Sa., 15.10.2016

Spielmannszug-Mitglieder auf Blasmusik-Kreuzfahrt: 2. Teil Wellen, Wein und kein Weg zum Schlagzeug

Traumhafte Tour: 

Traumhafte Tour:  Foto: Spielmannszug.

Alverskirchen - 

Die sieben Alverskirchener Spielmannszug-Mitglieder haben sich auf dem Ozean-Riesen Costa Pacifica gut eingerichtet. „Die Besatzung ist überaus freundlich und zuvorkommend, wir fühlen uns wie die Götter in Frankreich . . . und Italien“, schreibt Christian Averbeck in seinem Bord-Tagebuch exklusiv für die WN. Der Kellner legt den Musikern beim Abendessen sogar die Serviette auf den Schoß, und Thomas Steinhoff wird von seinem Kabinen-Steward stets freudestrahlend begrüßt mit „Hello Mister Thomas!“, bevor der ihm die Kabinentür öffnet. Es könnte also anstrengender sein auf dieser „Blowing-on-the-Waves“-Kreuzfahrt durchs Mittelmeer.

Von Klaus Meyer

Die Musik, die jeden Tag auf der to-do-Liste steht, ist ja weniger Anstrengung und mehr Spaß. Auf Korsika spielte die bunte 90-köpfige Orchestertruppe aus ganz NRW ihr erstes Landkonzert. Dem ging eine durchaus anspruchsvolle logistische Leistung voraus. So galt es morgens alle Instrumente in die Busse zu laden. „Wir haben die Aufgabe übernommen, das komplette Schlagzeug in der Kabine von Elmar Münstermann zu deponieren und zu jeder Probe, zu jedem Konzert schleppen wir das Equipment hin und her“, so Averbeck.

Fürs Korsika-Konzert in Ajaccio hatte Dirigent und Kreuzfahrt-Organisator Roland Pütz ein abwechslungsreiches Repertoire zusammen gestellt. Für Laura Averbeck, Ludger Kemker, Elmar Münstermann, Aileen Renner, Maria Samberg, Thomas Steinhoff und Christian Averbeck war da zwischendurch auch mal Pause angesagt. „Da wir die einzigen Vertreter der Spielmannsmusik sind, können wir zwar nicht alle Lieder mitspielen, aber dabei sein ist alles.“ Und die Kulisse direkt am Meer mit Zuhörern von Bord, Touristen und Einheimischen sorgte durchaus für etwas Gänsehaut – auch wenn sich die Sonne an diesem Morgen versteckte. Für die Musiker ging‘s anschließend noch zu einer Sightseeing-Tour über die Insel inklusive eines Abstechers an der Geburtsstätte Napoleons.

„Endlich“ fühlten die Alverskirchener nach dem Ablegen auch mal, dass sie sich auf einer Seereise befanden, denn das Mittelmeer zeigte sein launisches Herbstgesicht. Der Wellengang brachte die 290 Meter lange Costa Pacifica und ihre 21 500 Tonnen verbauten Stahls ins Schwanken. Ja, eine Seefahrt , die ist lustig . . . „So manch einer von uns fühlte sich dadurch nach zwei Bier schon so wie am Schützenfest- Sonntag nachts um halb drei“, vergleicht Christian Averbeck die Gefühlslage. Also am besten etwas Entspannung. Die drei Musikerinnen gönnten sich den Spa-Bereich, die vier Musiker den Whirlpool und die Pool-Bar. Aufgewacht sind alle im Hafen von Cagliari auf Sardinien.

Der spielfreie Vormittag wurde ganz unterschiedlich von den Alverskirchenern genutzt. Laura Averbeck, Aileen Renner und Christian Averbeck schlossen sich nach einer Fitness-Einheit an Bord Ludger Kemker und Thomas Steinhoff an, um das Hafenviertel zu erkunden. Elmar Münstermann und Maria Samberg dagegen hatten Gourmet-Gelüste und besichtigten eine Olivenöl-Manufaktur und gönnten sich eine Weinverkostung. „Und genau das sollte zu unserem Problem werden“, erzählt Tambourmajor Averbeck. Bekanntlich lagerte das Schlagzeug in Münstermanns Kabine, und fürs Orchester war um 13 Uhr eine Gesamtprobe angesetzt. Münstermann dagegen genoss zu diesem Zeitpunkt noch das Ambiente des Weinkellers. „Wir kamen nicht an das Schlagzeug heran. 90 Musiker warteten auf uns Alverskirchener“, macht Averbeck deutlich. Zum Glück hatten sich die Alverskirchener schon ein gewissen Vertrauensbonus beim Kabinensteward erarbeitet, der schließlich die Kabinentür öffnete. Das Schlagzeug kam mit einer Dreiviertelstunde Verspätung beim Orchester an.

Mittwochnachmittag gab das „Blowing-on-the-Waves“-Orchester ein Konzert im großen Theater an Deck, das sich über drei Decks erstreckt. Die Alverskirchener platzierten sich eine Etage über dem Orchester und spielten zu den Märschen die „Locke“ und stießen beim Schlusslied „Auf die Vogelwiese“ zum Orchester auf die Bühne. „Da Aileen Tags zuvor mit ihren französischen Sprachkenntnissen positiv aufgefallen war, wurde sie vom Dirigenten kurzerhand als Übersetzerin für die beiden französischen Zuschauer im Publikum verpflichtet“, so Averbeck. Das Publikum zeigte sich von der musikalischen Darbietung begeistert.

Die Alverskirchener Musik-Botschafter haben auf der Kreuzfahrt schon viele nette Kontakte zu anderen Musikern knüpfen können und setzen in ihren Spielmannszug-Polohemden und -Pullovern auch optisch Akzente. Die Formel „Musizieren – Spaß haben – schlafen – ein neuer Hafen“ passte erneut – Donnerstagmorgen wachten alle vor Malta auf.

Letzter Teil folgt

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

Anzeige

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4369812?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F