Do., 07.12.2017

Mit Josef Beuck auf einem Streifzug durch die Ortsgeschichte Everswinkels Vom Acker-Dorf zur A-Gemeinde

Josef Beuck  warf einen informativen und hochinteressanten Blick auf die Geschichte von Everswinkel.

Josef Beuck  warf einen informativen und hochinteressanten Blick auf die Geschichte von Everswinkel. Foto: Marion Bulla

Everswinkel - 

„1975 wurde Everswinkel selbstständig. Das war ein Meilenstein. Unser Dorf lebt und hat sich in den vergangenen 42 Jahren enorm entwickelt, ist größer geworden. Wir dürfen gemeinsam stolz darauf sein“, bemerkte Josef Beuck und ergänzte anschließend, Everswinkel habe so seine gewissen Eigenarten, die nicht jedes Dorf vorweisen könne. Wie diese aussehen, darüber informierte der Vorsitzende des Heimatvereins im Rahmen eines Vortrags im Ratssaal.

Sein Vortrag sei zwar in gewissem Sinne eine Wiederholung vom Heimatabend im Sommer, doch damals habe es nur eine abgespeckte Version gegeben, erklärte er vorab. Beuck hat sich ausgiebig mit Everswinkel beschäftigt, alte Bücher gewälzt, Dokumente gesichtet und viele Informationen telefonisch recherchiert. Und dass, obwohl der Heimatvereins-Chef selbst gar nicht gebürtig aus Everswinkel, sondern aus dem westfälischen Velen stammt.

„Ich bin dankbar, dass ich hier so offen aufgenommen wurde“, erzählte er und fügte an, der Ort sei ihm zur Heimat geworden. Offen für Neues, das sei Everswinkel schon immer gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa hatte die Gemeinde 1 500 Flüchtlinge aufgenommen. „Das war sicher ein größerer Kraftakt, als heute“, machte Beuck klar.

Dass Everswinkel selbstständig werden konnte, dafür hätten 1975 viele Menschen gekämpft. Damals war es ein Ort von Acker-Bauern, sprich ein vorwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Um aber eigenständig, also eine so genannte A-Gemeinde zu werden, mussten mindestens 10 000, in Ausnahmefällen 8 000 Einwohner nachgewiesen werden. In Everswinkel lebten aber nur knapp 5 000 Menschen. Doch die Entwicklung war gut, der Ort wuchs stetig. Der Erhalt der Selbstständigkeit ging zwar einher mit dem Verlust von Müssingen, aber auch mit dem Zugewinn von Alverskirchen.

Beuck berichtete ebenso von den 35 Vereinen, die alle aktiv am Dorfleben teilnehmen. Auch die Schullandschaft thematisierte er, die in Everswinkel ganz besonders sei. So gibt es hier seit 2009 die Verbundschule. Das Gemeinschaftskonzept ist selten. Es existieren nach dem damaligen Start von etwa 15 Verbundschulen heute nur noch vier solcher Schulen in ganz NRW. Auch auf die Waldorfschule seien die Einwohner stolz, sagte Beuck bevor er überraschende Zahlen zum Thema anführte. Vor 42 Jahren gab es in den die Schulen im Vitus-Dorf 981 Schüler und 40 Lehrer. 2015 waren es 904 Schüler mit 67 Lehrern. Ein Beleg auch für den demografischen, denn die Einwohnerzahl hingegen stieg in der Zeit um mehr als das Doppelte. Heute leben knapp unter 10 000 Menschen in der Vitus-Gemeinde.

Auf die Infrastruktur ging Beuck ebenfalls ein. Zufrieden zeigte er sich mit dem Wirtschaftszweig. 2015 waren 320 gewerbliche Betriebe angemeldet, davon 14 mit mehr als 20 Beschäftigten. „Das hat mich positiv überrascht“, meinte der Referent. Er zeigte zudem alte Bilder, Postkarten und Skizzen, in denen die Entwicklung von Baugebieten deutlich wurde. Über die Ansiedlung rund um das Historische Viereck äußerte er sich ein wenig kritisch. Die Leere im Westen, da sei noch viel zu viel Luft. Schade eigentlich, aber man könne ja niemanden zu seinem Glück zwingen, so Beuck.

In drei Abschnitte hatte der engagierte Everswinkeler einen informativen Rückblick auf die Everswinkeler Historie geworfen und eines schwang dabei in seiner Stimme immer mit: „Der Stolz auf unser Dorf.“

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