Unwetter zieht über die Vitus-Gemeinde
45 Minuten lang bange Blicke

Everswinkel -

Wir haben nur gedacht, ,oh, oh, oh‘ . . .“ – so fasst Feuerwehr-Pressesprecher Werner Kortenjann die Stimmung vom späten Mittwochnachmittag zusammen, als sich der Himmel über der Vitus-Gemeinde verdunkelte.

Freitag, 25.05.2018, 15:48 Uhr

Hagelkörner schlugen förmlich ein und fegten die Blüten von den Bäumen am Magnusplatz, der dann wie von einem Blütenteppich bedeckt war
Hagelkörner schlugen förmlich ein und fegten die Blüten von den Bäumen am Magnusplatz, der dann wie von einem Blütenteppich bedeckt war Foto: Klaus Meyer

Es lag eine Unwetterwarnung vor, und als der Regen nach 17 Uhr einsetzte, immer heftiger wurde und zwischendurch in prasselnden Hagel überging, waren die Befürchtungen groß. Beide Löschzüge waren vorsorglich alarmiert worden. In Everswinkel standen rund 20 Einsatzkräfte bereit, in Alverskirchen ebenfalls.

Durch die Autoscheibe betrachtet, verschwammen die Konturen Everswinkels vorübergehend.

Durch die Autoscheibe betrachtet, verschwammen die Konturen Everswinkels vorübergehend. Foto: Klaus Meyer

„Wir haben damit gerechnet, dass wir von Haus zu Haus fahren müssen, um die Keller leerzupumpen“, schildert Kortenjann die Lage. Auf dem Regenradar wanderte der langgezogene Unwetterstreifen genau übers Warendorf, Everswinkel, Telgte und Münster.

An der Kolpingstraße hieß es im Bereich der KiTa Weidenkorb zwischenzeitlich „Land unter“.

An der Kolpingstraße hieß es im Bereich der KiTa Weidenkorb zwischenzeitlich „Land unter“. Foto: Susanne Müller

Gegen 18 Uhr war der Spuk zum Glück vorbei. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, bilanziert Kortenjann; es habe keine vollgelaufenen Keller gegeben. „Wenn es länger geregnet hätte, hätten wir wohl richtig Spaß bekommen“, vermutet der Feuerwehr-Pressesprecher. Ganz ohne Schäden lief es aber wohl doch nicht ab. Eine Alverskirchener Leserin meldete sich, dass bei ihr der Keller sehr wohl vollgelaufen sei. „Alles ging sehr schnell. Starkregen und Hagel, das Wasser kam wie eine Fontäne aus dem Abfluss in der Waschküche und das Wasser kam auch durch geschlossene Kellerfenster.“ Etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch habe es gestanden. Als die Feuerwehr gekommen sei, „war das Wasser schon teilweise auf dem Rückweg. Sie konnte nichts machen. Wir haben viele Stunden Wasser entfernt und warten zurzeit auf einen Gutachter von der Versicherung.“ Ein paar Kilometer weiter auf Telgter Gebiet sah es teilweise dramatisch aus; hier umspülten die Regenmassen beispielsweise einen Hof und drangen in den Keller und die Tiefgarage ein.

Blütenmeer nach dem Hagelschauer auf dem Magnusplatz.

Blütenmeer nach dem Hagelschauer auf dem Magnusplatz. Foto: Klaus Meyer

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