Di., 21.03.2017

Waldorfschule stellt sich vor Trump-Parodie und Eurhythmie

Für begeisterte Lacher sorgte die Trump-Parodie von Amelie Langenberger, Milan Wiegard, Tom Lütke-Harmann, Niclas Löffken und Jens Meyer.

Für begeisterte Lacher sorgte die Trump-Parodie von Amelie Langenberger, Milan Wiegard, Tom Lütke-Harmann, Niclas Löffken und Jens Meyer. Foto: Jana Stumpe

Everswinkel - 

Einmal im Jahr gibt es einen Tag der offenen Tür der Waldorfschule Everswinkel. Am Samstag führten alle Jahrgänge ihre momentanen Unterrichtsinhalte in dem Mehrzweckraum der Schule auf.

Deutlich wurde, dass auf Bewegung in Verbindung mit Musik viel Wert gelegt wird. So gibt es an der Waldorfschule auch das Fach Eurhythmie. Dabei wird vor allem die Koordination von Händen und Füßen gefördert. Der Körper, „das ist unser Instrument für die Seele“, so Eurhythmielehrerin Heike Bienek. Aus diesem Fach stellte die fünfte Klasse Gebete verschiedener Kulturen an Hand von Tanz in Verbindung mit Rezitationen vor.

Die dritte Klasse, wie auch die fünfte Klasse führten zusätzlich Flötenmusik und Lieder vor. Musikalisch überzeugten auch die Klassen zwei und vier, welche zudem auch Gedichte vortrugen. Ein Menuett für Altflöten trug die sechste Klasse vor und Sprüche wurden von der ersten Klasse präsentiert.

Neben den bewegungs- und musikorientierten Fächern stehen aber auch Fremdsprachen, wie Englisch und Französisch auf dem Stundenplan. Die praktische Erarbeitung der Sprache wurde am Samstag durch die Vorführungen von englischen Sketchen der siebten und neunten Klasse präsentiert. In den Sketchen ging es unter anderem um die schnelllebige Gesellschaft; „Fast french fries, fast eating, fast talking, fast living. Why is everything so fast?“. Neben alltäglichen Problemen setzten sie sich auch in den Sketchen mit der Politik auseinander; eine Trump-Parodie brachte die Zuschauer zum Lachen.

Die elfte Klasse präsentierte einen Teil ihrer Abschlussarbeit, wobei sie einen Koffer für eine Reise packten. Anders als sonst üblich nahmen sie keine Zahnpasten, Shirts oder Shampoos mit. Stattdessen packten sie Wärme, Liebe, Hoffnung, Mut, Toleranz, Frieden, Menschlichkeit, Vertrauen, Sicherheit, Freundschaft, Freiheit und Geborgenheit in den Koffer. Damit hatten sie alles, was sie brauchen.

Werkarbeiten der Schüler aus der Klasse zehn wurden im Foyer ausgestellt. Dabei galt es eine freie Form mit dem Material Holz zu visualisieren. „Am Werk erkennt man absolute Individualität“, bestätigte der Werklehrer Jürgen Fritsch.

Die achte Klasse präsentierte Biografie-Arbeiten zu bekannten Persönlichkeiten, wie zum Beispiel John Fitzgerald, Kennedy oder Coco Chanel.

Weitere Besonderheiten der Waldorfschule sind, dass in es in der ersten Klasse die Möglichkeit gibt Bänke anstatt von Tischen und Stühlen zu nutzen. Diese können schnell umgeräumt werden und dienen umgedreht auch als Balancierbalken. Zum Schreiben setzten sich die Schüler auf Kissen und verwenden die Bank als Tisch. Auch auf die farbliche Gestaltung der Räume wird geachtet; „mit Farbe kann ich beruhigen, aber auch aggressiv machen“, erklärte Lehrer Lothar Schültken Schnok, der Besucher durch die Schule führte.

Beim Rundgang wurde ebenfalls auf das Prinzip eingegangen, dass die Schüler acht Jahre lang von einem Lehrer begleitet werden. „Lernen hat auch etwas mit Kontinuität und Bindung zu tun“, so Lothar Schültken Schnock. Kontinuität findet sich auch im Epochenunterricht wieder; diesem Prinzip nach wird ein Fach vier Wochen lang jeden Tag unterrichtet, bevor eine nächste Epoche folgt.

Zu besondere Unterrichtsinhalten gehört ebenfalls das Fach Landkunde. Es sei nicht selbstverständlich, das Waldorfschulen einen eigenen Bauernhof haben. Der Umgang mit den Tieren helfe Kindern mit den eigenen Gefühlen klar zu kommen.

Inklusion ist ein Thema, mit dem die Schüler der Waldorfschule früh in Kontakt treten „das finde ich toll, weil die Schüler von Anfang an lernen, wie man mit Menschen umgeht, die anders sind“, verdeutlichte Lehrerin Berbel Orth.

Nicht nur die Schüler untereinander halten zusammen „es gibt Klassengemeinschaften und es gibt Elterngemeinschaften“, verriet Mutter Agnes Rost, welche am Tag der offenen Tür mit einer Elterngemeinschaft selbst hergestellte Filz- und Sticksachen verkaufte.

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