Di., 05.12.2017

Rathaus: Erste Neubaupläne vorgestellt „Unerträglicher Zustand“

Modern, hell und effizient: So sieht der erste Entwurf zum Teilneubau des Rathauses am Landsbergplatz aus. Im Obergeschoss soll ein teilbarer Saal zudem Platz für künftige Rats- und Ausschusssitzungen bieten.

Modern, hell und effizient: So sieht der erste Entwurf zum Teilneubau des Rathauses am Landsbergplatz aus. Im Obergeschoss soll ein teilbarer Saal zudem Platz für künftige Rats- und Ausschusssitzungen bieten. Foto: Architektur- und Ingenieurbüro Döring

Drensteinfurt - 

Eigentlich schien alles klar: Angesichts von Platzmangel, maroder Bausubstanz und fehlender Barrierefreiheit soll der Altbau der Stadtverwaltung einem Teilneubau weichen. Die ersten Pläne dazu lagen am Montagabend auf dem Tisch. Zum Unmut von Grünen und FDP. Sie fordern einen weiteren Planentwurf.

Von Dietmar Jeschke

Zwei Angestellte, die ihren Dienst dicht gedrängt in der Teeküche versehen müssen. Eine Energieeffizienz, die sich im Altbau auf dem Stand von 1950 befindet. Und Diensträume, die für gehbehinderte Menschen schlichtweg unerreichbar sind. Kurz: „Ein unerträglicher Zustand“, brachte Bürgermeister Carsten Grawunder die aktuelle Situation in der Stadtverwaltung am Landsbergplatz während der Sitzung des Bauausschusses auf den berühmten Punkt. Die Tatsache, dass – so Grawunder weiter – dringend neue Räume durch einen Teilabriss und einen entsprechen Teilneubau geschaffen werden müssen, stand daher auch nicht groß zur Disposition.

Anders als das weitere Vorgehen, obwohl es darum im Detail noch gar nicht gehen sollte. Denn wie Ausschussvorsitzender Heinz-Josef Voß gleich mehrfach betonte, galt es lediglich, im Zuge der Haushaltsplanberatungen die notwendigen Mittel – immerhin knapp vier Millionen Euro für zwei Jahre – bereitzustellen. Über alle weiteren Details soll dann erst Anfang 2018 beraten werden. Und zwar auf Basis eines Planentwurfes, den die Verwaltung bereits hat erstellen lassen und den Architekt Wolfgang Döring – normaler Weise selbst als sachkundiger Bürger der CDU im Stadtentwicklungsausschuss vertreten – am Abend schon in sehr präziser Form vorstellte. „Auch als Entgegenkommen an die Stadt“, wie Döring, der bereits die neue Drensteinfurter Feuerwache gezeichnet hatte, später erklärte. Denn schließlich hätten alle Beteiligten mit Nachdruck deutlich gemacht, dass rasches Handeln geboten sei.

Das jedoch sahen die Vertreter von Grünen und FDP mit einem Mal anders. Ihr Tenor: Bevor es mit der Detailplanung weitergeht, müsse zunächst ein zweiter Entwurf eines weiteren Planers auf den Tisch. „Wir sind dafür, zunächst einen Schritt zurückzugehen um zuerst bei den Zielvorgaben anzusetzen“, erklärte Grünen-Ausschussmitglied und Architekt Reinhard Weißen. Denn schließlich, so Weißen weiter, sollte es darum gehen „Budget und Wünsche in Einklang zu bringen“. „Ich gehe davon aus, dass es eine wesentlich günstigere Lösung gibt“, so der sachkundige Bürger, der sich zudem „überrascht“ darüber zeigte, dass die Verwaltung im Zuge des Teilneubaus auch eine Verlegung des Ratssaales von der Alten Post in die Verwaltung anstrebt. Ebenso wie Andreas Kurzhals (FDP), der nicht nur ein alternatives Konzept zum Neubau am Landsbergplatz, sondern auch ein Nutzungskonzept für die Alte Post forderte. „Wir unterstützen die Grünen“, so Kurzhals. „Wir haben zunächst über Barrierefreiheit gesprochen. Und dabei war über 800 000 Euro die Rede. Jetzt sind wir bei vier Millionen. Wir wollen, dass es zügig weitergeht. Aber wir sollten hier nichts übers Knie brechen.“

Forderungen, die die sichtlich überraschten Vertreter der CDU-Mehrheit so nicht nachvollziehen konnten. Denn schließlich, betonte Ratsmitglied Markus Wiewel, sei man sich schon sehr lange über die Parteigrenzen hinweg darin einig gewesen, dass am Landsbergplatz etwas passieren müsse. „Und das entspricht genau dem, was wir uns vorstellen und für sinnvoll halten“, erklärte Fraktionsvorsitzender Heinz Töns. Unterstützung für das Vorgehen der Verwaltung gab es auch aus der SPD. „Auch wir sehen die Notwendigkeit, dass es zu Neuerungen kommt“, sagte Fraktionsvorsitzender Ingo Studo. „Und den Ratssaal zu verlegen, finde ich eine gute Idee. Denn das ist auch eine Chance für die Alte Post.“

Letztendlich wurden die notwendigen Haushaltsmittel auf Basis des vorgestellten Planentwurfes, der Anfang 2018 erneut auf dem Tisch landen wird, eingestellt. „Stewwerter Klüngel“, so der knappe Kommentar aus Reihen der Grünen.

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