Everswinkel
Dahin, wo der Pfeffer wächst

Samstag, 19.02.2011, 08:02 Uhr

Everswinkel - „Ich war dort, wo der Pfeffer wächst“ erzählt Doris Schulze Othmerding und lacht. Doch nicht nur Pfeffer wächst auf der Insel La Réunion, sondern auch Vanille, Kaffeebohnen, Ingwer, Papaya und andere exotische Früchte werden dort geerntet. La Réunion ist ein französisches Übersee-Department, rund 800 Kilometer von Madagaskar entfernt. Ein Jahr lang lebte die Everswinkelerin auf der Insel im Indischen Ozean und berichtete nun im Pfarrheim über diese Zeit.

Mehr als 40 Gäste waren gekommen, um Schulze Othmerding anhand von Bildern und Filmen noch einmal auf ihrer Reise zu begleiten. Mit beeindruckenden Naturaufnahmen, Kirchen, Stränden, Aufnahmen der Einwohner und den passenden Anekdoten und Geschichten zu den Fotos zog sie ihre Zuhörer in ihren Bann. Die Möglichkeit, den Schritt in eine neue Kultur zu wagen, bekam die Everswinkelerin durch einen Lehreraustausch. Seit 19 Jahren arbeitet Doris Schulze Othmerding als Französisch- und Relegionslehrerin an der von-Galen-Realschule in Warendorf. Mit ihrem réunionesischen Kollegen Pascal tauschte sie für ein Schuljahr praktisch das ganze Leben: Den Job, die Autos und sogar die Wohnung.

Im Juli 2009 machte sich die Lehrerin auf den Weg von Frankfurt über Paris zwölf Flugstunden in die Stadt Saint Pierre im Süden der Insel La Réunion. Dort angekommen, war erst einmal alles anders, erinnert sie sich: „Es war die erste Zeit nicht einfach, sich einzugewöhnen, aber ich wurde im neuen Kollegium toll aufgenommen.. An ihrem Gymnasium in Saint Pierre unterrichtete sie ausschließlich Deutsch. „Die Schüler waren begeistert, von einer Muttersprachlerin zu lernen“, erzählt sie. „Die Arbeit als Lehrer dort ist aber schon eine ganz andere. Es gibt Sozialpädagogen, die einem viel Arbeit abnehmen, die mit dem Unterrichten an sich nichts zu tun haben. Das macht das Lehrer-Sein einfacher.“ Trotzdem fühlte sich auch der Austausch-Kollege wohl im kühleren Deutschland und genoss die Erfahrung. Neben der französischen Sprache lernte Schulze Othmerding auch die creolische Sprache - eine vereinfachte Form des Französischen aus Zeiten des Sklavenhandels - kennen, die noch heute auf La Réunion gesprochen wird.

Natürlich war die Lehrerin nicht nur zum Arbeiten auf der Insel, sondern hatte während der zwölf Monate auch ausreichend Zeit, die Vulkaninsel zu erkunden. „Ich habe meinen ersten Dreitausender, den Piton de Neiges, bestiegen“, berichtete sie von ihrer neu entdeckten Leidenschaft fürs Wandern. Um ihren Zuhörern auch kulinarisch einen Eindruck von der creolischen Kultur zu verschaffen, gab es im Anschluss an den Vortrag Samussas, typisch creolische Teigtaschen, sowie einen fruchtigen Cocktail aus Rum, Ingwer und Ananassaft. Dass sie nicht eines Tages auf die paradiesische Insel zurückkehrt, wollte Doris Schulze Othmerding dabei nicht ganz ausschließen.

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