anderes zu tun. Ein Phänomen der Neuzeit? Mitnichten. Vielmehr ein „Klassiker“, der bereits vor 800 Jahren Geschichte geschrieben hat – in Gestalt des Heiligen Franziskus. Wer war dieser besondere Mensch? Wo wuchs er auf? Was machte er in seiner Kindheit? Und wie fand er seine Berufung? Fragen, denen die Drensteinfurter Pilger am ersten Tag ihrer Assisi-Reise mit Pastor Jörg Schlummer auf dem Grund gingen.

Und das mit ein wenig Müdigkeit in den Knochen, war die Nacht doch denkbar kurz. Ein kurzfristiger Pilotenausfall beim Zubringerflug nach Frankfurt und die damit verbundene Verspätung hatten dafür gesorgt, dass der geplante Anschlussflug buchstäblich weg war. Erst knapp sechs Stunden später als geplant ging es von der Main-Metropole in Richtung Umbrien, wo die Pilger statt am frühen Montagabend erst am frühen Dienstagmorgen eintrafen. Ohne die gute Laune zu verlieren, wie sich nach kurzer Nachtruhe beim deftigen Frühstück an schmalen Holztischen unter massivem Steingewölbe und bei offenem Feuer, auf dem bereits delikat duftendes Geflügel für das Abendessen vorbereitet wurde, schnell zeigte.

Ein wenig abseits des rustikalen Restaurants aus längst vergangenen Tagen herrschte unterdessen Ruhe. Ein großes Wandbild des Ortsheiligen dominiert den Altarraum der kleinen Hauskapelle, in der sich die Gruppe nach dem Frühstück mit einem kleinen Morgenimpuls auf den Tag einstimmte. Und sich gleich der eingangs erwähnten Frage zu widmen: Wer war Franziskus? Pastor Jörg Schlummer gab einen kurzen Einblick in das Leben des Heiligen, den er während der anschließenden Wanderung sukzessiv weiter vertiefte: Glaubenslehre zum Erleben. Und das mit der nötigen Zeit, in Momenten der Stille und im Einklang mit der von Franziskus stets bewunderten Natur. „Es hat Franziskus erst gepackt, als er begann, das Evangelium mit seinem eigenen Leben zu verbinden“, erzählte der Drensteinfurter Pfarrer. „Und zwar in Stille.“ Letzteres empfahl der Pastor auch den Teilnehmern seiner ersten Drensteinfurter Gemeindefahrt. Denn schließlich soll die Reise auch eine Gelegenheit sein, „um sich aus dem Trubel des Alltags zurückzuziehen. In Stille und Besinnung, in Gemeinschaft oder allein.“

In Gemeinschaft – und bei einigen wenigen Tropfen Regen – ging es dann schließlich auf die erste Entdeckungstour. Entlang des Altstadttales führte der Weg steil hinauf zur Festung „Rocca Maggiore“, von der sich den Gästen ein faszinierender Blick auf die Altstadt sowie auf die berühmte Franziskusbasilika und auf die Kathedrale des Ortsheiligen San Rufino bot. Auf ebenso steilen Wegen ging es hinab ins Herz der Stadt, wo sich unweit der „Piazza del Comune“ mit ihrem hohen Turm und den zahlreichen kleinen Restaurants die Kirche „Chiesa Nueva“ befindet. Und zwar an der Stelle, wo einst das Elternhaus des reichen Tuchhändlersohnes und späteren Heiligen gestanden haben soll.

Die Reste des historischen Gebäudes finden sich heute unter der „neuen Kirche“ – und zwar in Form einer kleinen und spartanischen Kapelle. Ein zwar schlichter – aber, so Jörg Schlummer – historisch bedeutsamer Ort, an dem der Geistliche abermals versuchte, die Lehre und das Leben des Heiligen Franziskus’ in die moderne Welt zu transportieren. Und in dem er seine Gäste anregte, sich doch mit einem kurzen Gebet eben der Familien zu besinnen, in denen vielleicht nicht immer alles „rund“ läuft.

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