Mi., 28.01.2015

JAlkohol-Kontrollen beim Karnevalsumzug werden fortgesetzt Keine Pause beim Jugendschutz

Sehen einen nachhaltigen Erfolg in den Kontrollen:

Sehen einen nachhaltigen Erfolg in den Kontrollen: Foto: Meyer

Everswinkel - 

26 673. So viele Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren mussten 2012 bundesweit aufgrund exzessiven Alkoholkonsums stationär im Krankenhaus behandelt werden. 75 Prozent von ihnen waren unter 18. Rund 17 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen trinken sich mindestens einmal pro Monat in einen Rausch. Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Von Klaus Meyer

„Es ist an der Zeit, dass ein gesellschaftliches Umdenken zu einem verantwortungsvollen Alkoholkonsum stattfindet“, kommentiert Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung diese „Rausch-Daten“. Jetzt in der Karnevalszeit hat das Rauschmittel Alkohol wieder Hochkonjunktur. In Everswinkel wird schon seit Jahren daran gearbeitet, jugendliche Jecken während des Karnevalsumzuges davor zu schützen.

„Keine Kurzen für Kurze“, lautet auch am 15. Februar wieder die Devise, wenn die bewährte Zusammenarbeit von Everswinkeler Karnevalsgesellschaft, Gemeinde, Kreisjugendamt und Polizei fortgesetzt wird. Zusammenarbeit heißt Kontrolle, und Kontrolle heißt Prävention. „Wir wollen den erhöhten Kontrolldruck aufrechterhalten“, kündigt Martin Welzel vom Ordnungsamt eine ungebrochen starke Präsenz für den Karnevalssonntag an. Die hat in den vergangenen Jahren für einen nachhaltigen Erfolg gesorgt. Mussten 2010 noch fünf alkoholisierte Jugendliche den Eltern übergeben werden und waren damals rund 15 Flaschen mit Spirituosen bzw. Alkohol-Mixgetränken konfisziert worden, „so war das 2013 schon ein komplett anderes Bild“. Im vergangenen Jahr wurde eine 17-Jährige auffällig, das war‘s.

Die Kontrolltrupps haben einen Blick dafür, wer auffällig ist. Manchmal ist auch ein Blick in den Rucksack der Kids nötig. „Die Jugendlichen sind sehr kooperativ“, berichtet Dorf-Polizist Martin Baggeroer aus seinen Erfahrungen. Flunkern würde ohnehin kaum helfen. „Wir haben Teststreifen dabei. Damit kann man jedes Getränk identifizieren.“

Auch auf den Karnevalswagen ist Zurückhaltung in Sachen Alkohol angesagt. Das klappt nicht immer. „Wir haben im vergangenen Jahr beim Fischessen noch einmal darauf hingewiesen, dass es den einen oder anderen Vorfall gab und angekündigt, dass verstärkt Kontrollen stattfinden“, erklärt Benedikt Beuck von der EKG. „Wir haben das auch alles in einem Brief zusammengefasst und an alle beteiligten Gruppen geschickt“, ergänzt Marcel Veltmann.

„Wenn der Zug läuft, geht es in erster Linie um die Sicherheit“, macht Welzel deutlich. Und wenn es die Sicherheit erfordere, dann müsse notfalls auch ein Wagen an geeigneter Stelle aus dem Zug herausgezogen werden. Erstmals müssen in diesem Jahr die Zug- bzw. Wagenbegleiter von den teilnehmenden Gruppen namentlich benannt werden. Es sei wichtig, immer wieder die Verantwortung zu betonen, die jeder Teilnehmer trage, unterstreichen Welzel und Baggeroer.

Verantwortung sehen die beiden auch als Stichwort in Richtung der Eltern. „Gefordert sind auch die Eltern. Sie haben auch Pflichten“, spielt Welzel auf die Aufklärung schon im Elternhaus an. „Es ist nicht egal, was in der Öffentlichkeit passiert.“ Das Prinzip, „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, muss bleiben, sind sich alle Beteiligten einig. „Uns ist bewusst, dass wir das weiterführen müssen und den Faden nicht abreißen lassen dürfen“, betont Ordnungsamtsleiter Thomas Stohldreier.

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