Reihe „Kirche heute“
„Heinz fragen, der weiß das“

Rinkerode -

Fast vier Jahrzehnte hat Heinz Lembeck sich für die Kirchengemeinde in Rinkerode ehrenamtlich engagiert. Egal ob in Kindergarten und Pfarrzentrum, in Grundstücks- und Liegenschaftsangelegenheiten, bei Haushaltsplänen und Finanzen – überall kannte er sich bestens aus. Ein Blick zurück...

Freitag, 22.12.2017, 05:12 Uhr

Heinz Lembeck beim täglichen Lesen der „Westfälischen Nachrichten“. In seinen Jahren der ehrenamtlichen Tätigkeit für die Kirchengemeinde in Rinkerode hat der heute 88-Jährige viele Projekte begleitet – unter anderem die Restaurierung und Einweihung der Borg‘schen Kapelle (kl. Bild) gemeinsam mit Diakon Georg Olbrich und Pastor Adalbert Helmsorig (v.re.).
Heinz Lembeck beim täglichen Lesen der „Westfälischen Nachrichten“. In seinen Jahren der ehrenamtlichen Tätigkeit für die Kirchengemeinde in Rinkerode hat der heute 88-Jährige viele Projekte begleitet – unter anderem die Restaurierung und Einweihung der Borg‘schen Kapelle (kl. Bild) gemeinsam mit Diakon Georg Olbrich und Pastor Adalbert Helmsorig (v.re.). Foto: Karlheinz Mangels

Anlässlich einer Geburtstagsfeier im Jahr 2009 hatte Pastor Dieter Trockel die vielen Anwesenden im Pfarrzentrum mit einer Quizfrage begrüßt: „Kennen Sie jemanden, der sieben Tage die Woche, zwölf Monate im Jahr – und das schon seit 36 Jahren – mit Herz und Seele im Dienst unserer Pfarrgemeinde ehrenamtlich arbeitet?“. Die Rinkeroder wussten die Antwort sofort: Es war Heinz Lembeck , der damals seinen 80. Geburtstag feierte – und das eigentlich gar nicht wollte.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Pastor Trockel mir in der Messe vor den Gläubigen zum Geburtstag gratuliert und alle anschließend ins Pfarrzentrum eingeladen hat, ohne mich darüber zu informieren“, sagt der inzwischen 88-Jährige schmunzelnd.

Auf die Frage, wie denn alles angefangen hat, muss Heinz Lembeck für eine Antwort nicht lange überlegen. Es war im Jahr 1962, als die Pfarrgemeinde St. Pankratius erwachsene Messdiener gesucht hat. „An einem Abend standen Pastor Hennigmann und Pater Tönies vor der Tür und wollten mich sprechen“, erinnert er. Die Geistlichen mussten nur wenig Überzeugungsarbeit leisten, denn Heinz Lembeck sagte sofort zu.

Dabei war der gebürtige Coesfelder, der mit acht Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, erst 1960 ins Davertdorf gezogen. „Ich war seit 1944 ein vielgereister Eisenbahner und bin insgesamt 13 Mal versetzt worden“, so Lembeck. 1989 wurde er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert.

Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Pfarrgemeinde beschränkten sich jedoch nicht nur auf den Dienst am Altar. Lembeck wurde in den Pfarrgemeinderat gewählt und bekleidete dort von 1977 bis 1981 das Amt des Vorsitzenden. Bei den Kirchenvorstandswahlen 1982 wurde er dann mit überwältigender Mehrheit in dieses Gremium gewählt. 1994 ist er stellvertretender Vorsitzender geworden.

Lembeck war der „Hans Dampf in allen Gassen“. Wenn es irgendwo Probleme gab und keiner so richtig weiter wusste, hieß es: „Da müssen wir Heinz Lembeck fragen, der weiß das.“ „Und das stimmte“, bestätigen andere Mitglieder des Kirchenvorstandes noch heute. Egal ob in der Kirche, im Kindergarten, im Pfarrzentrum, auf dem Friedhof, in Grundstücks- und Liegenschaftsangelegenheiten, bei Haushaltsplänen und Finanzen, bei Verhandlungen, Verträgen und Schriftsätzen, in Personal- und Verwaltungsfragen: Überall kannte er sich bestens aus. „Meine Frau hat mir schon mal im Scherz gesagt, dass ich mehr Stunden im Kirchendienst verbringe, als an ihrer Seite“, berichtet der Senior.

Auch in der Männergemeinschaft hat er jahrelang den Vorsitz innegehabt. Als Lektor und Kommunionhelfer hat er sich auch im liturgischen Bereich eingebracht. Wenn Not am Mann war, hat er auch schon mal die Vertretung im Pfarrbüro übernommen. „Und den Küster habe ich auch hin und wieder vertreten.“

Der in kirchlicher Trägerschaft befindliche Friedhof in Rinkerode lag Heinz Lembeck besonders am Herzen. „Die Kirchengemeinde hat damals die Friedhofskapelle errichtet und diese komplett über Darlehen finanziert“, erzählt er. Als „Gegenleistung“ habe die Stadt den Grabaushub durchgeführt. Als diese vorhatte, die Aufgabe der Kirche zu übertragen, wurden seitens der Gemeinde Überlegungen angestellt, den Friedhof in städtische Trägerschaft zu geben. „Dazu ist es aber Gott sei Dank nicht gekommen“, zeigt sich Heinz Lembeck darüber noch heute erleichtert.

Ein Höhepunkt seiner Tätigkeit im Kirchenvorstand war die Umsetzung von „Horstkötters Schöppken“. Das kleine Fachwerkhaus, in dem früher am Weitkamp eine Fahrradwerkstatt untergebracht war, wurde unter Leitung von Lembeck zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Rinkeroder Vereine im Schatten des Pfarrzentrums neu errichtet. Die Maurerarbeiten wurden von den Rinkeroder „Urgesteinen“ Alfred Kneilmann, Hermann Bultmann und Anton Kisse durchgeführt. „Die drei haben das für‘n Brötchen und nen Schnaps gemacht“, weiß Lembeck.

2010, also mit 81 Jahren, schied Heinz Lembeck aus dem Kirchenvorstand aus. Er stellte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. „Ich habe während der Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand mit sechs Pfarrern zusammengearbeitet. Das war eine schöne, aber auch sehr intensive Zeit“, blickt Heinz Lembeck zufrieden zurück.

Passend für seine gesamte ehrenamtliche Tätigkeit ist immer noch ein Zitat aus der Dankesrede von Pfarrer Dieter Trockel anlässlich Lembecks 80. Geburtstags: „Mit einer Menge Sachverstand, Umsicht und dem nötigen Weitblick hat Heinz Lembeck das Leben in St. Pankratius über gut dreieinhalb Jahrzehnte verantwortlich und entscheidend mitgestaltet. Seine Kompetenz in handwerklichen, technischen und verwaltungsmäßigen Angelegenheiten hat er im Laufe der Jahre immer wieder ehrenamtlich zum Wohl der Gemeinde eingesetzt. Dabei hat er sich stets sein freundliches und wohlwollendes Wesen bewahrt.“

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