Mi., 29.05.2013

Erfinder stellt „Synchrotrain“ vor Vision zum Verkehr

Stellte seine Vision vom Verkehr der Zukunft vor: Uwe Stahn entwickelte das Konzept „Synchrotrain“

Stellte seine Vision vom Verkehr der Zukunft vor: Uwe Stahn entwickelte das Konzept „Synchrotrain“ Foto: Niesmann

Everswinkel - 

Stundenlanges Stehen im Stau, stark beschädigte Straßen sowie jährlich etliche Verletzte und Tote. Für die kommenden Jahre wird zudem ein deutlicher Anstieg des klimaschädlichen Autoverkehrs prognostiziert. „Wie kann da ein Modell für die Zukunft aussehen? Wie werden wir künftig reisen?“ Das hat sich der Ortsverband der Grünen gefragt und deshalb im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wie stellst Du Dir die Zukunft vor?“ einen Experten zu diesem Thema in die Gaststätte Arning eingeladen.

Von Isabel Niesmann

Uwe Stahn , selbstständiger Diplom-Ingenieur, Systemanalytiker und Erfinder, glaubt die Lösung für das Transportproblem gefunden zu haben. Seine Idee gegen überfüllte Autobahnen und Staus: Das von ihm entwickelte Konzept des Synchrotrains, bei dem Autofahrer auf die Schiene kommen. „Bei dem Synchrotrain handelt es sich um ein neuartiges öffentliches Verkehrsmittel. Es vereint die Vorteile des individuellen Verkehrs auf einer Autobahn mit der Spurführung der Schiene“, erklärte Stahn sein ehrgeiziges Projekt. Heraus kommt ein automatisches Schienenauto ohne Fahrer. Das Lenken übernimmt die vorhandene Schiene.

Entstanden ist die Idee beim Fahren auf der Autobahn. Aufgefallen sei ihm, dass die beiden einzigen Anforderungen an den Fahrer das Halten der Geschwindigkeit und der Spur seien. Das könne der von ihm entwickelte Synchrotrain auch und sei außerdem weniger fehleranfällig. Stahn habe sich gefragt, was er von einem Verkehrssystem erwarte. Individuell, komfortabel, schnell, sicher, zuverlässig, energiesparend und kostengünstig solle es sein. Weder Autos noch die Bahn könnten das erfüllen. „Das Problem ist, dass jeder versucht, nur für sich selbst eine Lösung zu finden, aber nicht gemeinsam“, bedauerte Stahn. Dabei sei es viel besser, die Vorteile von Bahn und Auto zu kombinieren und aus den vorhandenen Mitteln das Beste herauszuholen.

Genau das passiert in seinem Zukunftsprojekt: Kleine Waggons transportieren hier ihre Fahrgäste auf den Schienen. Bestellt werden die Plätze per Handy oder im Internet. Ein Computer berechnet die Abfahrtzeit und zwar so, dass kein Stau entstehen kann. Ein Parallelbetrieb mit der jetzigen Eisenbahn wäre möglich und somit die Auslastung der Schienen sehr viel höher. „Auf einer Autobahn muss man große Abstände einhalten, das reduziert die Kapazität erheblich. Der Synchrotrain hat bei 100 km/h die Kapazität einer 14-spurigen Autobahn, bei 200 km/h die Kapazität einer 26-spurigen“, so Stahn und ergänzte: „Güter- und Gruppentransporte sind ebenfalls möglich.“ Ein Schiff brauche von Europa nach Asien 50 Tage, der Synchrotrain drei.

„Individuell, vollautomatisch, öffentlich, klimafreundlich und garantiert ohne Stau“, so könnte Reisen nach Stahns Meinung bald aussehen. „Synchrotrain umfasst die 15-fache Kapazität der Bahn, er fährt nonstopp wie ein Sprinter, und das bei einer konstanten Geschwindigkeit zwischen 50 und 200 Kilometern pro Stunde“. Einen Prototyp des Schienenautos gibt es bereits. Jetzt fehlen dem Berliner Investoren für das Milliarden-Projekt. Die Umbauarbeiten für die Realisierung des Synchrotrain wären schließlich extrem teuer und zeitintensiv. Allein die Umstellung des kompletten Schienennetzes in Deutschland würde mehrere Jahrzehnte dauern.

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