Serie „Kirche heute“
Team von Problem-lösern

Drensteinfurt -

Seit 20 Jahren kümmert sich das Team des Caritas-Punktes St. Regina um hilfsbedürftige Drensteinfurter. Die Ehrenamtlichen haben ein offenes Ohr für Menschen mit finanziellen oder emotionalen Problemen.

Dienstag, 13.02.2018, 06:02 Uhr

Sie haben für Menschen mit Sorgen stets ein offenes Ohr (v.li.): Ulla Strickmann, Petra Holler-Kracht, Britta Schulte, Stefanie Rubbert und Anne Wirth vom Team des Caritas-Punktes St. Regina.
Sie haben für Menschen mit Sorgen stets ein offenes Ohr (v.li.): Ulla Strickmann, Petra Holler-Kracht, Britta Schulte, Stefanie Rubbert und Anne Wirth vom Team des Caritas-Punktes St. Regina. Foto: Nicole Evering

Probleme lösen, egal, ob sie finanzieller oder emotionaler Natur sind, das hat sich der Caritas-Punkt St. Regina zur Aufgabe gemacht. Mit dem Grundgedanken, Bedürftige in Drensteinfurt zu unterstützen, ist die Gruppe vor 20 Jahren gegründet worden. Und der Bedarf ist im Laufe der Zeit nicht geringer geworden. Eher im Gegenteil.

Sie sind mit Herzblut bei der Sache. Das spürt man sofort, wenn man mit Stefanie Rubbert , Petra Holler-Kracht , Ulla Strickmann, Anne Wirth und Britta Schulte ins Gespräch kommt. Die fünf Frauen bilden mit Ruth Damm, Birgit Jackenkroll, Margot Stadie, Sabine Triem und Markus Kröger das Team des Caritas-Punktes. Bis auf Rubbert, die auf Minijob-Basis beim Caritasverband Ahlen angestellt ist, sind alle ehrenamtlich engagiert, um Menschen in Not unter die Arme zu greifen.

Dreh- und Angelpunkt ist die wöchentliche Sprechstunde, die mittlerweile nur noch dienstags von 17 bis 19 Uhr in der Alten Küsterei (Zugang vom Kirchplatz aus) stattfindet. „Den Termin am Donnerstagvormittag mussten wir leider streichen. Einfach, weil wir nicht genug Ehrenamtliche sind“, erklärt Stefanie Rubbert und spricht damit gleich ein Problem an: Helfer zu finden, die Zeit haben, sich einzubringen, wird immer schwieriger.

In die Sprechstunde kommen Menschen – „mal sind es nur zwei, mal bildet sich tatsächlich eine Schlange vor der Tür“, weiß Ulla Strickmann –, die Beratung bei in erster Linie finanziellen Sorgen benötigen. Der Caritas-Punkt vermittelt die richtigen Ansprechpartner bei Behörden wie Sozialamt oder Jobcenter, hilft beim Ausfüllen von schwer verständlichen Dokumenten oder beim Schreiben von Bewerbungen, recherchiert, welche Fördertöpfe zur finanziellen Unterstützung angezapft werden könnten – und hat dabei immer ein offenes Ohr. „Denn viele haben auch einfach nur großen Redebedarf und wollen ihre Sorgen mitteilen“, berichtet Anne Wirth. Manch einer kommt nur ein, zwei Mal in die Sprechstunde, um sich Rat zu holen. Andere Bürger wiederum begleitet das Team über Jahre hinweg.

Häufig packen die Ehrenamtlichen auch selbst mit an, wenn zum Beispiel der Umzug einer Familie mit geringem Einkommen bewerkstelligt werden muss. „Dann schleppen wir auch schon mal Kartons“, sagt Petra Holler-Kracht schmunzelnd. Braucht ein Bedürftiger eine teure Spezialbrille oder muss ein Kinderzimmer eingerichtet werden, dann vermittelt der Caritas-Punkt den Kontakt zu Stiftungen, die Zuschüsse beisteuern. Zur Überbrückung von Engpässen werden auch Lebensmittel-Gutscheine ausgegeben, die in allen örtlichen Supermärkten angenommen werden. „Früher hatten wir sogar eine Lebensmittelausgabe, die auch sehr gut angenommen wurde. Aber das war mit großem Aufwand verbunden“, erinnert Stefanie Rubbert. Man sei froh, dass diesen Bereich in Zukunft die „Tafel“ abdecke.

Was der Caritas-Punkt leistet, wird ausschließlich über Spenden finanziert, die von Vereinen und Einzelpersonen kommen oder die bei den jährlich stattfindenden Haussammlungen generiert werden. Von dem Geld werden auch Ferienfreizeiten wie „SKiFF“ oder das DSC bezuschusst und die Nachmittage der Caritas-Seniorenbegegnung mitfinanziert.

Im Laufe der Jahre haben sich Berge von Ordnern mit Informationen angesammelt, auf die die Ehrenamtlichen zurückgreifen. „Und wenn wir etwas nicht wissen, dann fragen wir einfach überall ganz hemmungslos nach“, erklärt Holler-Kracht.

Die Frage, warum sie sich ausgerechnet beim Caritas-Punkt engagiert, kann Ulla Strickmann, die früher Lehrerin war, ganz schnell beantworten: „Weil ich etwas für andere tun möchte. Es gibt so viel Elend in der ganzen Welt – aber eben auch hier vor Ort. Wir wollen eine Anlaufstelle für die Drensteinfurter sein.“

Das Team bekommt zahlreiche positive Rückmeldungen. „Jemand hat uns zu Weihnachten Plätzchen als Dank gebacken“, berichtet Anne Wirth. Eine Frau ist den Ehrenamtlichen besonders in Erinnerung geblieben. Mehrere Jahre hat der Caritas-Punkt sie in vielen Belangen unterstützt. „Nun hat sie ihr Glück gefunden und geheiratet – war aber anschließend mehrmals bei uns, um zu erzählen, wie gut es ihr nun geht“, sagt Petra Holler-Kracht. Eine Bestätigung für das Team, dass seine Hilfe gebraucht wird – und ankommt.

► Der Caritas-Punkt St. Regina ist unter ✆ 0 25 08 / 569 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an caritas punkt@gmail.com erreichbar. Ansprechpartnerin für den Besuchskreis ist Anne Wirth, ✆ 0 25 08 / 99 96 30.

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