Drensteinfurt

So., 07.03.2010

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„Mantaplatte“ bekämpft Klimawandel

Ein gewohntes Bild im Programm des Duo: Jochen Rüther (li.) gibt die trockenen Statistiken wieder, und Harald Funke versieht sie mit seinem ganz eigenem Blick auf die Dinge.Foto: (-phi-)
Von Philipp Heimann

Rinkerode - Zwei Stunden spitzzüngiges Kabarett, bei dem selbst der Saunagang mit Ronald Pofalla oder die Suche nach einem neuen Dalai Lama im Publikum nicht außen vor blieb, und dass eine „Mantaplatte“ zur Bekämpfung des Klimawandels immer geht, bekamen am Samstagabend die Besucher im voll besetzten Pfarrzentrum in Rinkerode aufgetischt.

Auf Einladung des Heimatvereins war das Münsteraner Kabarett-Duo „Funke & Rüther“ mit seinem Programm „Scharf gemacht“ nach Rinkerode gekommen. Es brachte 120 Zuschauer an den Rand der Tränen. In ihrem Programm suchen die beiden einen neuen Heilsbringer für Deutschland, der in Zeiten der so zahlreichen Krisen in diesem Land dringend gebraucht wird. Doch in der Politik ist so jemand nach Ansicht der beiden auf keinen Fall zu finden. Also muss jemand aus dem Volk auserkoren werden. Am besten eine Art „Schmunzelpapst“ mit 100 Prozent Akzeptanz.

Und damit dieser Jemand gefunden wird, durchforstet Jochen Rüther, mit ruhiger abgeklärter Miene, die Statistiken über Männer und Frauen nach brauchbaren Informationen. Dabei eröffnen sich seinem Kollegen Harald Funke und auch dem Publikum ganz neue Sichtweisen, wenn sie hören, dass die Durchschnittsdeutsche Sabine glatt 20 Kilo mehr Obst isst als ihr Mann Thomas, der sein Geld natürlich lieber für sein Auto ausgibt, anstatt für Bücher. Harald Funke sah die Statistiken seines Kollegen deutlich menschlicher an,und überlegte zweimal, ob er auf den Tausch seine Frau gegen einen Siebener-BMW, nicht doch eingehen würde.

Aber auch um die Kulturlandschaft ist es nicht sehr gut bestimmt. Denn „Wenn was in Deutschland gelesen wird, dann höchstens die Küchenzeile“.

Den beiden Kabarettisten gelingt es bei ihrer Analyse der Gesellschaft, das Publikum voll und ganz zu begeistern und nicht zu abstrakt zu werden, sondern auch immer mit einem gewissen lokalen Bezug nah bei den Menschen zu bleiben. Und wenn sogar hier im Münsterland beim Thema Kirche geschmunzelt wird, können „Funke & Rüther“ so viel nicht falsch gemacht haben.


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