Parkraum-Konzept Magnusplatz: Abschied von der großen Variante mit Kosten von rund 750 000 Euro
Behutsame Lösung

Everswinkel -

Den großen Rundumschlag wird es nicht geben. Schon aus Kostengründen. Wenn die Frage der künftigen Parkraum-Gestaltung am Magnusplatz beantwortet wird, dann mit einer behutsamen Lösung. Das ist die Quintessenz der Beratungen im Planungsausschuss am Donnerstagabend. An der Notwendigkeit, Parkplätze im Bereich des neuen Rossmann-Marktes auch auf Dauer anzubieten, bestand für CDU, SPD und FDP kein Zweifel.

Samstag, 20.09.2014, 12:09 Uhr

Parken am Magnusplatz –  dieses Thema beschäftigt Gemeindeverwaltung und Kommunalpolitiker seit einiger Zeit. Wie soll es nach der Rossmann-Ansiedlung weitergehen?
Parken am Magnusplatz –  dieses Thema beschäftigt Gemeindeverwaltung und Kommunalpolitiker seit einiger Zeit. Wie soll es nach der Rossmann-Ansiedlung weitergehen? Foto: Meyer

Hellmut Neidhardt vom Büro „Landschaft Planen und Bauen“, der auch schon beim jüngsten Bürgerrundgang dabei war, zeigte noch einmal die Situation auf mit einer Magnusplatz-Zufahrt, die ursprünglich gar nicht auf Verkehr und Parken ausgerichtet worden sei und bei der nun eine provisorische Situation geschaffen worden sei. Wie unterschiedlich die Vorstellungen gerade in der Bürgerschaft sind, wie dieser Bereichs künftig aussehen sollte, hatte sich bei jener Bürgerveranstaltung deutlich gezeigt. Es ist die Quadratur des Kreises: Einerseits die angesiedelten Geschäfte und Einkaufenden durch Parkraum unterstützen, andererseits die Anwohner nicht mit Parkraum und möglicherweise Durchgangsverkehr belasten.

Neidthardt und Hermann Himmelmann vom Büro Gnegel zeigten mögliche Varianten auf, die auch Extreme beinhalteten. Etwa eine Einbahnstraßenregelung ab Zufahrt Warendorfer Straße und Durchfahrt mittels neuer Rampe zum Parkplatz Brunnenstraße. Dazu die maximale Auslastung der Flächen mit schräg angeordneten Stellflächen, durch die die derzeit elf Parkplätze auf bis zu 29 erweitert werden könnten. Ein „starker Eingriff“ in die derzeitige Gestaltung, wie Neidhardt gestand. Optimierungspotenzial auch beim Parkplatz Brunnenstraße, bei dem man durch eine Neugestaltung bis zehn Stellplätze mehr schaffen könnte. „Dann ist das Blätterdach durch die Bäume aber weg.“ Problematisch auch die derzeitige Oberfläche. „Das Pflaster ist noch gut in Schuss, dafür, dass es befahren wird“. Letztendlich sei das Material mit kleinteiligem Pflaster, Querfugen etc. aber nicht dafür geeignet, auf Dauer befahren zu werden. „Das ist ein klassischer Fußgängerbereich. Da kommt man „schnell an die Grenzen“, deutete Himmelmann an, dass dann auch wohl der Unterbau angefasst werden müsste.

Natürlich stand angesichts dieser Überlegungen die Kostenfrage im Raum. CDU-Fraktionschef Dirk Folker formulierte sie. Die Zahlen wirkten ernüchternd. Grob geschätzte 300 000 Euro für eine Rampe zum Parkplatz Brunnenstraße und Neuordnung der dortigen Situation und 450 000 Euro für den Umbau der Magnusplatz-Zufahrt. „Dass wir dafür rund 750 000 Euro ausgeben, das sieht hier im Raum wohl keiner“, ließ Bürgermeister Ludger Banken keinen Raum für Spekulationen.

Derartige Summen waren auch für die Kommunalpolitiker jenseits der Vorstellungskraft. Gleichwohl betonten CDU , SPD und FDP, dass der gänzliche Verzicht auf Parkplätze am Drogeriemarkt nicht vorstellbar sei. „Wir brauchen definitiv Parkplätze, denn es geht um den Drogeriemarkt, den wir mit viel Anstrengungen hier hinbekommen haben“, betonte Folker, der aber auch „die Problematik mit den Anliegern“ sah. Für so viele Parkplätze „wie absolut nötig sind“ plädierte FDP-Fraktionssprecher Peter Friedrich. „Eine akzeptable Zahl liegt für uns zwischen acht und zehn, aber über die Qualität der Parkplätze muss man nachdenken“, erklärte SPD-Fraktionsführer Dr. Wilfried Hamann, der eine stringente Parkzeitbeschränkung und nach Geschäftsschluss eine Sperrung des Bereichs forderte – etwa durch absenkbare Poller. Für die Grünen dagegen herrscht auf der Magnusplatz-Zufahrt „schon jetzt Chaos ohne Ende“, und von der Attraktivität des Magnusplatzes gehe durch Parkplätze viel verloren, so Karl Stelthove, der Stellflächen dort ablehnte.

Einigkeit herrschte darin, über die Attraktivierung des Parkplatzes Brunnenstraße nachzudenken. Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP wurde auch der Erhalt von acht bis zwölf Parkplätzen an der Magnusplatz-Zufahrt beschlossen. Die Möglichkeiten der zeitlichen Parkbeschränkungen sollen geprüft werden.

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