Aktionstag am Mitmach-Museum
„Ein Klang wie in der Semper-Oper“

Everswinkel -

Es ratterte und krachte. Im Mitmach-Museum „Up‘n Hoff“ in Everswinkel wurden am Sonntag alten Motoren Leben eingehaucht. Der Aktionstag drehte sich rund um das Thema „Antriebsaggregate in der Landwirtschaft“. Es konnten Mähdrescher, Traktoren und ähnliche Exponate bewundert werden.

Dienstag, 15.05.2018, 07:05 Uhr

Die ehrenamtlichen Helfer, Eberhardt Kuhnen, Josef Beuke, Bernhard Bordimg. Klaus Schultz-Kalau (Historiker), Wenzel Heitmann, Josef Leuer, Franz Gerdsen und Günter Henrichs präsentieren das Prachtstück der Ausstellung: den MOR 109
Die ehrenamtlichen Helfer, Eberhardt Kuhnen, Josef Beuke, Bernhard Bordimg. Klaus Schultz-Kalau (Historiker), Wenzel Heitmann, Josef Leuer, Franz Gerdsen und Günter Henrichs präsentieren das Prachtstück der Ausstellung: den MOR 109 Foto: Rebekka Lek

Für Begeisterung sorgte die Vorführung des Glühkopfmotors MOR 109. Der ist eine absolute Rarität, da es weltweit nur noch vier bekannte Exemplare dieser Art gibt. Hier konnte das Museum eine Koryphäe auftreiben. Der Historiker Klaus Schultz-Kalau ist Experte für Dieselmotoren-Hersteller und konnte die Besucher mit Informationen zu dem Prachtstück füttern. „Für Liebhaber klingt der Motor wie ein Konzert in der Semperoper“, geriet der Spezialist ins Schwärmen. Genau dieses Exemplar wird zudem in einem Motoren-Kalender für 2020 abgelichtet.

Ebenfalls eine Besonderheit des Museums ist der Göpel, eine durch Muskelmasse bzw. durch echte PS betriebene Kraftmaschine, die Antriebskraft erzeugt. Hiermit wurden zur damaligen Zeit Häcksler oder auch Rübenschneider betrieben. „Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich ausschließlich um eigene Exponate“, berichtete Josef Beuck, Vorsitzender des Heimatvereins Everswinkel, bei der Eröffnung des Aktionstages. Mit einem Team aus ehrenamtlichen Helfern pflegt er die Ausstellung und bringt die Motoren ans Laufen.

Darüber hinaus sind die Frauen aktiv. Das Café im Erdgeschoss lebt von den Kuchenspenden der ortsansässigen Frauen sowie von einem ganz besonderen Brot. „Unser Back-Team zaubert in einem Original Steinofen Brot nach Großmutters Rezept“, machte Beuck nicht ohne Stolz deutlich. Fast 50 Besucher fanden sich am Muttertag im Mitmach-Museum ein, um sich die Ausstellung anzusehen.

Das Museum ist nur in den Sommermonaten geöffnet und bietet dann jeden Monat einen Aktionssonntag, bei dem Vorführungen und Sonderausstellungen kostenfrei besucht werden können. Der Heimatverein freut sich schon auf den 5. August, wenn der eigene Flachs geerntet wird. „Für dieses und nächstes Jahr haben wir das Hauptthema ,Vom Flachs zum Leinen‘ gewählte“, erklärte der Vorsitzende des Heimatvereins den Hintergrund. Im Zuge dieses Themas ist eine Weber-Gruppe geplant. Interessierte können, ebenfalls kostenlos, das alte Handwerk des Webens erlernen. Über mehrere Lehrgänge kann man alles Wissenswerte lernen.

Andrea Kuhlmann und Maria Kunhenn vom Backteam sorgten für das leibliche Wohl.

Andrea Kuhlmann und Maria Kunhenn vom Backteam sorgten für das leibliche Wohl.

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