Sanierung in der Sommerpause
280 000 Euro für die Alte Post

Drensteinfurt -

Rund drei Jahrzehnte nach ihrer Kernsanierung ist die Alte Post erneut „in die Jahre“ gekommen. Die Heizungsanlage ist abgängig. Und auch in Sachen Brandschutz besteht dringender Handlungsbedarf. In der Sommerpause sollen daher rund 280 000 Euro in die Modernisierung investiert werden.

Donnerstag, 14.06.2018, 23:56 Uhr

Schmuckstück mit Sanierungsbedarf: Während der Sommermonate ist die Alte Post „dicht“. Neben Brandschutzmaßnahmen steht vor allem der Einbau einer neuen Heizungsanlage auf dem Programm. Das Licht soll im kommenden Jahr erneuert werden.
Schmuckstück mit Sanierungsbedarf: Während der Sommermonate ist die Alte Post „dicht“. Neben Brandschutzmaßnahmen steht vor allem der Einbau einer neuen Heizungsanlage auf dem Programm. Das Licht soll im kommenden Jahr erneuert werden. Foto: Dietmar Jeschke

Sie ist so etwas wie das „Aushängeschild“ der Stadt. Und keine offizieller Empfang ist ohne sie denkbar. Aber rund drei Jahrzehnte nach ihrer Kernsanierung ist die Alte Post mittlerweile erneut in die sprichwörtlichen „Jahre“ gekommen. Eine nicht mehr zeitgemäße Heizungsanlage und eine miserable Beleuchtung sind dabei nicht die einzigen Mängel, über die bereits seit einigen Jahren in Verwaltung und Politik immer mal wieder diskutiert wird. Mittlerweile stehen vielmehr auch die Brandschutzwächter vor der Tür. Und die drohen unversehens mit einem Nutzungsverbot. Kurz: Es muss etwas passieren. Und das soll es nun auch – in der politischen Sommerpause.

Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Bauausschusses am Montag berichten wird, soll in den kommenden Monaten vor allem die aus einzelnen Nachtspeicheröfen bestehende Heizungsanlage ersetzt werden. Die alte Heizung, erläutert Bauamtsleiter Christoph Britten, sei mittlerweile nicht nur „abgängig“. Sie habe vielmehr bereits wiederholt zu kompletten Systemausfällen in der Stromversorgung des historischen Gebäudes geführt. „Im Zuge der Umbau- und Sanierungsmaßnahme soll daher gleichzeitig auch eine moderne Gasbrennwertheizung eingebaut werden“, erklärt Britten. Aber: „Sowohl die Brandschutzmaßnahmen als auch die Heizungsarbeiten sind aufgrund der Arbeiten innerhalb des Bestandes eines denkmalgeschützten Gebäudes äußerst umfangreich und kostenintensiv. Unter anderem muss eine neue Brandmeldeanlage mit Alarmaufschaltung installiert werden.“

Damit aber nicht genug: Auch die Decke im Erdgeschoss der Alten Post muss „brandschutztechnisch ertüchtigt werden“, schreibt die Verwaltung. Das soll mit einer weiß gestrichenen Trockenbaukonstruktion geschehen, die zwischen der Balkenlage verbaut werden soll. „Auf diese Weise bleibt die Optik der Fachwerke erhalten. Der Raum wird jedoch deutlich heller und wirkt höher“, erläutert der Bauamtsleiter.

Was die Heizung betrifft, so sollen die alten Nachtspeicheröfen entsorgt und durch moderne, wasserführende Heizkörper ersetzt werden. Ferner ist für den großen Sitzungssaal die Installation von Deckenstrahlheizkörpern geplant. Die noch funktionsfähige Fußbodenheizung soll bleiben. Bei Bedarf kann sie künftig zugeschaltet werden.

Was das bisher spärliche Licht betrifft, so ist die Montage einer neuen Deckenbeleuchtung mittels LED-Technik geplant. Die jedoch ist im aktuellen Haushaltsplan nicht vorgesehen, weshalb zunächst nur die Verkabelung installiert werden soll. Die eigentlichen Leuchten sollen dann im kommenden Jahr nachgerüstet werden.

Apropos Haushalt: Bislang hatte die Stadt für die notwendigen Arbeiten eine Summe von 246 000 Euro veranschlagt. Kosten werden die Maßnahmen – ohne LED-Lichter – aber voraussichtlich 280 000 Euro. „Dies sollte jedoch in Kauf genommen werden, da sowohl der Brandschutz als auch eine funktionierende Heizung unerlässlich für den Betrieb dieses traditionsträchtigen Gebäudes sind und auch nicht aufgeschoben werden können, da ansonsten die Untersagung der Nutzung durch die Aufsichtsbehörde drohen könnte“, erklärt Christoph Britten.

Die gesamten Arbeiten sollen in der Sommerpause durchgeführt werden, so dass der Sitzungsbetrieb nicht beeinträchtigt wird. Trauungen und andere Veranstaltungen können derweil nicht in der Alten Post stattfinden.

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