So., 19.03.2017

Kolpingspielschar feiert Premiere Pantoffeln gegen Pumps getauscht

Applaus zum Schluss für

Applaus zum Schluss für Foto: Jana Stumpe

Everswinkel - 

Victoria ruft ihre Freundin an, weil sie eine Auszeit braucht. Diese freut sich über den Anruf und kommt vorbei. Diese verrät ihr: „Kerle sind wie Luftballons, bunt und prall, bis sie verheiratet sind, dann verblassen und schrumpeln sie.“ Der Vorschlag der Freundin, einfach einmal abzuhauen, gefällt der Hausfrau immer besser. Schnell sind die Koffer gepackt. Victoria tauscht ihre Pantoffeln gegen Pumps. Die Kolpingspielschar feiert mit ihrem neuen Stück Premiere.

Von Jana Stumpe

„Ick breng‘ die Moneten auf den Dischk un nu sall ick auck noch den Hushoalt föhren“ beschwerte sich Peter Winter, welcher von Günter Glose gespielt wird. Premiere der Kolpingspielschar mit ihrem Theaterstück „ Pumps giegen Pantuffel“ in der Festhalle. Winters Frau Victoria ist ebenfalls unzufrieden. Wenn sie in den Spiegel schaut, erkennt sie sich nicht wieder. „Ick mott den ganzen Dag in de‘ Kuerke stoahn“, will sie sich mit dem Aussehen einer Hausfrau nicht zufrieden geben.

Sobald die Kinder zu Hause sind, heißt es „Mama, wo büst du? Ick sin jetzt dao, mak an“. Aber nicht nur der Sohn der Familie Winter, welcher von Martin Drzysla gespielt wird, beklagt sich. Auch Tochter Marion Winter wartet auf das Essen, als Studentin habe sie schließlich viel zu tun und nach den Vorlesungen ausgiebig Hunger.

Victoria steht noch am Herd, da klingelt das Telefon und es kündigt sich Besuch an. „Dat met dem ne seggen mott ick noch laernen“ betont die Mutter der beiden Kinder. Ein Kollege von Peter ist zum Essen eingeladen, welcher sich als Gentleman beweist und Victoria einen Blumenstrauß mitbringt.

Am Essenstisch erzählt der Kollege, dass seine Frau verstorben ist. Das kann Victoria gut nachvollziehen, denn auch ihr erster Mann sei im Urlaub in eine Gletscherspalte gefallen und hätte das nicht überlebt. „Man soll sik keine Sorgen maken, die Frauen kümmen immer wieder nach“ scherzt Peter. Weil Sohn Klaus später noch einen Termin hat, schaufelt er das Essen in sich hinein. Der Mutter ist die deutliche Verzweiflung anzusehen.

Es dauert nicht lange, bis auch die Geschwister in einen Streit geraten. „Kinner‘s, kuennt ieh ju nich eenmaol den ganzen Dag verstaoen?“

„Nein!“ lautet die deutliche Antwort beider. Sobald alle aufgegessen haben, sind sie auch wieder aus dem Esszimmer verschwunden, der Kollege ist nach einem Streit über seine, wie es Peter beschrieb „unverdiente Beförderung“, auch wieder aus dem Haus gegangen.

Da sitzt Victoria nun alleine und schon klingelt es wieder an der Tür. Ihre Eltern sind da und beschweren sich, dass der Tisch noch nicht abgeräumt ist. Als Victoria ihnen erklärt, dass ihr im Haushalt niemand hilft, setzen sich ihre Eltern für sie ein: „Loat di von kienen wat vertellen“, beschweren sie sich über Peter Winter. Das bleibt nicht ohne Folgen: Als Peter die Eltern von Victoria sieht, wirft er sie aus dem Haus.

Victoria ruft ihre Freundin an, weil sie eine Auszeit braucht. Diese freut sich über den Anruf und will vorbei kommen. Doch auch bis zum Eintreffen der Freundin hat Victoria Winter keine Ruhe: Oma Hedwig besucht sie. Die Kommunikation fällt nicht leicht, denn sie will einfach nicht verstehen, dass sie Hörgeräte braucht. Statt dessen besteht sie darauf, einen Cognac zu trinken. „Du Cognac, giff mir Lievenskraft“, betet sie ihn förmlich an.

Als die Oma gegangen ist, tritt endlich eine „normale Person“ ins Haus; Victorias Freundin. Diese verrät ihr: „Kerle sind wie Luftballons, bunt und prall, bis sie verheiratet sind, dann verblassen und schrumpeln sie.“ Der Vorschlag der Freundin, einfach einmal abzuhauen, gefällt der Hausfrau immer besser. Schnell sind die Koffer gepackt. Victoria tauscht ihre Pantoffeln gegen Pumps.

Ob sie wieder zurückkommt und ob die Familie auch ohne ihre Hilfe zurechtkommt, wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

Neugierig geworden? Tickets gibt es noch bei Kieskemper und an der Abendkasse. Die weiteren Vorstellungen: 25. März um 19.30 Uhr, 26. März, sowie am 2. April um 15.30 Uhr statt. Das eingenommene Geld geht an den Verein „Das frühgeborene Kind“. Der Erlös auf der Veranstaltung am 25. März kommt der Grundschule Everswinkel zugute. Die Kolpingjugend übernimmt an den Vorstellungsabenden den Verkauf von Snacks und Getränken.

Im Rahmen der Premiere gab es auch Ehrungen: Bernd Tertilt, Bernhard Sumpe und Helmut Maas wurden für ihre 15-jährige Tätigkeit in der Theaterspielschar geehrt. Anna-Lena Glose ist seit fünf Jahren und Lutz Stuppe bereits seit 40 Jahren dabei.

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