Wunderkerzen und Wehmut
Mo., 30.01.2012
Verbundschule verabschiedet Schulleiter Ludger Feller
Everswinkel - Elf Jahre hat er die Geschicke der Schule gelenkt, sie maßgeblich beim Übergang von der Hauptschule zur Verbundschule Everswinkel begleitet – am Freitag wurde Schulleiter Ludger Feller mit großem Bahnhof in den Ruhestand verabschiedet. Vor der eigentlichen Abschiedsfeier mit zahlreichen Gästen standen alle Schüler mit Wunderkerzen Spalier.
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Mit einem ungewöhnlichen Auftakt begann am Freitag die Verabschiedungsfeier des langjährigen Schulleiters der Verbundschule, Ludger Feller. Unter den Klängen der Tatort-Erkennungsmelodie erschien auf der Leinwand ein Steckbrief mit der Schlagzeile „Gesucht wird“. Zu erkennen war das Konterfei des scheidenden Schulleiters. Bei seiner Begrüßung versetzte der stellvertretende Schulleiter Friedhelm Hempelmann die Gäste zurück ins Jahr 2010. Bei der Amtseinführung war Ludger Feller von einigen Schülern „verhaftet“ und in Handschellen gelegt worden.
„Damals hatten wir unverschämtes Glück, weil wir die Stelle mit dem Mann besetzen konnten, den wir uns alle gewünscht haben. Und den wollten wir nicht wieder loslassen“, griff Bürgermeister Ludger Banken später bei seiner Ansprache diese Begebenheit wieder auf. In Anspielung auf den Beginn der unterrichtsfreien Phase der Altersteilzeit waren sowohl Banken als auch Hempelmann der Meinung: „Heute können wir Sie zwar schweren Herzens aber doch guten Gewissens wegen guter Führung vorzeitig aus dieser Haft entlassen.“
Herzlich, voller Respekt und Anerkennung waren die Dankesworte, die Feller an diesem Nachmittag mit auf den Weg gegeben wurden. „Du hast bei Deiner Einführung den ehemaligen französischen Präsidenten Mitterand zitiert: ‚Man kann keine Einigung erzielen, wenn man jemandem auf die Füße tritt‘“, lobte Hempelmann die faire und gute Zusammenar-beit. „Ihre Amtszeit war eine ausgesprochen glückliche“, nahm Banken Bezug auf die „turbulenten, anspruchsvollen vergangenen Jahre; denn schließlich entwickelt man nicht alle Tage eine Hauptschule zu einer Verbundschule weiter.“ Bei den Vorbereitungen für die neue Schulform sei Feller stets „mit im Boot gewesen. „Aber nicht nur das, Sie haben immer mit gerudert und mit gesteuert“, unterstrich der Bürgermeister Fellers Verdienste. „Dafür ein außer-ordentliches und nachdrückliches Dankeschön.“
Regierungsschuldirektorin Annette Brockötter malte in ihrer Ansprache das Bild eines „idealen“ Schulleiters. „Er muss Visionen haben, diese in Ziele umsetzten, und zusammen mit seinem Team an einem Strang ziehen.“ Feller vereinige all diese Eigenschaften in seiner Person. Ruhig, sicher urteilend, engagiert, kompetent, ver-antwortungs- und pflichtbewusst seien Adjektive, die sie ihm bescheinigen könne.
Für die Schulpflegschaft fand deren Vorsitzende Jutta Zimmermann herzliche Worte des Dankes: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Sie hier nicht mehr sind“, formulierte sie die gute Zu-sammenarbeit. „Alles hat seine Zeit“, stand über den Grußworten von Diakon Hubert Wernsmann. „Mit Ihnen war immer eine friedvolle respektvolle Kooperation möglich“, fand er sehr persönliche Worte. Die gab es in gereimter Form anschließend von den Mädchen und Jungen der Schülermitverwaltung.
Sichtlich bewegt dankte Feller allen, die ihn auf seinem Weg als Schulleiter begleitet haben. „Schulqualität wird geprägt durch die emotionale Haltung der Lehrkräfte, sowie ihrer positiven und lebensbejahenden Ausstrahlung“, machte Feller seinem Kollegium ein großes Kompliment. Eindrucksvoll umrahmt wurde die Verabschiedungsfeier durch das Musical-Ensemble der Schule und den Solo-Aufritten von Miriam Greshake und Kim-Joline Neyer, die mit ihren bemerkenswerten Gesangsleistungen die Gäste in Erstaunen versetzten.